München (BoerseGo.de) – Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat im ersten Quartal 2012 mehr verdient als im gesamten Katastrophenjahr 2011. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatten vor allem das Tsunami- und Reaktor-Unglück in Japan sowie das Erdbeben in Neuseeland belastet. „Wir gehen davon aus, dass wir über 750 Millionen Euro verdient haben“, schätzte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard auf der Hauptversammlung am Donnerstag den Gewinn des ersten Quartals. Damit würden er die Erwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Schnitt mit 722 Milliarden Euro im ersten Quartal gerechnet. Der komplette Quartalsbericht wird am 8. Mai vorgelegt.
Für 2012 geht Bomhard weiterhin von einem Konzernergebnis von 2,5 Milliarden Euro aus. Zum Teil soll der Gewinn aus deutlich höheren Preisen in der Rückversicherung kommen. Als schwierig erweisen sich dagegen die anhaltend niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten. Diese dürften nach Einschätzung Bomhards auch in nächster Zeit nicht steigen.
Die Großschadenbelastung soll im laufenden Geschäftsjahr deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Das überrascht nicht angesichts der Schadensumme, die allein durch das Unglück in Japan zusammenkam. Die Katastrophe kostete die Münchener 1,5 Milliarden Euro. Alle Naturkatastrophen zusammen verursachten 2011 Kosten in Höhe 4,5 Milliarden Euro. Normalerweise hat die Munich Re jährlich nur ungefähr ein Drittel, wenn nicht gar ein Viertel dieser Belastungen zu tragen. Im ersten Quartal 2012 war der einzige Großschaden das Unglück der Costa Concordia vor der italienischen Küste mit einem Volumen von rund 50 Millionen Euro.



