Kirkel (BoerseGo.de) – Der Aufsichtsrat der angeschlagenen Baumarkt-Kette Praktiker hat ein umfassendes Sanierungsprogramm verabschiedet. So werde der SDax-Konzern „in zwei Jahren wieder zu einer soliden Ertragslage“ kommen, sagte Vorstandschef Thomas Fox am Donnerstag.
Das Programm umfasse dabei kräftige Investitionen, die Schließung von Märkten und einen verkleinerten Vorstand sowie die Verlegung der Konzernzentrale nach Hamburg.
Das Unternehmen dümpelt schon seit längerem im negativen Ergebnisbereich herum. Der Grund sind eine verfehlte Marketingstrategie mit massiven Preissenkungen und ein zu schwaches Auslandsgeschäft. Anfang Oktober übernahm der Sanierungsexperte Fox die Konzernleitung. Fox hatte bereits Erfahrung mit dem Sanierungsfall Karstadt gesammelt.
Praktiker werde dem Restrukturierungsprogramm zufolge in den kommenden drei Jahren 300 Millionen Euro sowohl in die Praktiker-Baumärkte als auch in die Max-Bahr-Baumärkte investieren. Märkte, die „dauerhaft und ohne Aussicht auf Besserung Verluste erwirtschaften“, sollen geschlossen werden. Rund 15 Prozent der Märkte sollen im kommenden Jahr daraufhin geprüft werden. Alle Filialen in Albanien sollen zudem geschlossen werden.
Parallel dazu sollen die Konzepte der beiden Ketten geschärft werden und die Konzernzentralen beider in Hamburg an einem Ort zusammengeführt werden. Wann der Umzug der Praktiker-Konzernleitung von Kirkel nach Hamburg, wo Max Bahr schon ist, stattfinden soll, ist allerdings noch unklar.



