Kirkel (BoerseGo.de) – Die im Verlustbereich operierende Baumarktkette Praktiker hat im ersten Quartal 2012 zwar die Talfahrt beim Inlandsumsatz gestoppt. Doch der Nettoverlust verfünffachte sich von minus 15,5 Millionen auf minus 76,1 Millionen Euro, wie der SDax-Konzern am Donnerstag mitteilte. „Noch sind wir nicht übern Berg, aber die Talsohle dürfte hinter uns liegen“, sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Fox laut Pressemitteilung. Der deutlich höhere Verlust sei zudem durch einen Steueraufwand zustande gekommen.
Wacker kämpft der durch eine missglückte Rabattaktion und durch die generelle Wirtschaftskrise in Schieflage geratene Baumarktbetreiber weiter. Endlich greifen die Restrukturierungsmaßnahmen und der Inlandsumsatz bei den Praktiker- und Max-Bahr-Baumärkten verbesserte sich um 3,7 Prozent auf 507,8 Millionen Euro. Zu der Steigerung trug vor allem Max Bahr mit einem Plus von 7,1 Prozent bei. Dennoch: International ging der Umsatz um 12,1 Prozent auf 155,2 Millionen Euro zurück. Damit sank der Konzernumsatz um 0,5 Prozent auf 663,0 Millionen Euro. Gleichzeitig verringerte sich der operative Verlust um 13,3 Prozent auf minus 62,1 Millionen Euro.
Das Sanierungsprogramm läuft unterdessen weiter. In einem nächsten Schritt sollen die Konzernzentralen von Max Bahr und Praktiker in Hamburg zusammengelegt werden. Zudem sollen unrentable Filialen sowie 1.400 Stelen der etwa 11.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden. Die Kosten der Restrukturierung werden vom Vorstand auf bis zu 300 Millionen Euro geschätzt. „Wir sind zuversichtlich, die laufenden Verhandlungen mit verschiedenen interessierten Investoren über die Finanzierung des Restrukturierungsprogramms bald erfolgreich abzuschließen“, sagte Fox in Hinblick auf die noch laufenden Verhandlungen mit Geldgebern. 2011 hatte das Unternehmen nämlich Verluste von mehr als einer halben Milliarde Euro angehäuft.



