Essen (BoerseGo.de) – Der Börsengang des Chemiekonzerns Evonik könnte in letzter Sekunde noch gestoppt werden. Eine Notbremsung sei nicht ausgeschlossen, wenn die Kurse an der Börse plötzlich einbrächen, sagte Wilhelm Bonse-Geuking, Chef der Evonik-Hauptaktionärin RAG-Stiftung, in der Samstagsausgabe der Zeitung „Die Welt“.
Erst am Freitag hatte die RAG-Stiftung gemeinsam mit dem Evonik-Vorstand sowie dem zweiten Anteilseigner CVC Capital Partners den geplanten Börsengang öffentlich gemacht. In der Mitteilung hieß es, dass der IPO noch „vor der Sommerpause“ über die Bühne gehen solle. In Medienberichten und Finanzkreisen erwartet man den 25. Juni als ersten Handelstag, ohne dass dies von Unternehmensseite bestätigt wurde. Man befürchtet wohl, dass es am 17. Juni zu Markterschütterungen in Folge der Wahl in Griechenland kommen könnte.
Auch das Volumen des Börsengangs wurde weiterhin offengelassen. Evonik gilt jedoch mit einem Umsatz von 14,5 Milliarden Euro und einem EBITA von 2,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr als eine profitable Investition. Das Unternehmen könnte es aus dem Stand in den Dax schaffen. Zudem hatte Unternehmenschef Klaus Engel erst vor kurzem die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht.
Die RAG-Stiftung hält 74,99 Prozent an Evonik. Den Rest hat der Finanzinvstor CVC Capital Partners. Von dem IPO-Erlös will die Stiftung die auf sie zukommenden Kosten von jährlich rund 200 Millionen Euro für die so genannten Ewigkeitslasten des Bergbaus bezahlen. Die RAG Stiftung vereint nämlich zwei Konzerne unter einem Dach: Die RAG Aktiengesellschaft, die den Bereich der Steinkohleförderung und –verarbeitung abdeckt und die Evonik Industries AG. Dennoch sieht sich die Hauptaktionärin nicht zum Börsengang gezwungen: „Da Evonik uns aktuell eine Dividende von 300 Millionen Euro ausschüttet, haben wir keinen Druck“, sagte Bonse-Geuking.



