• Rally im Juni, aber keine neuen Hochs?

    Dienstag 22.05.2012, 16:25 Uhr
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    iSMS (Investors Social Media Sumup): Was prominente Investoren, Ökonomen und Börsenjournalisten twittern und bloggen

    Marc Faber

    - Wir könnten eine Rally im Juni sehen, aber keine neuen Hochs

    Ich glaube nicht, dass [die Bewertungen] auf lange Sicht angemessen sind. Ich glaube, der Markt wird überverkauft. Die Stimmung ist jetzt sehr negativ, wir bewegen uns wohl auf ein Zwischentief zu. Wir könnten eine Rally im Juni sehen, aber keine neuen Hochs.

    - China, nicht Griechenland, ist das größte Risiko für die Weltwirtschaft

    Ich denke, das größte Risiko ist eigentlich China, denn Griechenland ist eine unbedeutende Wirtschaft. Griechenland schuldet zwar Geld, aber der Markt weiß, dass Griechenland pleite ist. China wiederum hat einen großen Einfluss auf die Volkswirtschaften von Ländern wie Brasilien, dem Mittleren Osten, Zentralasien, Afrika und Australasien.

    - Industrierohstoffe: Wirtschaftliche Verlangsamung in China bremst

    Die Schwäche der Industrierohstoffe hat nichts mit Griechenland zu tun. Griechenland ist ein unbedeutender Player auf dem Rohstoffmarkt. Die Kurse von Industrierohstoffen und von Bergbauunternehmen haben sich miserabel entwickelt wegen der Sorge vor einer Verlangsamung in China, vor der ich für die letzten sechs bis neun Monate gewarnt habe.

    - Griechenland: Kurz vor dem Endspiel

    Im Falle Griechenlands nähern wir uns dem Ende. Falls Griechenland die Eurozone verlassen würde, könnten wir eine kurze Marktrally sehen. Wenn der Markt auf kurze Sicht sehr besorgt ist, dann wäre der Austritt Griechenlands eine Lösung. Es ist vielleicht nicht die beste Lösung, aber es ist eine Lösung, die wir schon vor drei oder fünf Jahren hätten umsetzen sollen. Jetzt ist der Schuldenstand viel höher.

    Tim Schäfer

    - Value-Investoren kaufen Bank-Aktien

    Star-Investoren wie der indische Value-Anleger Mohnish Pabrai, Hedgefonds-Titan David Tepper und Bruce Berkowitz von Fairholme Capital setzen auf Bank-Aktien. Kommt die Konjunktur in Fahrt, könnten ausgebombten Titel schneller zulegen als so manches Qualitätsunternehmen mit schöner Dividende und niedrigem KGV. Sollte die Finanzkrise zurückkommen, könnte es aber erneut kräftige Kursrücksetzer geben.

    - Griechenland wird zum Brandbeschleuniger

    Die europäische Politik ist mit der Staatsschuldenkrise überfordert, Europa schlachtet sich selbst ab. Innerhalb eines Tages könnte die EU für Ruhe sorgen, doch es mangelt an Vernunft. Fällt Griechenland, wird sich die Meute fragen, wer ist der nächste Staat, der zusammenbricht? Es muss eigentlich in dieser brisanten Phase darum gehen, dass System zusammenzuhalten. Koste es, was es wolle. Die Bürger müssen in Europa unbedingt beruhigt werden. Viele westliche Regierungen sind pleite. Die Schuldenberge können die Bürokraten nie mehr zurückzahlen.

    - Facebook ist eine riesige Blase

    Facebook ist viel heiße Luft! Die Aktie ist ein riesiger Ballon. Das junge Unternehmen wird mit mehr als 100 Milliarden Dollar bewertet, obgleich voriges Jahr nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz durch die Bücher gingen. Der Gewinn betrug rund eine Milliarde Dollar. Macht ein KGV von abenteuerlichen 100. Lassen Sie besser die Finger weg. Das ist eine Blase. Fundamental lässt sich so etwas nicht rechtfertigen.

    Peter Schiff

    - Aktien in Übersee sind einen Blick wert

    Die Unsicherheit in Europa führt dazu, dass viele Amerikaner skeptisch bezüglich ausländischer Aktien sind. Während die Angst verständlich ist, hält sie uns vielleicht davon ab, in einige der vielversprechendsten Volkswirtschaften zu investieren. Ich glaube, dass Fundamentaldaten weiter der ultimative Treiber der Investment-Performance sind, aber man kann leicht auch zur gegenteiligen Schlussfolgerung kommen. Fundamentaldaten sind sehr unterschiedlich an unterschiedlichen Orten der Welt.

    Paul Krugman

    - Deutschland heute und die USA nach dem ersten Weltkrieg

    Die Position Deutschlands in Bezug auf die Eurozone-Peripherie ähnelt der Position der USA in Bezug auf die europäischen Staaten mit Kriegsschulden nach dem ersten Weltkrieg. Keynes kritisierte die Dummheit der damaligen amerikanischen Politik, die gleichzeitig die vollständige Rückzahlung der Schulden verlangte, den Europäern aber die Möglichkeit versagte, genug zu exportieren, um diese Zahlungen zu leisten. Es gibt also zwei sich wiederholende alte Fehler. Aber warum lernt niemand von Ihnen?

    Oliver Baron
    Redakteur BoerseGo.de

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