• Richtungsloses Geschäft vor großen Ereignissen

    Mittwoch 13.06.2012, 18:08 Uhr
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    DJ XETRA-SCHLUSS/Richtungsloses Geschäft vor großen Ereignissen

    FRANKFURT (Dow Jones) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch heftig gewunden, ist letztlich aber kaum von der Stellen gekommen. Vor den Wahlen in Griechenland und dem so genannten Großen Verfall am Freitag dominierte ein richtungsloses Geschäft. Gute Vorgaben der US-Märkte hievten den DAX zunächst ins Plus, bevor er wieder fiel und sich mit 0,1 Prozent Minus bei 6.152 Punkten verabschiedete. Die Umsätze waren sparsam. Gehandelt wurden an DAX-Titeln auf Xetra rund 130,9 (Vortag: 147,3) Millionen Aktien im Wert von rund 2,78 Milliarden Euro.

    Konjunkturelle Schwächesignale belasteten etwas. Aus China gab es Aussagen, dass das Wachstum im zweiten Quartal unter sieben Prozent fallen könnte. "Wenn der globale Wachstumsmotor der letzten Jahre weiter stottert, kann Europa die Krise nicht überwinden", sagte ein Händler. Auch die US-Einzelhandelumsätze überzeugten nicht. Zwar fielen sie im Mai nicht ganz so stark wie erwartet worden war. Dafür wurde der April aber nach unten korrigiert. Auch aus Europa gab es schlechte Nachrichten. Die Talfahrt der Industrie im Euroraum hat sich im April verschärft. Die Produktion fiel so stark wie seit Dezember 2009 nicht mehr.

    Mit wachsender Sorge wird auf die Entwicklung der Staatsanleihen geschaut. Auch die Rendite der Bundesanleihen legt wieder zu. Bei einer Auktion 10-jähriger Bundesanleihen ist sie auf 1,52 Prozent gestiegen. Anfang des Monats waren es noch 1,17 Prozent. Hinter dem Zinsanstieg stehen die immer neuen Hilfszusagen und die steigenden finanziellen Verpflichtungen des Musterknaben Deutschlands in der Euro-Krise. Die Analysten der Societe Generale meinen, dass der "Sichere-Hafen-Status" der Bundesanleihen schwinde.

    Gefragt waren die Aktien der Versorger, nachdem die Analysten der UBS am Vortag ihren Kunden E.ON zum Kauf empfohlen hatten. E.ON will wegen des deutschen Ausstiegs aus der Atomkraft rund 8 Milliarden Euro Schadensersatz fordern und bestätigte damit entsprechende Informationen der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die Zeitung hatte berichtet, E.ON und RWE bezifferten den Schaden auf rund 15 Milliarden Euro. E.ON gewannen 1,9 Prozent auf 14,89 Euro, RWE 0,8 Prozent auf knapp 29 Euro. Auch sonst waren Aktien gesucht, die nicht konjunkturabhängig sind. Zu den Gewinnern gehörten daher die Pharmawerte.

    Verluste verbuchten dagegen die Automobilwerte. Sie litten unter den Nachrichten aus China. Das Land ist einer der wichtigsten Absatzmärkte. Daimler verloren 2,1 Prozent auf 34,27 Euro, VW 1,8 Prozent auf 122,05 Euro. Auch die Zulieferer kamen unter Druck. Mit Ausnahme von Deutz: Der Nutzfahrzeughersteller Volvo will zum größten Einzelaktionär bei dem Motorenbauer aufsteigen. Die Schweden werden ihren Anteil auf gut 25 Prozent aufstocken. Analysten rechnen aber nicht mit einer Komplettübernahme. Sie sehen die Transaktion als strategischen Schritt, um bei dem Zulieferer mehr Einfluss zu gewinnen.

    Gefragt waren auch die Solarwerte. Der US-Hersteller First Solar hat die Schließung seines Werks in Frankfurt an der Oder von Ende Oktober auf das Jahresende verschoben. "Der Grund dafür ist eine gestiegene Nachfrage in Europa, die auf kurze Frist über den Erwartungen liegt", sagte ein Sprecher. Das kam auch dem Zulieferer Wacker Chemie zu Gute. Die Aktie legte um 1,5 Prozent auf 52,69 Euro zu.

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    INDEX             zuletzt   +/- % 
    DAX
                                                                
                                                                        6.152,49  -0,14% 
    DAX-Future       6.131,50  -1,00% 
    XDAX             6.130,87  -1,01% 
    MDAX
                                                                
                                                                       9.981,88  -0,63% 
    TecDAX
                                                                
                                                                       733,97  -0,44% 
    SDAX
                                                                
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