New York (BoerseGo.de) - Der Starökonom Nouriel Roubini hat die anhaltenden politischen Unruhen in Europa ein "Zugunglück in Zeitlupe" genannt. Roubini rechnet damit, dass Griechenland im nächsten Jahr die Eurozone verlassen wird. Er machte diese Kommentare, nachdem die griechischen Wähler den die Hilfsprogramme befürwortenden Parteien eine Absage erteilt hatten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine neue Regierung versuchen wird, um die Bedingungen des letzten Rettungspakets herumzukommen und eine Neustrukturierung der Schulden zu erreichen. Der Chef der griechischen Radikallinken, Alexis Tsipras, dessen Partei bei der Wahl große Gewinne und den zweiten Platz erlangt hat, hat die von der bisherigen Regierung befürworteten Sparmaßnahmen eine Katastrophe genannt. Koalitionsgespräche zwischen den verschiedenen Parteien haben bisher nicht zu dem Ergebnis geführt, zu einer Einheitsregierung zu kommen. Inzwischen hat ein führender deutscher Politiker die Warnung ausgesprochen, dass Griechenland keinen weiteren Cent an Hilfsgelder erhalten wird, wenn es nicht die Bedingungen des vorausgegangenen Hilfsprogramms erfüllt.
Roubini, der letztes Jahr gewarnt hatte, dass über die Weltwirtschaft im Jahre 2013 ein Sturm hereinbrechen werde, hat erklärt, dass die Eurozone letztlich auseinanderbrechen werde. Dabei erwartet er, dass zwei oder drei Mitglieder der Eurozone diese in den nächsten Jahren verlassen werden. "Europa wird sich glücklich schätzen, wenn es in den nächsten zehn Jahren mit einer Stagnation wie in Japan davon kommt", so Roubini. Trotz seiner Sorgen über die Vorgänge in Europa hat Roubini seine Anlagestrategie nicht geändert. Zu 70 Prozent ist er in globalen Aktien investiert, wobei die Hälfte auf US-basierte Indizes fällt. Die restlichen 30 Prozent hält er in Cash. Roubini erwartet nicht, dass es mit den US-Aktien dieses Jahr scharf nach unten gehen wird.



