München (BoerseGo.de) – Das Bundesfinanzministerium weist jegliche Kritik an der Ticketsteuer scharf zurück. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ – Samstagausgabe) aus einem ihr vorliegenden Positionspapier des Ministeriums berichte, habe die Luftverkehrssteuer seit ihrer Einführung vor anderthalb Jahren nur einen leicht dämpfenden Effekt auf die Passagierzahlen gehabt.
Gleichzeitig profitierte die Staatskasse mit fast einer Milliarde Euro zusätzlicher Einnahmen von der Abgabe. Für die Misere der Flugbranche seien dem Papier zufolge ganz andere Faktoren verantwortlich. Dazu zählt das Wolfgang-Schäuble-Ministerium unter anderen die Flughafen- und Sicherheitsgebühren und vor allem den Kerosin-Preis. Letzterer sei 2011 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 40 Prozent gestiegen.
Fluggesellschaften, die mit geringen Gewinnmargen operieren, wie die Lufthansa und vor allem Air Berlin, gaben die zusätzlichen Kosten pro Ticket teilweise an die Kunden weiter. Doch entgegen der Erwartungen, die Anzahl der Passagiere würde branchenweit daraufhin um 5 Prozent zurückgehen, stieg sie sogar um 5 Prozent. Nun beklagen sich die Airlines der SZ zufolge, dass sie ohne die Steuer noch bessere Zahlen erzielt hätten. Eine schwer zu belegende Annahme, urteilt die Zeitung.



