• Schwache Daten und Gauck belasten DAX

    Donnerstag 21.06.2012, 18:14 Uhr
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    DJ XETRA-SCHLUSS/Schwache Daten und Gauck belasten DAX

    FRANKFURT--Enttäuschende Konjunkturdaten aus China, den USA und Europa sowie Aussagen von Bundespräsident Joachim Gauck haben am Donnerstag die Notierungen am deutschen Aktienmarkt belastet. Wie ein Sprecher erklärte, wolle der Bundespräsident die gesetzlichen Regelungen zum Rettungsschirm ESM vorerst nicht unterzeichnen. Damit kam er einer Bitte des Bundesverfassungsgerichts nach. Der DAX verlor 0,8 Prozent oder 49 auf 6.343 Punkte.

    "Letztendlich wird der ESM durchgehen, aber die Nachricht sorgt für Unsicherheiten an den Märkten", hieß es von einem Händler. "Und Unsicherheiten mögen die Märkte nicht." Es war kein guter Börsentag. Die jüngsten Konjunkturdaten unterstrichen das Bild einer sich abschwächenden Weltwirtschaft.

    Der vorläufige chinesische Einkaufsmanagerindex von HSBC war auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten gefallen. Bereits den achten Monat in Folge lag der Wert unter der Marke von 50 und stand damit für ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Auch der Einkaufsmanagerindex der Eurozone stagnierte im Juni deutlich unter 50. In den USA war der Philadelphia-Fed-Index regelrecht eingebrochen.

    Tendenziell enttäuscht reagierten die Märkte auch auf die Offenmarktsitzung der Fed vom Vorabend. Mit der Verlängerung der "Operation Twist", dem Verkauf kurzlaufender US-Staatsanleihen bei gleichzeitigem Kauf von Langläufern, hat die US-Notenbank das von den Märkten erwartete Minimum geliefert. Die Gelddruckmaschine wurde zunächst noch nicht angeworfen. Allerdings kündigte die Federal Reserve an, sie werde die Märkte bei Bedarf weiter unterstützen. Das tröstete die Anleger ein wenig.

    Die Hoffnung, dass die eskalierende Schuldenkrise in der Eurozone Politik und Notenbanken bald zu einem energischen Eingreifen zwingt, verhinderte Schlimmeres an den Märkten. Auf dem EU-Gipfel Ende Juni könnten die Umrisse einer Bankenunion beschlossen werden. Nicht auszuschließen, dass der Rettungsschirm ESM mit einer Banklizenz ausgestattet wird. Damit könnte sich dieser direkt bei der EZB mit Liquidität versorgen. Diese Hoffnung half auch den Anleihemärkten in der Peripherie der Eurozone, die sich weiter erholen konnten.

    Mit den sich weiter verschlechternden Konjunkturdaten wurden zyklische Werte von den Anlegern gemieden. BMW verloren 0,8 Prozent auf 57,58 Euro, Daimler 1,3 Prozent auf 35,07 Euro und VW 3,1 Prozent auf 123,70 Euro. BASF büßten 0,9 Prozent auf 56,35 Euro ein. Auch Konsumaktien wurden gemieden: adidas verloren 1,8 Prozent auf 57,93 Euro, Puma 1,8 Prozent auf 241,30 Euro oder Metro 1,9 Prozent auf 23,40 Euro.

    Aber es gab auch Gewinner. Mit dem einbrechenden Ölpreis stiegen Lufthansa 0,8 Prozent auf 8,87 Euro. ThyssenKrupp legten 0,9 Prozent auf 12,94 Euro zu. Wie die "FTD" berichtete, sollen die beiden größten chinesischen Stahlkonzerne Hebei und Baosteel Interesse an dem zum Verkauf stehenden Thyssen-Werk in Brasilien haben.

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    INDEX             zuletzt   +/- % 
    DAX              6.343,13  -0,77% 
    DAX-Future       6.346,00  -0,71% 
    XDAX             6.339,98  -0,71% 
    MDAX
                                                                
                                                                      10.372,53  -0,30% 
    TecDAX
                                                                
                                                                       747,86  -0,03% 
    SDAX
                                                                
                                                                       4.856,37  -0,29% 
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