• Sommerschlussverkauf an den Finanzmärkten?

    Dienstag 01.09.2009, 08:00 Uhr
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    Was kostet DIE KRISE ? Wer übernimmt die „Finanzierung" der Kosten ?

    Lt. Commerzbank kostet die Finanzkrise weltweit über 10 Billionen Dollar. Lt. einer asiatischen Bank wurden sogar Vermögenswerte von 50 Billionen Dollar vernichtet. Wurde nicht letztes Jahr von unserer Regierung eine Größenordnung von nur 1 Billion genannt ? Welche Verluste wurden schon realisiert , welche werden noch versteckt ? Was wird da noch auf den Steuerzahler zukommen ?

    Ist die Talsohle nun erreicht, geht es ab jetzt wieder aufwärts ? War das schon DIE KRISE oder nur die Auftaktveranstaltung für einen langfristigen wirtschaftlichen Abstieg?

    Wie dem auch sei: der DAX steigt. Hat das was damit zu tun , das die Aktienmärkte ihrer Zeit voraus sind ? Oder das die Finanzelite Papiergeld in Sachwerte umtauscht bevor es ganz wertlos wird ? Oder ist es nur eine Bullenfalle ? Steht der nächste Ausverkauf an den Finanzmärkten vor der Tür?

    Wenn ja, werden alle Märkte, inkl. Lebensversicherungen und Anleihen oder nur bestimmte Vermögenswerte „crashen" ? Werden Edelmetalle und Minenwerte auch wieder „verprügelt " ?

    Ist Bargeld derzeit die beste Anlage, weil die Vermögenswerte in einer sich verstärkenden Deflation weiter fallen werden oder sind Sachwerte das Gebot der Stunde, weil die steigende Geldmenge nun für Preissteigerungen bei Aktien, Immobilien, Rohstoffen und anderen Sachwerten sorgt ?

    Ist der Dollar am Ende , wird er stärker oder bleiben die Wechselkurse stabil ? Wieviele US- Banken können noch pleite gehen, bevor der Dollar kollabiert ?

    Kann die USA überhaupt pleite gehen, denn sie erzeugt doch beliebig viele Dollars ? Darf die USA überhaupt pleite gehen, weil sie den Rest der Welt mitreissen würde ? Oder ist die USA bereits pleite gegangen, ohne das Weltfinanzsystems zu zerstören ?

    Wie lange kann man eine Überschuldungskrise mit neuen Schulden bekämpfen, bevor die schiefen Finanztürme einstürzen ?

    Liegt die wahre Inflation im Euro Raum bei Null Prozent oder bei 9 Prozent ?

    Wie kann die deutsche Binnenkonjunktur wachsen; wenn z.B. jeder dritte Autohändler und viele Einzelhändler vor dem Konkurs stehen und das freie Einkommen der Verbraucher durch steigende Arbeitslosigkeit und/oder Inflation schrumpft ?

    Gibt es eine „Rohstofflücke", „Peak Oil" oder „Peak Silver" und wenn ja, wann explodieren die Preise ?

    Werden „Papier" – Währungen gegen Hartgeld (Gold, Silber, Platin ) abwerten und wenn ja, wann ?

    Wie lange noch können die Edelmetallpreise manipuliert werden ?

    Sind unsere Politiker nur Marionetten und wenn ja, wer hält die Fäden in der Hand?

    Ist die Politik von der Finanzelite erpressbar und wenn ja, geschieht dies derzeit ?

    Diese und noch viele andere Fragen stellen sich demjenigen, der sich mit der Lage im Spätsommer 2009 beschäftigt. Eindeutige Antworten gibt es nicht. Niemand kennt die Zukunft. Gott sei Dank. Trotzdem versuchen viele „Experten", mit Analysen und Prognosen ihre Brötchen zu verdienen. Für mich ist nur eines klar: An der Tatsache , dass unser exponentiell wachsendes Wirtschaftssystem in einer Welt mit begrenzten Ressourcen an seine Grenzen stossen muss, wird sich nichts ändern.

    Aber das wusste auch schon meine Oma. Aber wann sind die Grenzen erreicht ? Meine Oma wusste es nicht, ich weiss es nicht . Wissen Sie es ?

    Auch die Frage, ob Papiergeld in den kommenden Monaten gegen Aktien fallen oder steigen wird ist nicht zu beantworten. Auf der sicheren Seite ist , wer derzeit die Finger von Aktien lässt, Denn es besteht akute Gefahr, sich nach 2008 nochmals die Finger zu verbrennen. Wer Aktien besitzt ist gut beraten, seine Werte zumindest über „stop - loss" Marken abzusichern.

    Da die USA am Abgrund steht ist es besser, von allem die Finger zu lassen was mit dem Dollar zu tun hat. Inklusive der Wetten auf irgend einen Wechselkurs. Denn ob wir in den nächsten Monaten steigende oder fallende Dollarkurse sehen, ist auch umstritten.

    In einem Inflationsszenario und bei einem kollabierenden Dollar werden die Edelmetalle steigen .

    In einem „ Kontraktiosszenario " wird es nur einen Gewinner geben: Bargeld .

    Die Regierungen, allen voran die chinesische, unternehmen alles, um die Konjunktur anzukurbeln. Auch die finanziellen Probleme der Staaten sind, wenn überhaupt, nur in einem inflationären Umfeld lösbar. Eine langjährige Deflation würde das „Game over" bedeuten.

    Das inflationäre Szenario ist also für die nahe Zukunft das wahrscheinlichste. Mittelfristig gibt es nur eine Problemlösung: eine neue Weltfinanzordnung, im Klartext: eine Währungsreform.

    Aber kurzfristig? Was kommt im Herbst auf uns zu ? Der Aufschwung ? Wer soll diesen tragen: Der Konsument ? Die Autoindustrie ? Die Bauwirtschaft ? Der Maschinenbau ? Die Kreditinstitute ? Der Staat ? Der Export ? Der Einzelhandel ? Wenn ich mir die Lageberichte und Statistiken aus diesen Bereichen anschaue, sehe ich dafür kein Fundament.

    Trotzdem ist der DAX seit seinem März Tief um ca. 50 % auf über 5500 Punkte gestiegen. Wer jetzt in diesen Zug einsteigt ist mutig. Jetzt zu „ shorten " wäre zwar auch ein Risiko, aber ein kalkuliertes. Aber warum Risiken eingehen, wenn es eine bessere Alternative gibt.

    Ohne Risiko investiert, wer jetzt auf steigende Edelmetallpreise setzt. Wir stehen in der Endphase eines 30 jährigen Rohstoffzyklus. Wer Hartgeld in physischer Form als langfristig orientierter Investor erwirbt kann auch noch eine eventuelle deflationäre Phase aussitzen. Sein Risiko ist Null, wenn er genug Zeit besitzt . Fragen Sie mich nicht wie viel Zeit ? Auf jeden Fall ist Silber immer noch unterbewertet. Ich kenne Experten, die sehen die Silberunze in 2010 auf bis zu 50 Dollar und in 2011 sogar auf über 100 Dollar steigen. Sollten sie Recht haben, dann liegen die mittelfristigen Gewinnchancen ( in Dollar) für Silber innerhalb von 2 Jahren bei mehr als 500 %.

    Und das bei Null Risiko, denn eine Unze bleibt eine Unze . Das einzige Risiko, welches ich sehe, ist das Zeitfenster. Wie lange wird es noch Sommerschlussverkaufspreise für Silber geben ?

    Aber was erzähle ich Ihnen da? Diejenigen, die es hören wollen wissen das alles schon längst und die anderen ( es dürften ca. 99 % der Bevölkerung sein ) wollen ( oder sollen ) es nicht hören. 

    Gerhard Nadolny

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