• Spanien schließt neue EU-Hilfen nicht mehr kategorisch aus

    Freitag 03.08.2012, 16:52 Uhr
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    Madrid (BoerseGo.de) - Nach der EZB-Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag schossen die Renditen bei den zehnjährigen Anleihen aus Spanien gleich um rund 40 Basispunkte in die Höhe. Am Freitagvormittag rentierten zehnjährige Spanien-Bonds noch bei 7,32 Prozent. Gegen Mittag schließlich entspannte sich die Lage wieder etwas, die Rendite bei den zehnjährigen Papieren ging auf 7,02 Prozent zurück. Damit bleibt der Zinssatz aber weiterhin über der kritischen Marke von 7,0 Prozent. Beim Erreichen dieser Marke mussten die Krisenländer Griechenland, Irland und Portugal bereits unter die Rettungsschirme schlüpfen.

    Spanien steht am Kapitalmarkt also weiterhin unter Druck. Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy erklärte am Freitag in Madrid, es sei für sein Land derzeit einfach schwierig, seine Schulden zu refinanzieren. „Das größte Problem für unser Land ist, dass viele Schulden ausstehen und wir dieses Geld zurückzahlen müssen.“ Derzeit sei es aber „sehr schwierig“, Kreditgeber zu finden. Rajoy versicherte zugleich, dass sein Land den Defizitabbau und die begonnenen Strukturreformen fortsetzen werde.

    Im Kampf gegen die Schuldenkrise schließt die Regierung nun neue EU-Hilfen nicht mehr kategorisch aus. Rajoy sagte, er habe noch keine Entscheidung getroffen. Der Regierungschef reagierte damit auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), auf den Anleihemärkten nur dann zugunsten angeschlagener Euro-Staaten einzuschreiten, wenn die jeweiligen Länder beim EU-Rettungsfonds zuvor einen Antrag auf Hilfen gestellt hätten. Madrid wolle aber zuerst wissen, wie eine mögliche Intervention der EZB aussehen werde, so Rajoy.

    Vorerst kann das gebeutelte Land durchatmen: Bis September muss sich der spanische Staat kein frisches Geld auf den Anleihemärkten beschaffen. Aber danach könnte es ernst werden. Vor dem Jahresende muss Madrid Anleihen über etwa 30 Milliarden Euro aufnehmen. Viele Experten halten es für unvermeidbar, dass Madrid demnächst ein neues Hilfegesuch stellen muss. Ein erstes Hilfspaket erhielt das Land zuletzt für die Rekapitalisierung seiner Banken.

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