(NEU: Expertenstimmen, Details zu den Börsen in Tokio und Hongkong)
Mit einer eher moderaten Erleichterungsrally reagieren die Finanzmärkte in Ostasien am Montag auf das Wahlergebnis in Griechenland. Der knappe Sieg der politischen Kräfte, die dem Rettungspaket der internationalen Gläubiger konstruktiv gegenüberstehen, schürt die Hoffnung, dass ein Ausstieg Griechenlands zumindest unwahrscheinlicher geworden ist. Die Indizes an den Börsen der Region legen um bis zu 2 Prozent zu, die Futures auf die US-Aktien-Indizes liegen etwa 0,5 Prozent im Plus.
Am Devisenmarkt stieg der Euro in der Spitze auf deutlich über 1,27 Dollar. Auch der Ölpreis machte einen kleinen Satz nach oben. Das Barrel der US-Sorte WTI verteuert sich von 84 auf knapp 85 Dollar. In Japan gewinnt der Nikkei-Index 1,9 Prozent auf 8.731 Punkte und notiert damit auf dem höchsten Stand seit einem Monat. In Sydney klettert der S&P/ASX-200 um rund 1,9 Prozent und der Kospi in Südkorea macht 2,0 Prozent gut. Lediglich in Schanghai fällt das Plus mit 0,7 Prozent moderater aus.
Die Erleichterung über den Wahlausgang macht sich auch in sinkenden Kreditausfallversicherungen in Asien bemerkbar. So lag der Markit iTraxx Asia ex-Japan zuletzt bei 172 bis 174 Basispunkten, verglichen mit 181,79 am späten Freitag.
Der Euro schnellte in einer ersten Reaktion auf den knappen Sieg der rechtskonservativen Nea Dimokratia von Antonis Samaras auf 1,2748 Dollar nach oben, ist inzwischen aber wieder auf knapp 1,27 Dollar zurückgefallen. Am Freitagabend ging die Gemeinschaftswährung noch mit 1,2640 Dollar um. Gleichzeitig legt der Dollar auf 79,26 von 78,70 Yen zu.
"Ich bin überrascht, dass der Markt nicht stärkere Ausschläge zeigt", sagt Paul Mackel, Devisenexperte in Asien für HSBC. "Ich sehe immer noch Raum für Enttäuschungen. Das ist ein kleiner Lichtblick, der aber schnell wieder erlöschen kann", bemerkt er mit Blick auf die nun anstehende Bildung einer stabilen Regierung in Griechenland, die erneut schwierig werden dürfte.
In die gleiche Kerbe schlägt RBC-Devisenstrategin Sue Trinh. Dass der Euro seine Höchststände bereits wieder hinter sich gelassen habe, sieht sie als Indiz dafür, dass die Situation in Griechenland die Stimmung noch weiter belasten dürfte. Zumal nach den Aussagen von Pasok-Chef Venizelos, der offenbar eine Regierung der nationalen Einheit unter Einbeziehung der linksradikalen Syriza präferiert. Die Syriza lehnt die Sparauflagen der Gläubiger bislang ab, will aber gleichwohl, dass Griechenland in der Eurozone bleibt. Trinh sieht den Euro bei 1,2520 Dollar unterstützt und bei 1,2750 Dollar an einem Widerstand.
Daneben dürfte die sich verschärfende Schuldensituation Spaniens schnell wieder das beherrschende Thema an den Finanzmärkten werden, so Mackel weiter. "Das 'Worst-Case-Szenario' wäre, wenn die Nea Dimokratia eine Minderheitsregierung bilden müsste, was sicher neue Unsicherheit zur Folge hätte", meint UBS-Devisenstratege Geoffrey Yu. Wichtig werde nun auch zu sehen, was vom G-20-Gipfel in Mexiko komme und welche Entscheidungen die US-Notenbank im Wochenverlauf treffen werde. Darüber hinaus richte sich der Blick bereits auf den EU-Gipfel Ende Juni.
"Solange bis wir wissen, was die Staatschefs in Europa auf dem Gipfel Ende des Monats beschließen, um breite Fortschritte hin zu einer besser funktionierenden monetären Union zu erzielen, bleiben die Abwärtsrisiken bestehen", warnt auch John Horner von der Deutschen Bank.
An der Börse in Tokio werden Aktien aus den Sektoren Technologie, Energie und Finanzen favorisiert. In Hongkong erholen sich Samsonite von ihrem Kurseinbruch am Freitag um 9 Prozent. Das Unternehmen hat Vorwürfe über schadstoffhaltige Materialen in seinen Produkten entkräftet.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 4.133,70 +1,88% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) 8.730,95 +1,89% 08.00 Kospi (Seoul) 1.894,97 +1,98% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.322,87 +0,69% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 19.532,16 +1,55% 10.00 Straits-Times (Singapur) 2.845,03 +1,21% 11.00 DJG/DJN/gos/ros
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