• USA: Arbeitsmarkt auf dem Weg zu einer höheren Wachstumsdynamik?

    Freitag 03.02.2012, 17:24 Uhr
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    1. Der Arbeitsmarktbericht für Januar lieferte ausschließlich positive Überraschungen: Die Anzahl der Beschäftigten stieg um 243.000 Personen und damit deutlich stärker als erwartet (Bloomberg-Umfrage: 140.000 Personen, DekaBank: 120.000 Personen). Leicht gebremst wurde einmal mehr die Gesamtentwicklung durch die Staatsunternehmen. In der Privatwirtschaft nahm die Anzahl der Beschäftigten um 257.000 Personen zu (Bloomberg-Umfrage: 160.000 Personen).

    Zum dritten Mal in Folge überraschte die Arbeitslosenquote mit einem monatlichen Rückgang um 0,2 Prozentpunkte auf nun 8,3 % (Bloomberg-Umfrage und DekaBank: 8,5 %). Allerdings flossen in den Januarwert auch neue Erkenntnisse zur Bevölkerungsentwicklung ein, denen das tiefere Niveau der Arbeitslosenquote im Januar zu verdanken ist. Somit ist nicht das Januarniveau der Arbeitslosenquote nach unten verzerrt. Vielmehr ist der bisherige Verlauf im vergangenen Jahr zu hoch. Nach alter Zusammensetzung der Bevölkerungszahlen wäre die Anzahl der Arbeitslosen im Januar nicht wie ausgewiesen um knapp 340.000 Personen gesunken, sondern um 42.000 Personen angestiegen.

    2. Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind im Januar je nach statistischer Abgrenzung um 0,2 % (inklusive Arbeitnehmer mit Weisungsbefugnis) bzw. um 0,1 % (exklusive Arbeitnehmer mit Weisungsbefugnis) gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,3 % an (exkl. Arbeitnehmer mit Weisungsbefugnis). Daraus folgt für die Gesamtlöhne, also die Summe aus Beschäftigungsentwicklung, Stundenlöhne und Wochenarbeitszeit, ein ungewöhnlich hoher monatlicher Zuwachs um 0,6 %.

    3. Der Beschäftigungsaufbau war im Januar in fast allen Bereichen stärker als im Durchschnitt des bisherigen Aufschwungs. Obwohl die Beschäftigungsentwicklung im verarbeitenden Gewerbe in diesem Aufschwung durchaus gut gewesen ist, konnten hier im Januar nochmals deutlich mehr zusätzliche Stellen geschaffen werden. Der Zuwachs um 50.000 Stellen ist der stärkste seit Januar 2011. Überdurchschnittlich stark war auch die Beschäftigungsentwicklung in den Bereichen der Unternehmensdienstleister sowie im Baugewerbe. Schwächer als im bisherigen Aufschwung waren die Entwicklungen im Bereich der Informationsdienste sowie im Finanzsektor. In beiden Bereichen sank sogar die Anzahl der Beschäftigten – allerdings in einem verkraftbaren Ausmaß.

    4. Die heute veröffentlichten Daten beinhalten auch die jährliche Benchmark-Revision, die aufgrund von neuem Zahlenmaterial durchgeführt wurde. Nach neuesten Erkenntnissen war die Anzahl der Beschäftigten im Dezember 2011 um 266.000 Personen höher als bislang bekannt. Diese Aufwärtsrevision betrifft vor allem die Entwicklung seit Frühjahr 2010. Ebenfalls nach oben revidiert worden ist die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne sowie die der Wochenarbeitszeit. In Summe dieser Revisionen liegt das Niveau der Gesamtlöhne im Dezember 2011 nun 0,5 Prozentpunkte höher. Dies ist durchaus beachtlich, wenngleich weiterhin von einer insgesamt eher schwachen Arbeitsmarktentwicklung in den zurückliegenden Aufschwungsjahren gesprochen werden kann.

    5. Der Januarbericht ist der zweite in Folge der eine stärkere Beschäftigungsentwicklung beinhaltet als in unserer Konjunkturprognose unterstellt. Wir gehen für dieses Jahr von einem durchschnittlichen monatlichen Beschäftigungsaufbau von 150.000 Personen aus. Es ist durchaus möglich, dass sich die strukturellen Probleme am Immobilienmarkt, im Bankensektor sowie bei den Finanzen der Bundesstaaten rascher verringern als bislang von uns erwartet. Die Schlussfolgerung wäre, dass die zuletzt beobachtete Beschäftigungsdynamik von ca. 200.000 Stellen pro Monat die neue Trendentwicklung darstellt. Hieraus ergäbe sich dann eine optimistischere Einschätzung der Konsumaktivität der privaten Haushalte und somit auch des Bruttoinlandsprodukts. Allerdings deuteten die Arbeitsmarktdaten auch im vergangenen Frühjahr zwischenzeitlich einen günstigeren Beschäftigungsverlauf an, der sich dann aber nicht etablieren konnte. Zwei gute Arbeitsmarktberichte reichen unserer Einschätzung nach nicht aus, ein spürbar optimistischeres Konjunkturbild für die US-Wirtschaft zu prognostizieren.

    Quelle: DekaBank

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