1. Die Entwicklung der Konsumentenpreisen blieb auch im April unkritisch. Den allgemeinen Erwartungen entsprechend stagnierten die Konsumentenpreise im Vergleich zum Vormonat, sodass die Inflationsrate auf 2,3 % fiel. Dies ist der niedrigste Stand seit Februar 2011. In der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie (Kernrate) nahmen die Verbraucherpreise erwartungsgemäß um 0,2 % gegenüber dem Vormonat zu und die Inflationsrate verharrte bei 2,3 % auf dem Vormonatsniveau.

2. Weiterhin sind die Energiepreisentwicklungen, und vor allem die der Benzinpreise, ausschlaggebend für die Gesamtentwicklung der Konsumentenpreise. Zwar sind die Benzinpreise im April nochmals um knapp 2 % gegenüber dem Vormonat angestiegen. Dies war jedoch weniger stark als sonst üblich, sodass saisonbereinigt der erste monatliche Rückgang in diesem Jahr vorgelegen hat. Die Nahrungsmittelpreise sind entgegen unseren Erwartungen um 0,2 % gegenüber dem Vormonat angestiegen. Wir hatten hier mit einem unveränderten Preisniveau gerechnet. Der Preisanstieg um 0,2 % im Bereich Mieten entsprach unseren Erwartungen. Im Bereich der Kern-Kernrate (also Kernrate ohne Mieten) wurden wir nochmals von einem kräftigeren Preisschub im Bereich Bekleidung überrascht. Aufgrund des kräftigen Vormonatsanstiegs gingen wir von einer schwächeren Preisentwicklung aus.

3. Die bislang vorliegenden Informationen zu den Benzinpreisen im Mai weisen auf einen Preisrückgang hin. Üblicherweise steigen aber die Benzinpreise auch im Mai weiter an, was in der saisonbereinigten Berechnung zu einem durchaus kräftigen Preisrückgang führen dürfte. Da wir auch im Bereich der Nahrungsmittel und der Mieten mit eher geringen monatlichen Preisanstiegen rechnen, dürfte der Index der Konsumentenpreise im Mai den ausgeprägtesten monatlichen Rückgang seit Ende 2008 aufweisen und sich hierdurch die Inflationsrate erstmals seit Januar 2011 unterhalb von 2 % liegen. Zwar wird auch die Kern-Inflationsrate sinken aber weiterhin im Bereich knapp oberhalb von 2 % bleiben. Somit kann sich die Zentralbank weiterhin ganz der Stimulierung der Volkswirtschaft widmen.
4. Die Einzelhandelsumsätze sind im April geringfügig um 0,1 % gegenüber dem Vormonat angestiegen (Bloomberg-Umfrage: 0,1 %, DekaBank: -0,1 %). Aufgrund von Abwärtsrevisionen liegt das Umsatzniveau im April um 0,1 % niedriger als das bislang bekannte Umsatzniveau vom März. Die Saisonbereinigung der Benzinpreise machte sich auch bei den Einzelhandelsumsätzen bemerkbar. Allerdings sanken die Tankstellenumsätze weniger deutlich als von uns erwartet. In den ersten Monaten des Jahres wurde die Umsatzentwicklung durch ungewöhnlich günstige Witterungsbedingungen nach oben verzerrt. Dies führte nun im April in mehreren Bereichen, bspw. den Baumärkten, zu negativen Rückpralleffekten. Gemessen hieran ist die Umsatzentwicklung nach der BEA-Abgrenzung um 0,3 % gegenüber dem Vormonat erfreulich kräftig gewesen.

5. Angesichts des soliden Umsatzanstiegs nach der BEA-Abgrenzung kann im Falle der Konsumausgaben der privaten Haushalte noch nicht einmal von einer Zwischenpause gesprochen werden. Vielmehr war ein schwächerer Umsatzmonat nach den ersten drei sehr starken Monaten zu Beginn des Jahres überfällig. Die Konsumdynamik der privaten Haushalte scheint weiter auf Kurs zu sein.
Quelle: DekaBank



