1. Das Verbrauchervertrauen (Conference Board) ist im Januar unerwartet von 64,8 auf
61,1 Punkte gefallen (Bloomberg-Umfrage: 68,0 Punkte; DekaBank: 70,0 Punkte). Der Rückgang resultiert in erster Linie aus einer schwächeren Lageeinschätzung der befragten Haushalte. Die Erwartungskomponente blieb im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert.

2. Von den fünf Teilbereichen haben sich im Vergleich zum Vormonat vier verschlechtert. Insbesondere die aktuelle wirtschaftliche Lage wird im Januar schwächer als zuvor eingeschätzt. Enttäuschend ist allerdings auch eine pessimistischere Einschätzung der Lage am Arbeitsmarkt. Hier wurden bis zuletzt verhältnismäßig gute Entwicklungen gemeldet. Oftmals hinkt die Einschätzung der privaten Haushalte den tatsächlichen Entwicklungen hinterher, sodass positive Arbeitsmarktberichte im Folgemonat zu einer Stimmungsaufhellung beitragen können. Der unerwartete Rücksetzer der Arbeitsmarktkomponente des Verbrauchervertrauens könnte allerdings im Zusammenhang mit einer zeitnahen schwächeren Entwicklung stehen. Die Januardaten zum Arbeitsmarkt werden am kommenden Freitag veröffentlicht. Zumindest erwarten die befragten Haushalte nur eine zeitlich befristete Abschwächung am Arbeitsmarkt, da sich die Erwartungen bezüglich der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung weiter aufgehellt haben.
3. Die Eintrübung des Verbrauchervertrauens ist überraschend, weil sich andere Stimmungsindikatoren der privaten Haushalte im Januar weiter verbessern konnten. Durchaus vorstellbar ist, dass die Stimmungseintrübung im Zusammenhang mit steigenden Benzinpreisen steht. Diese sind im Landesdurchschnitt um gut zehn Cent pro Gallone saisonuntypisch gegenüber dem Vormonat angestiegen. Gleichwohl hätte sich dieser negative Einflussfaktor auch bei den übrigen Indikatoren zeigen müssen. Hinsichtlich des Arbeitsmarktberichts am kommenden Freitag stellt der Rückgang der Arbeitsmarktkomponente des Verbrauchervertrauens ein Warnsignal da. Für den weiteren allgemeinen wirtschaftlichen Ausblick erachten wir die Entwicklung des Verbrauchervertrauens jedoch als nicht maßgeblich.
Quelle: DekaBank



