Frankfurt (BoerseGo.de) – Die neue Doppelspitze der Deutschen Bank scheint von Anfang an ein ungleiches Paar zu sein. Wie „Welt Online“ am Donnerstag schreibt, scheint Anshu Jain der Löwenanteil an Macht und Verantwortung zuzufallen. Aus Aufsichtsratskreisen erfuhr das Netzmedium, dass Jain für die Sparten Investmentbanking, Transaktionsbanking (Zahlungsverkehr) sowie die Vermögensverwaltung zuständig sein werde. Damit seien ihm rund 70 Prozent der Nettoerträge zugeordnet.
Jürgen Fitschen, der Nummer Zwei im Duo, bleibe dagegen nur noch das Privatkundengeschäft, welches als einziger Geschäftsbereich mit Rainer Neske im Vorstand vertreten sein werde. Deutlicher gehe es kaum, urteilt Welt-Online: „Jain ist der 800-Pfund-Gorilla im Raum, während sein Co-Vorstandschef die abgegessenen Bananenschalen auskratzen darf.“ Doch Fitschen wird nach Informationen von Welt-Online auch der Ansprechpartner für die Politik sein – so eine Art Außenminister der Deutschen Bank. Zudem berichtet die Rechtsabteilung an ihn. Der künftige Chefkontrolleur Paul Achleitner brachte die Sache in der „Welt am Sonntag“ so auf den Punkt: „Bei einer Doppelspitze setzt sich immer derjenige durch, der die größte Leidenschaft für die Sache hat.“
Gleichzeitig begrüßte Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Börsig laut Redetext am Donnerstag die neue Doppelspitze des Dax-Konzerns: „Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass das Team Jürgen Fitschen und Anshu Jain an der Spitze der Bank ideal zu den anstehenden Herausforderungen, denen sich die Bank gegenübersieht, passt.“
Ackermanns Abschied
Zugleich nimmt der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann heute seinen Abschied. Börsig lobte den scheidenden Ackermann, der es nach „zwölf Jahren konstruktiver und vertrauensvoller Zusammenarbeit“ geschafft habe, die Deutsche Bank „als Gewinnerin aus der Finanzkrise“ zu führen. „Dieser Erfolg wird immer mit Ihrem Namen verbunden bleiben“, fuhr Börsig an Ackermann gerichtet fort. Dabei verlässt der Manager die größte deutsche Bank mit einem enttäuschenden Jahresabschluss. Er schwor laut Redetext seine zwei Nachfolger auf schwere Zeiten ein: „Insbesondere die konjunkturelle Lage, die Schuldensituation und mangelnder Reformwill in einigen Ländern der Eurozone geben Anlass zur Sorge, und die Arbeitslosigkeit dort, gerade bei jungen Menschen, ist beunruhigend.“



