• Wall Street: Ein Problem namens Obama

    Donnerstag 28.01.2010, 23:51 Uhr
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    New York (BoerseGo.de) - Die Wall Street hat ein Problem und das heißt: Obama. Die Talfahrt setzt sich heute jedenfalls wieder fort. Laut dem Infodienst Bespoke wurde dafür wieder Obama verantwortlich gemacht. Immerhin kündigte der US-Präsident in seiner gestrigen Grundsatzrede zur Lage der Nation weitere Pläne für Steuererhöhungen an.


    Steuern auf Ausland?


    Laut Washington Post will Obama eine Steuer auf internationale Gesellschaften einführen, also solche die Geschäfte außerdem der nationalen Grenzen der USA machen. Vor kurzem wurde eine Strafssteuer für Großbanken angekündigt. Steuererhöhungen sind bekanntlich Gift für die Wirtschaft, vor allem in einer holperigen Aufschwungsphase. Und die Bestrafung von Auslandsgeschäften ist - vorsichtig ausgedrückt - nicht dem Welthandel förderlich.



    Strenger behandelt als Terroristen

    Damit verschärfte Obama seinen Anti-Wirtschaftskurs. Bereits seit vergangener Woche fallen die Kurse wegen der Obama-Kampagne gegen die Großbanken. Steven Schwarzman, CEO des Fondsverwalters Blackstone warnte heute in Davos  - anlässlich des World Economic Forums - , dass der Anti-Bankenkurs der Obama-Administration die Kreditvergabe der Geldhäuser lähmt und damit den Aufschwung gefährdet.

    Die Finanzkonzerne fühlten sich im Belagerungszustand, so Schwarzman. Der Infodienst Bespoke hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Bank-Manager von der Obama-Administration strenger behandelt werden als Terroristen.
    Die Manager der Geldverleiher würden durch die verschärfte Regulierung und die Unsicherheit über künftige Einschnitte in ihre Geschäfte zu stark verunsichert, warnte der Blackstone-Chef, der als Fondsverwalter selbst nicht unmittelbar betroffen ist. „Die Leiter der Kreditinstitute wissen nicht wie hoch ihre Steuern sind, sie wissen nicht wieviel Eigenkapital sie benötigen, sie wissen nicht, welche Geschäfte sie noch betreiben können“.

    Bespoke beschwichtigte allerdings, es würde Obama und seinen Parteigenossen („Demokraten“) schwerfallen, die Pläne im US-Kongress durchzusetzen, zumal dieses Jahr Senatswahlen sind. Die Börse sah das Ganze aber heute wenig rosig.



    Ein Gift namens Steuern

    Es traf vor allem die - als riskanter geltenden - Techologiepapiere, allen voran die Chip-Titel, die heute um 3,02% einbrachen. Vorwände dafür waren ein schwacher Ausblick des Handy-Chipspezialisten Qualcom und flaue Umsätze beim Smartphoneanbieter Motorola.

    Der konjunktursensible Transportsektor rutschte 2,33%. Dort lähmte ein Gift namens Steuern.
    Der Russell 2000, der kleinere und riskantere Unternehmen erfasst, gab 1,69% ab. Ja, die Steuern.

    Die Eigenheimbauer fielen 0,4%.  Die - als defensiv geltenden - Versorger sanken 1,2%.
    Der Ölsektor verbilligte 1,93%.

    Der Bankensektor gewann dagegen 0,3%. Dort ist der Obama-Schrecken wohl inzwischen eingepreist.


     

    Der Dow Jones Industrial Average minus 1,13 Prozent auf 10.120 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 minus 1,18 Prozent auf 1.084 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index minus 1,91 Prozent auf 2,179 Punkte.


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