1. Die Weltwirtschaft trotzt weiterhin der europäischen Schuldenkrise und bleibt auf einem soliden Wachstumspfad. Der von der OECD berechnete Frühindikator, der Composite Leading Indicator, ist im März zum vierten Mal in Folge um 0,2 % gegenüber dem Vormonat angestiegen. Dies entsprach unseren Erwartungen. Aufgrund der Neukonstruktion des Indikators liegt die aktuelle Wachstumsdynamik des Indikators nur geringfügig unterhalb der in konjunkturellen Aufschwungphasen.

2. Die globale Konjunktur wird weiterhin von zwei verschiedenen Wachstumsgeschwindigkeiten geprägt: Einerseits scheinen die Wachstumsaussichten der Schwellenländer nach wie vor überdurchschnittlich hoch zu sein. Fasst man die Frühindikatoren der Schwellenländer zu einem Indikator zusammen, dann stieg dieser zum dritten Mal in Folge überdurchschnittlich kräftig um 0,8 % mom an. Andererseits wird die Wachstumsdynamik der Industrieländer durch Euroland gebremst. So ist der Frühindikator der Industrieländer im März um 0,1 % angestiegen, was einem unterdurchschnittlichen Zuwachs entspricht. Fasst man die Frühindikatoren aller Länder zusammen, dann stieg der von uns berechnete Frühindikator für die Weltwirtschaft im März um 0,4 % an.2 Nach Zuwächsen um 0,5 % in den beiden Vormonaten zeichnet sich hier die von uns erwartete leichte Wachstumsabflachung ab.
3. Anhand unseres Quadranten-Schemas (siehe Anhang) zeigt sich eine Verfestigung der Länderaufteilung: Die bekannten Problemländer (Griechenland, Italien und Portugal aber auch Frankreich) verharren im Schrumpfungsbereich, während für nahezu alle anderen Länder Anzeichen von Expansion bestehen. Weiterhin stark sind diese Anzeichen, gemessen an den Frühindikatoren der OECD, für China, Indien und Brasilien, während sich die US-Wirtschaft knapp unterhalb ihres durchschnittlichen Wachstums entwickelt. Fasst
man die Frühindikatoren der PIIGS-Länder zusammen, dann ist dieser Indikator zum zweiten Mal in Folge um 0,1 % mom knapp gesunken. Dass dieser Indikator nicht erneut stärker nach unten zeigt, mag erfreulich sein. Allerdings scheint die relative Verbesserung dieses Indikators (zuletzt sank der Indikator von Monat zu Monat weniger ausgeprägt) zunächst vorbei zu sein. Durchaus denkbar wäre es, dass dieser Länderindikator in den
kommenden Monaten wieder eine zunehmende Abschwächung anzeigt.
4. Die Frühindikatoren der OECD deuten für die Weltwirtschaft das Erreichen einer Wachstumsspitze an, der sich in den Sommermonaten eine Verflachung der Wachstumsdynamik anschließen sollte. Dies deckt sich weitgehend mit unserer Einschätzung der globalen Wachstumsdynamik sowie deren Zusammensetzung: Euroland dümpelt sich aus seiner Rezession heraus, die US-Wirtschaft wächst für ihre Verhältnisse unbefriedigend und ist damit unter den Industrieländern nur relativ stark, und die Schwellenländer halten die Weltwirtschaft auf einem soliden Wachstumspfad.
Quelle: DekaBank



