• Wie gut, dass wir die Krise haben...

    Freitag 16.12.2011, 14:23 Uhr
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    IWF-Chefin Christine Lagarde zeichnet ein Horrorszenario für die Weltwirtschaft. Frankreich rutscht in die Rezession und wird sein AAA-Rating deshalb im kommenden Jahr wohl verlieren – mit entsprechenden Folgen für die Euro-Rettung. Und die Ratingagentur Fitch senkt die langfristige Kreditwürdigkeit von sechs internationalen Geldhäusern, darunter ist auch die Deutsche Bank.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/iwf-zeichnet-horrorszenario-fuer-die-weltwirtschaft/5966536.html

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/frankreich-rutscht-in-die-rezession/5966790.html

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/deutsche-bank-verliert-an-kreditwuerdigkeit-/5966078.html

    Im Kontext mit den Entwicklungen der vergangenen drei Jahre zeigen allein diese drei Meldungen vom vergangenen Freitag, dass wir es nicht mit einem normalen Abschwung in einem Konjunkturzyklus zu tun haben. Diesmal wird unser gesamtes Wirtschafts- und Finanzsystem in Frage gestellt.

    Wenn wir es aber mit einer Systemkrise zu tun haben, und alles deutet darauf hin, was wird dann in den kommenden Jahren noch alles auf uns zukommen? Wie wird sich unsere Welt verändern? Diese Fragen sind ja das eigentlich Spannende an der aktuellen Entwicklung. Denn eines wird immer deutlicher: So wie bisher kann und wird es nicht weiter gehen.

    Richtet man den Blick in die Zukunft, dann ist es nicht sonderlich hilfreich, sich ausschließlich den allgegenwärtigen Horrornachrichten zu widmen. Angst vernebelt den Verstand und verstellt den Blick auf das Wesentliche.

    Im Antizyklischen Börsenbrief beschäftigen wir uns natürlich auch mit Themen wie der Euro-Rettung oder einer möglicherweise heraufziehenden globalen Rezession. Gleichzeitig versuchen wir aber, einen Blick über den Zaun zu werfen. Deshalb suchen wir immer wieder auch in Bereichen nach neuen Erkenntnissen, die auf den ersten Blick mit der Börse überhaupt nichts zu tun haben.

    In der kürzlich erschienen Dezember-Ausgabe etwa haben wir uns einmal angesehen, was es mit dem mysteriösen Maya-Kalender auf sich hat, der im kommenden Jahr noch öfter für Aufsehen sorgen wird. Denn je mehr sich die Dinge zuspitzen, und das werden sie zweifellos, desto mehr Menschen werden Angst bekommen. Sie werden von den Untergangszenarien gehört haben, die sich um den 21. Dezember 2012 ranken. Man kann schon heute die Prognose wagen, dass Weltuntergangspropheten im kommenden Jahr Hochkonjunktur haben werden.

    Und in der Tat, es gibt da einen bemerkenswerten „Zufall“: Nach dem Kalender der Maya endet in wenigen Monaten ein 26.000 Jahre währender Zyklus. Demnach leben wir heute in einer so genannten „Endzeit“. Ist das nicht merkwürdig? Ist eine Art von  „Endzeitstimmung“ nicht geradezu mit Händen zu greifen?

    Doch jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Nach allem, was wir dazu recherchieren konnten, wollten die Maya den Dezember 2012 keinesfalls als Zeitpunkt des Weltuntergangs verstanden wissen.

    Nach dem Konzept der Maya von Zyklen und Zeitübergängen bedeutet das Ende ihres Kalenders vielmehr einen Neuanfang, bei dem es darum gehen soll, ein neues Bewusstsein hervorzubringen. Ein Bewusstsein, das alle Lebensformen auf der Erde, wie auch die Ressourcen unseres Planeten respektiert. Ein Bewusstsein also, das eigentlich die Lösung unserer Probleme wäre. Das klingt zunächst einmal alles andere als furchteinflößend...

    Unsere weiterführenden Gedanken hierzu finden Sie in der Dezember-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs.

    Interessanterweise hat mein geschätzter Kollege Dirk Müller in der neuesten Ausgabe seines Magazins „Cashkurs-Trends“ einen ganz ähnlichen Ansatz entwickelt. Eine Konsum- und Wegwerf-Gesellschaft, die Rohstoffe nur verbraucht und dabei Müllberge produziert, ist das Konzept der Vergangenheit. Die Zukunft jedoch muss, und sie wird anders aussehen.

    Dirk Müller schreibt dazu:

    Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, dann denken die meisten Menschen immer an Verzicht. Nach dem Motto: Wir können nicht ständig wachsen, die Ressourcen sind endlich, wir müssen uns alle drastisch einschränken, was den Konsum angeht. Die Vertreter dieser Denkrichtung vergessen so einiges, unter anderem den Fakt, dass 7 Milliarden Menschen sich nicht gerade besser stellen, wenn sie alle immer weniger konsumieren und von Luft und Liebe leben. Wir brauchen ja schließlich auch alle Arbeit.

    Kurzum: Verzicht ist mit Sicherheit keine "nachhaltige" Lösung all unserer Probleme.

    Dass es auch ganz anders geht, zeigt uns die Natur. Die opulente Schönheit der Pflanzen- und Tierwelt macht uns auf beeindruckende Weise vor, was des Pudels Kern ist: Wenn geschlossene Kreisläufe vorhanden sind, kann es per Definition keine Verschwendung geben. Und genau darum geht es bei dem Prinzip Cradle-To-Cradle (von der Wiege zur Wiege). Eine nach den in dieser Ausgabe CKT beschriebenen Merkmalen aufgebaute Produktionslandschaft lässt uns freudestrahlend konsumieren, denn es kommt niemand zu Schaden und es wird auch im eigentlichen Sinne nichts "verbraucht", sondern "gebraucht" – und das wieder und immer wieder. 

    In diese Richtung werden wir uns vermutlich weltweit begeben – die einen etwas eher, die anderen später. Je früher die Unternehmen das begreifen, desto erfolgreicher werden sie auch am Markt agieren“.


    Welche Ideen sich daraus schon heute entwickeln lassen, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs-Trends:

    https://ssl.godmode-trader.de/Premium/Anmeldung/Cashkurs*Trends

    Und damit sind wir wieder am Anfang der Geschichte: Was das Finanzsystem angeht, sollten wir uns keinen Illusionen hingeben: Praktisch täglich machen die aktuellen Nachrichten deutlich, dass die Dinge längst außer Kontrolle geraten sind. Daran werden auch die diversen Rettungspakete nichts mehr ändern. Was das für uns alle noch für Folgen haben wird, das wir sich zeigen. Niemand weiß das. Doch wir sollten keine Angst davor haben, wenn ein System, das unverkennbar abgewirtschaftet hat, von diesem Planeten verschwindet. Jetzt geht es darum, Ideen zu entwickeln, wie wir eine bessere Zukunft gestalten können.

    So gesehen hat die Krise ganz ohne Zweifel etwas Gutes. Die aktuellen Entwicklungen, so beängstigend sie mitunter sein mögen, beinhalten gleichzeitig den Kern für etwas Neues: In der Geschichte der Menschheit wurden umwälzende Veränderungen immer durch den Atem der Krise befeuert. Das wird diesmal genauso sein.

    Konkret heißt das: Je mehr sich die Krise verdichtet, weiter zuspitzt und in das Bewusstein der Menschen vordringt, desto stärker werden wir alle nach Lösungswegen suchen. Und wenn man die Angst und das allgegenwärtige Krisengerede einmal ausblendet, dann wird man erkennen, dass die Wege, die uns aus der Krise führen können, offen wie Scheunentore vor uns stehen.

    Wir müssen nur noch hindurchgehen..

    Mehr dazu in der Dezember-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die vor wenigen Tagen erschienen ist.

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    Zum Autor:

    Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de

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