New York (BoerseGo.de) - Nach Einschätzung des Wirtschafts-Nobelpreisträgers Joseph Stiglitz wird Europas Plan, an Spanien Geld zur Rettung einiger seiner Banken zu verleihen, möglichweise nicht wirken, da die Regierung und die Geldgeber des Landes sich im Endeffekt gegenseitig stützen werden. "Das System besteht darin, dass die spanische Regierung die spanischen Banken rettet und die spanischen Banken wiederum die spanische Regierung retten", so Stiglitz. Der Plan, Spanien bis zu 100 Milliarden Euro zu leihen, lag über den meisten Schätzungen der Bedürfnisse der spanischen Banken. Diese waren durch das Platzen der Immobilienblase durch Rezession und Massenarbeitslosigkeit stark getroffen worden. Bei voller Inanspruchnahme durch Madrid würde die Rettungsaktion das Verhältnis von Staatsdefizit zum Bruttoinlandsprodukt um weitere zehn Prozent ausweiten, was nach den Erwartungen zum Jahresende 2012 bereits bei fast 80 Prozent liegen sollte. Das könnte es für die Regierung schwieriger und teurer werden lassen, spanische Staatsanleihen an internationale Investoren zu verkaufen. Da sie spanischen Banken im Jahr 2011 die größten Abnehmer von Staatsanleihen waren, besteht das Risiko, dass die Regierung die gleichen Institutionen um Hilfe bitten könnte, denen sie nunmehr helfen will. "Das sieht nach "Voodoo-Wirtschaft aus. Das wird keinen Erfolg haben", so Stiglitz. Stattdessen sollte Europa seine Diskussion über ein gemeinsames Bankensystem beschleunigen. "Wenn eine Wirtschaft im Abschwung ist, dann gibt es keine Möglichkeit, eine Politik zu Wiederankurbelung des Wachstums ohne eine Form von europäischem System zu verfolgen".
Der ehemalige Wirtschaftsberater von Ex-Präsident Bill Clinton ist seit langem ein Kritiker von Sparprogrammen. Nach seinen Worten sind die bisherigen Schritte der Europäischen Union in ihrer politischen Richtung minimal und falsch, da Sparmaßnahmen zur Verringerung der Risiken den Effekt haben, das Wachstum zu verringern und die Schulden zu erhöhen. "Brandmauern zu errichten, wenn man Benzin auf Feuer gießt, ist nicht der erfolgsversprechende Weg. Man muss das zugrundeliegende Problem angehen, was darin besteht, dass man das Wachstum antreiben muss", so Stiglitz. Stattdessen sind durchgreifende Reformen notwendig, Europa mehr zu einer Fiskalunion zu machen, um damit die Schuldenkrise zu lösen, die Währung zu stärken und letztlich darin Deutschland zu helfen, welches als das reichste Land in der EU die höchsten Kosten bei der Garantie für gemeinsam ausgegebene Schulden zu tragen hat. Außerdem braucht es mehr Mittel, um die öffentlichen Ausgaben zu stärken. " Deutschland bleibt bei seiner Aussage, das die Stärkung in fiskalischer Disziplin besteht, doch ist das eine total falsche Diagnose", so Stiglitz.




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