FRANKFURT (Dow Jones) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte mit steigenden Kursen in die neue Woche starten und damit an die freitäglichen Gewinne anknüpfen. Marktteilnehmer verweisen auf die ordentlichen Vorgaben der internationalen Leitbörsen sowie die Erholung im späten Handel am letzten Handelstag der vergangenen Woche, durch die sich die technische Lage verbessert habe. Die Deutsche Bank indiziert den DAX um 8.07 Uhr mit 6.190,50 Punkten, einem Plus von 0,7% gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Damit zeigt sich das Kursbarometer freundlich.
Auch der weiter über 50 Punkte liegende offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex ist günstig zu werten. Zwar ist er zum dritten Mal in Folge gefallen, mit 51,2 Punkten aber über der Expansionsschwelle von 50 Punkten geblieben. Im Vorfeld hatten einige Skeptiker einen Wert unter diesem Niveau für möglich gehalten.
Das Geschäft dürfte sich ruhig gestalten. Mit Metro und Linde haben zwar zwei weitere DAX-Unternehmen bereits vorbörslich ihre Quartalszahlen vorgelegt, doch richtet sich die Aufmerksamkeit der Anlegergemeinde auf den ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA im Juli. Er steht für 16.00 Uhr auf dem Programm. "Die Wirtschaftstimmung in den USA hat im Frühjahr ihren Zenit überschritten. Regionale Indikatoren weisen darauf hin, dass der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Juli erneut spürbar gefallen ist", merken die Volkswirte der Deutschen Postbank an.
Verschiedene Prognosen gehen von einem Rückgang auf etwa 54 von 56,2 Punkten aus. Dies wäre aber immer noch mit einem soliden Expansionstempo in der US-Industrie vereinbar. Da die Erwartungshaltung am Markt nicht sonderlich hoch sei, könnte ein Ergebnis im Bereich der Prognosen den Märkten durchaus zu Auftrieb verhelfen, meint ein Händler. Am Freitag habe sich gezeigt, dass bereits geringfügig positive Überraschungen bei den US-Konjunkturdaten als Katalysator für Aufwärtsschübe geeignet seien.
Technische Analysten sehen den hartnäckigen Widerstand beim DAX bei 6.250 Punkten weiterhin als entscheidende Hürde auf dem Weg zum Jahreshoch bei 6.340 Punkten an. So lange er über 6.100 verbleibe, wahre der DAX die Chancen auf einen Sprung in die Höhe.
Unter den Einzelwerten dürften unter anderem Metro im Zentrum des Anlegerinteresses stehen. Die Quartalszahlen des Einzelhandelskonzerns liegen nach Einschätzung von Händlern insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Sowohl auf der Umsatzseite als auch beim EBIT vor Sondereffekten seien die Prognosen aber lediglich einigermaßen erreicht worden, was vor dem Hintergrund der vielfach sehr guten Zahlen anderer DAX-Unternehmen fast schon enttäuschend sei. Noch dazu sei die Aktie mit am Freitag überdurchschnittlichen Kursgewinnen in die Zahlen gegangen. Bei Lang & Schwarz werden Metro vorbörslich mit einem Minus von 2,3% gestellt.
Linde werden nach dem Unternehmensbericht für das abgelaufene Vierteljahr hingegen 1,6% fester getaxt. Vor allem auf der Ergebnisseite habe der Hersteller von Industriegasen die Prognosen recht deutlich übertroffen, sagen Händler. Die Zahlen hinterließen einen besseren Eindruck als die des französischen Wettbewerbers Air Liquide, der ebenfalls berichtet hat. Umschichtungen seien daher nicht auszuschließen.
Infineon stehen mit neuerlichen Berichten über die kurz vor dem Abschluss stehende Veräußerung der Wireless-Sparte im Fokus. "Das wurde zwar schon oft diskutiert, aber sollte es tatsächlich so kommen, wäre das sehr günstig für die Aktie", meint ein Händler. Dies gelte um so mehr, wenn es Infineon gelingen sollte, den erwünschten Verkaufspreis von 1,5 Mrd EUR zu erzielen. Bei Lang & Schwarz werden die Aktien des Halbleiterherstellers mit einem Plus von 1,5% gestellt.
DJG/jej/gei
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