• eBay: Stark steigende Gewinne (Allzeithoch möglich?)

    Montag 11.06.2012, 23:59 Uhr
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    Die eBay-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 35 Prozent zugelegt und gehört damit zu den Outperformern. Der Titel ist knapp 3 Prozent von seinem Jahreshoch entfernt und hat auch in der jüngst schwächeren Börsenphase eine anhaltend hohe relative Stärke gezeigt. Der Nasdaq Composite legte seit Jahresbeginn 9,5 Prozent zu und ist vom Jahreshoch 9 Prozent entfernt. Neben dem guten Chart scheint die eBay-Aktie fundamental günstig bewertet und damit einen Blick wert.

    Bullisches Break-Away-Gap
    Der erste Chart zeigt ein bullisches Break-Away-Gap mit einer sich anschließenden bullischen Seitwärtskonsolidierung in einem schwachen Gesamtmarkt. Das Gap entstand am 19.4. nach der Veröffentlichung der Q1-Zahlen. Das Gewinnwachstum lag gegenüber dem Vorjahr bei 20 Prozent auf 0,55 US-Dollar je Aktie und somit 7,8 Prozent über dem Wall Street-Konsens. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 3,13 Milliarden US-Dollar, was 4 Prozent über den Erwartungen lag. Der Umsatz des Online-Bezahldienstes PayPal wuchs zugleich um 32 Prozent. Das klassische Marktplatzgeschäft (Versteigerungen, Festpreisauktionen) erzielte ein Umsatzwachstum von 11 Prozent. Das Gap ist damit fundamental gut unterfüttert.

    Aktie moderat bewertet
    Für das Gesamtjahr 2012 erwartet eBay einen Gewinn von 2,30 bis 2,35 US-Dollar Dollar je Aktie und einen Umsatz von 13,8 bis 14,1 Milliarden Dollar. Bei einem Kurs um die 40,00 US-Dollar entspricht dies einem KGV von etwa 17,3. Das klassische Marktplatzgeschäft verspricht ein eher mäßiges Wachstum. Was die Aktie wert ist, hängt in erster Linie davon ab, wie der hochprofitable Bezahldienstleister PayPal weiter wachsen wird. Seit dem Jahr 1996 ist bei eBay ein Gewinn von kumuliert 13,3 Milliarden US-Dollar eingefahren worden. Amazon kam im gleichen Zeitraum nur auf zwei Milliarden US-Dollar. Wie die Grafik zur Umsatz- und Gewinnentwicklung zeigt, wächst der Konzern hochprofitabel.

    Gewinnverdopplung in fünf Jahren bei steigenden Margen
    Der Umsatz hat sich von 2006 bis 2011 in fünf Jahren fast verdoppelt. Der Gewinn ist zugleich um 180 Prozent gestiegen. Die Margen steigen im Trend an, da PayPal am Umsatz einen immer größeren Anteil gewinnt. Die Eigenkapitalrendite lag letztes Jahr bei 17 Prozent, die Umsatzrendite sogar bei 26,8 Prozent. Das Marktplatzgeschäft wuchs von 2009 bis 2011 um 25 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar. Bei den Finanzdienstleistungen stieg der Umsatz alleine im letzten Jahr um 28 Prozent auf 4,46 Milliarden US-Dollar, wobei PayPal daran einen Anteil von 38 Prozent hatte. Damit ist klar wo die Kursfantasie liegt. Der Konzern entwickelt sich immer stärker zu einem Finanzdienstleister, wobei die Bedeutung des klassischen Geschäfts über die Verkaufsplattform trotz des absoluten Wachstums relativ gesehen geringer wird.

    Fixkostendegression bei PayPal
    Bezahldienstleister wie PayPal haben wie man das von Kreditkartenfirmen kennt ein Geschäftsmodell mit einer starken Fixkostendegression. Bei steigenden Umsätzen steigen die Kosten unterproportional, was zu steigenden operativen Margen führt. Es muss nur wenig Geld in die Hand genommen werden, um ein hochprofitables Geschäft zu betreiben. Konkurrenten gibt es theoretisch jede Menge. Nahezu jeder Sportwetten-Anbieter bietet Bezahllösungen wie Moneybookers usw. an. Diese funktionieren genauso unkompliziert wie PayPal und sind zum Teil günstiger. Problematisch ist das für eBay aber nicht, da die gewährleistete Sicherheit bei PayPal aufgrund des dahinter stehenden Weltkonzerns viel größer ist. Wer PayPal von seinen eBay-Geschäften kennt, macht sich im Regelfall nicht die Mühe sich mit den Alternativen zu beschäftigen

    Vielversprechende Wachstumsaussichten
    Laut eBay werden in Deutschland Jahr 24 Prozent aller Online-Käufe über PayPal abgewickelt. Nur auf Vorkasse (42 Prozent) wird noch mehr gekauft. Laut Umfragen unter Händlern konnten 42 Prozent der Händler durch die Integration von PayPal ihren Neukundenanteil erhöhen. Weltweit werden 18 Prozent aller Online-Transaktionen über PayPal abgewickelt. PayPal wird auch zunehmend für Auslandstransaktionen genutzt. Bezahldienste wie PayPal stehen laut dem Marktforscher Juniper vor einem Boom. Durch die Tablet PCs und Smartphones soll der Bereich „mobiles Shopping“ bis 2015 auf einen globalen Umsatz von 500 Milliarden US-Dollar kommen. 2011 waren es erst 65 Milliarden US-Dollar. PayPal rechnet 2012 selber mit einem Anstieg des eigenen mobilen Zahlungsvolumens von vier auf sieben Milliarden US-Dollar. Mit einem erwarteten Plus von 75 Prozent lässt sich erahnen, welche Wachstumsfantasie dieser Bereich hat.

    Portemonnaie wird teilweise überflüssig
    Im Einzelhandel dürfte zukünftig bei höheren Beträgen immer weniger mit Bargeld bezahlt werden. Bei Discountern wie Lidl oder Penny kann beobachtet werden, dass Kunden selbst bei verhältnismäßig mickrigen Beträgen zunehmend mit der Karte bezahlen. Mit „PayPal Here“ entwickelt eBay ein Bezahlsystem, dass auch im Einzelhandel, insbesondere bei kleineren Händlern, eingesetzt werden kann. Dabei wird ein Kartenleser in den Kopfhöreranschluss des iPhones gesteckt. Der Händler kann dann dank einer „App“ den fälligen Betrag unter anderem per PayPal bezahlen lassen. PayPal Here unterstützt auch Visa, Discover, American Express und Mastercard. Die Geldbörse wird damit überflüssig. Der Bereich der Bezahllösungen im Einzelhandel ist stark umkämpft und es ist bisher nicht absehbar, welche Bezahlmöglichkeiten letztendlich das Bargeld verdrängen werden. Selbst wenn eBay hier scheitert, sollte die gute Positionierung im Bereich „mobiles Shopping“ zu weiter kräftig anziehenden Gewinnen beitragen.

    Ringen mit 2007er-Hoch
    Sollte der laufende Kursanstieg weitergehen, wären mittelfristig weitere Gewinne bis in den Widerstandsbereich von 47,85 US-Dollar (Hoch von Januar 2006) zu erwarten. Darüber entstünde dann ein weiteres Kaufsignal bis zum Allzeithoch bei knapp unter 60,00 US-Dollar aus dem Jahr 2004. Derzeit ringt der Kurs mit der 40er-US-Dollar-Marke, einem Widerstandscluster, dass aus dem Jahr 2007 resultiert. Der Bereich wurde auf Wochen- und Monatsschlusskursbasis überwunden, so dass keine Anzeichen für einen Fehlausbruch vorhanden sind. Unter 40,00 US-Dollar könnte der Kurs jedoch wieder bis 35,30 US-Dollar konsolidieren. Darunter würde der bullische Chart dann auf neutral wechseln.

    Jens Lüders

    Technischer Analyst und Redakteur bei Godmode-Trader.de

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    Name Typ Bid Ask Basispreis Knockout Hebel Spread hom.
    Turbo Bull auf eBay Call 0,79 0,81 45,00 45,00 5,22 0,20
    OE Turbo Bull auf eBay Call 0,36 0,38 50,33 50,33 11,12 0,20
    OE Turbo Bear auf eBay Put 0,73 0,75 63,44 63,44 5,64 0,20
    OE Turbo Bear auf eBay Put 0,38 0,40 58,91 58,91 10,57 0,20
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