New York (BoerseGo.de) – Die Konjunkturforscher vom Economic Cycle Research Institute (ECRI) rechnen damit, dass die US-Wirtschaft ab Mitte 2012 in die Rezession fallen wird. Die Einschätzung ist auf den ersten Blick überraschend, da die US-Notenbank für die Jahre 2012 und 2013 Wachstumsraten zwischen 2,0 und 3,0 Prozent erwartet.

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Viele Großbanken haben zwar jüngst ihre Wachstumsschätzungen für die US-Wirtschaft gesenkt, erwarten aber dennoch positive Wachstumsraten. So rechnen die Analysten von Goldman Sachs im zweiten Quartal mit 1,6 Prozent wie auch die Experten von Morgan Stanley mit 1,8 Prozent mit positiven Wachstumsbeiträgen.

Das Economic Cycle Research Institute beruft sich bei seiner Einschätzung zum einen auf den eigenen Konjunkturindex ECRI Weekly und hat zudem herausgefunden, dass vier der letzten sechs US-Rezessionen in einem Quartal begannen als das Wachstum noch positiv war. Dies liegt daran, dass die Wirtschaft kurz vor dem Beginn des Abwärtstrends meist noch ein zyklisches Wachstumshoch aufweist. Demnach zeigten die Quartale, in denen eine Rezession begann, in den letzten 94 Jahren in 72 Prozent der Fälle noch ein positives Wachstum an.

So gab es im ersten Quartal der großen Rezession von 2007 bis 2009 noch ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent, während die schweren Rezessionen 1973 bis 1975 und 1981 bis 1982 in den Quartalen, in denen sie begannen, noch ein Wachstum von 3,9 und 4,9 Prozent anzeigten. Zudem gebe es oft Abwärtsrevisionen. Im ersten Quartal 2011 schrumpfte die Wirtschaft um 1,3 Prozent, was jedoch erst Mitte 2002 bekannt wurde. Ursprünglich war ein Wachstumswert von 2,0 Prozent gemeldet worden.

Das Beschäftigungswachstum in den USA sei derzeit sehr schwach, was auch für die Lohnentwicklung gelte. In den letzten Monaten sei die Einkommensentwicklung schwächer ausgefallen als vor dem Beginn der letzten zehn Rezessionen in den USA. Dies spreche für einen schwachen Konsum und sei ein Hinweis auf einen möglichen Abschwung.