Der ungarische Forint hat sich die letzten Tage deutlich erholt, nachdem der ungarische Regierungschef Viktor Orban im Streit über Verstöße seines Landes gegen geltendes EU-Recht einen Schritt auf die EU-Kommission zugegangen ist. Seit dem Allzeittief am 5. Januar hat der Forint gegenüber dem Euro wieder um gut 5 Prozent zulegen können.

Anzeige

Ungarns Regierungschef Viktor Orban kündigte gestern bei einer Rede im Europäischen Parlament in Straßburg an, dass er die Probleme mit der EU schnell lösen wolle. „Die Probleme können leicht und rasch gelöst werden", so der Wortlaut.

Am Dienstag hat die EU-Kommission drei Verfahren wegen EU-Vertragsverletzungen wegen der Gesetze zur Zentralbank, zur Pensionierung von Richtern und zum Datenschutz gegen Ungarn eingeleitet. EU-Kommissionspräsident Barroso forderte Ungarn zur Anerkennung der europäischen Grundwerte wie Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit auf.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) solange keine Gespräche über Kredithilfen an Ungarn führen wird, bis die Vorwürfe der Vertragsverletzungen aus dem Weg geräumt sind.

EUR/HUF notiert bei 303,26. Das Allzeithoch bei 323,31 vom 5. Januar stellt den nächsten großen Widerstand. Unterstützung liegt im 300er Bereich, wo sich im Dezember 2011 ein Mehrfach-Boden gebildet hat.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.