EUR/HUF notiert bei 310,92. Das nächste Kursziel an der Oberseite liegt im Bereich des Jahreshochs bei 317,21 bis 317,65, wo sich im November ein Doppeltopp gebildet hat. Obwohl der Euro zuletzt aufgrund der europäischen Schuldenkrise zur Schwäche neigte, konnte die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Forint alleine seit Juli 2011 um rund 16 Prozent zulegen, was auf eine ungarische Staatsführung zurückzuführen ist, deren Verständnis für Marktwirtschaft nur gering ausgeprägt ist.

Anzeige

Heute wurde bekräftigt, dass Notenbankgesetz ändern zu wollen. Da die regierende Fidesz-Partei eine Zweidrittel-Mehrheit im Parlament hat, dürfte heute noch eine Beschlussfassung erfolgen, die dem Notenbankchef einen Regierungsvertreter als zweiten Vizechef zur Seite stellen wird, der dann die Befugnisse der Zentralbank beschneiden wird. Die ungarische Regierung hatte zuletzt versucht, eine Zinsanhebung der Zentralbank zu unterbinden.

Einen schlechten Eindruck hat die Regierung auch durch Versuche, die Meinungsfreiheit zu beschneiden, hinterlassen. So erklärte das ungarische Verfassungsgericht ein Mediengesetz für verfassungswidrig, welches Journalisten in ihrer Arbeitsfreihet erheblich eingeschränkt hätte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Gespräche über Kredithilfen für Ungarn aufgrund des geplanten Notenbankgesetzes, welches die Unabhängigkeit der Zentralbank gefährdet, abgebrochen. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s haben die Staatsanleihen des Landes mit dem Status „Ramsch“ eingestuft, weshalb das Land wie schon im Jahr 2008 um Kreditmittel des IWF gebeten hatte.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.