Wochenende, 16./17. Juni:

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Großbritannien kritisiert Krisenmanagement der Euro-Länder bei Staatsschuldenkrise. "Es ist ziemlich klar, dass die Euro-Zone nicht in der Lage gewesen ist, dieses Problem zu lösen - und es wird schlimmer", so der britische Finanzminister George Osborne.

Griechenland: Bundeskanzlerin Merkel lehnt jegliche Änderung am Sparpaket ab und fordert von Athen ein klares Bekenntnis zu den getroffenen Vereinbarungen. "Es kann nicht sein, dass diejenigen, die sich nicht an Abmachungen hielten, jeden anderen am Nasenring durch die Manege führen", so Merkel.

Italien: 200.000 Menschen demonstrieren in Rom gegen Sparpolitik der Regierung. Ministerpräsidenten Monti warnte unterdessen: "Wir waren schon vom Abgrund zurückgetreten. Das Loch wird aber größer und droht uns zu verschlingen. Wir stecken wieder in einer Krise."

Bayerns Ministerpräsident Seehofer fordert Volksabstimmung vor Freigabe zusätzlicher Steuergelder für Euro-Rettung. "Wenn sich der Rahmen für die finanziellen Zusagen Deutschlands erweitert, sollten wir die Menschen in unserem Land nach ihrer Meinung fragen", so Seehofer.

Medien: Frankreich fordert von der EU ein Paket im Volumen von 120 Milliarden Euro zur Ankurbelung der Wirtschaft. Finanziert werden soll der Plan durch den EU-Strukturfonds und die Europäische Investitionsbank.

Medien: Finanztransaktionssteuer soll erst ab 2015 Einnahmen bringen, so ein Entwurf aus dem Bundesfinanzministerium. Installation des Erfassungssystems nimmt 3 Jahre in Anspruch.

Griechenland-Wahl: Die konservative Partei Nea Dimokratia wird mit 29,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Das Linksbündnis Syriza kommt auf 26,9 Prozent und die sozialistische Pasok auf 12,3 Prozent.

Griechenland: Nea Dimokratia (ND) will in Verhandlungen mit den Geldgebern erreichen, dass das Sparpaket gelockert wird. Die Geldgeber signalisierten noch am Wahlabend, dass sie bereit sind, über zeitlichen Aufschub zu reden.

Kapitalflucht in Spanien verstärkt sich. Im Mai verringerten sich die Einlagen bei den spanischen Banken um 66,2 Milliarden Euro. Die Nettoforderungen der spanischen Zentralbank bei den heimischen Banken stieg unterdessen auf 287,8 Milliarden Euro (April: 263,5 Milliarden Euro).

Bloomberg verklagt die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof auf Herausgabe der Dokumente über die gefälschten Defizit-Zahlen Griechenlands. Die EZB weigert sich, weil dies die "die negative Wahrnehmung der griechischen Fähigkeit, seine Schulden zurückzuzahlen, befeuern würde".

Spanien: Staatsverschuldung steigt im ersten Quartal um 39,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorquartal auf 774,5 Milliarden Euro oder 72,1 Prozent des BIP.

Montag, 18. Juni:

Finanzstaatssekretär Kampeter: Troika muss die Lage in Griechenland nun prüfen, Hilfen darf es nur bei Reformen geben.

Nach Informationen der "Welt" sollen die bis zu 100 Milliarden Euro für die spanischen Banken aus dem EFSF gezahlt und nicht auf den ESM angerechnet werden. Damit würde sich die Gesamtkapazität beider Instrumente auf 800 Milliarden Euro erhöhen.

EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski: Die EU-Kommission wird Griechenland nicht weiter entgegenkommen, wenn Athen die Sparauflagen nicht einhält.

Medien: Mehrere Mitglieder der EZB plädierten am Wochenende für die Schaffung einer Bankenunion.

Commerzbank- Analyst Ralph Solveen: Das Drama in Griechenland ist noch lange nicht beendet. Es bleibe abzuwarten, ob die Regierung nach den Neuverhandlungen mit den internationalen Geldgebern in der Lage oder gewillt ist, die dann abgemilderten Auflagen einzuhalten.

Bundesaußenminister Westerwelle: Troika muss die Lage in Griechenland so schnell wie möglich prüfen. Entscheidung ist Grundlage für den weiteren Fahrplan bei den Reformen.

Bundesaußenminister Westerwelle signalisiert Bereitschaft, den Griechen mehr Zeit bei den Reformen zu geben. Inhalt des Reformpakets aber nicht verhandelbar. Merkel erwiderte, sie spreche jetzt "ausdrücklich nicht über ein neues Griechenland-Paket". Wichtig sei, dass die neue Regierung die Verpflichtungen auch einhalte.

Vertreter von EU und EZB arbeiten laut "Spiegel" an "Eurobills". Diese gemeinsamen Anleihen mit nur kurzer Laufzeit und begrenzter Summe sind eine Art Light-Version von Eurobonds. Bundesfinanzministerium lehnt Eurobills ab.

Citigroup schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen "Grexit" in den kommenden 12 bis 18 Monaten weiterhin auf 50-75 Prozent ein.

Anteil der faulen Kredite spanischer Banken steigt im April auf 8,72 Prozent von 8,37 Prozent im März, was einem Volumen von 152,7 Milliarden Euro entspricht.

Rendite für 10-jährige spanische Staatsanleihen steigt auf ein Rekordniveau von 7,1 Prozent.

Bundesbank spricht sich klar gegen das Konzept eines Schuldentilgungsfonds aus. Der Schuldentilgungsfonds stelle eine umfassende Einführung gemeinschaftlicher Verschuldung ohne eine ausreichende Abgabe nationaler Souveränitätsrechte dar, heißt es im Monatsbericht.

Die Deutsche Bank geht davon aus, dass der Bailout Spaniens scheitern wird, wenn die 100 Milliarden Euro für die Banken des Landes über den ESM finanziert werden. Grund sei die sogenannte Subordinations-Klausel, mit der ESM-Kredite bevorzugten Gläubigerstatus haben. Private Investoren würden sich in diesem Fall weiter zurückziehen.

Marktgerücht: Troika erwägt eine Verlängerung des Zeitplans für die Rückzahlung der irischen Hilfen von 15 auf 30 Jahre.

EZB-Ratsmitglied Asmussen: Verschieben der griechischen Haushaltsziele würde weiteren Finanzierungsbedarf nach sich ziehen.

Fitch: Unmittelbares Risiko für eine Herabstufung der Euroländer nach Griechenland-Wahl beseitigt. Risiko eines Euro-Austritts mit der Wahl gesunken.

Bundeskanzlerin Merkel: Werden eine Aufweichung der Bedingungen für Griechenland nach der Wahl nicht akzeptieren.

S&P: Die Wahrscheinlichkeit für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist langfristig weiterhin bei 1:3. Ausgang der Wahl hat keine Auswirkung auf Rating.

Thomas Wieser, Leiter der Euro-working-Group: Griechenland wird bis zum nächsten Bericht der Troika keine weiteren Hilfszahlungen erhalten.

Italienischer Premier Monti: Dass der permanenten Rettungsfonds ESM noch im Juli unterzeichnet wird und starten kann ist angesichts der aktuellen Zeitpläne unwahrscheinlich.

Geldabflüsse bei den griechischen Banken haben sich nach der Wahl verlangsamt.

Parlamentskreise: Griechische Parteien können sich darauf einigen, bereits morgen eine Koalitionsregierung zu bilden.

Parlamentskreise: Griechenland ist bereit für den nächsten Besuch der Troika. Privatisierungsprogramme sollen beschleunigt werden.

Dienstag, 19. Juni:

Griechenland: Regierung soll bis zum Abend stehen. Pasok erklärt sich grundsätzlich zur Regierungsbildung mit Nea Dimokratia bereit. Die beiden Parteien bemühen sich aber auch, die 17 Abgeordneten der gemäßigten demokratischen Linkspartei ins Boot zu holen. Syriza lehnt eine Zusammenarbeit ab.

Laut "Wall Street Journal" arbeiten Nea Dimokratia und Pasok an einem Bittschreiben an die Eurozone, um eine Lockerung der Sparauflagen und eine Fristverlängerung zur Erreichung der Sparziele zu erreichen. Dem Vernehmen nach würde dies die Rettung des Landes um 16 Milliarden Euro verteuern.

Griechenland: Investor Jim Rogers spricht sich im "Handelsblatt" für eine radikale Lösung aus: "Länder, die pleite sind, muss man auch bankrottgehen lassen".

Laut FTD mehren sich die Zweifel der Investoren an der finanziellen Leistungsfähigkeit Deutschlands. Ein Beleg seien die deutlich steigenden Preise für die Absicherung deutscher Schulden gegen einen Zahlungsausfall.

BGA-Präsident Börner:Italien riskiert das nächste Euroland zu werden, das internationale Hilfen benötigt, außer Rom treibt die Reform der Wirtschaft mit Nachdruck voran.

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat die Bundesregierung den Bundestag bei den Verhandlungen über den ESM nicht ausreichend informiert. Die Entscheidung hat aber keine direkten Auswirkungen auf die Beschlüsse zur Euro-Rettung +++ Koalitionskreise: Urteil hat keinen Einfluss auf die Ratifizierung von ESM-Vertrag und Fiskalpakt.

Griechenland: Die gemäßigte Partei Demokratische Linke (Dimar) signalisiert Bereitschaft, an einer Koalitionsregierung teilzunehmen.

Rendite für 10-jährige spanische Staatsanleihen steigt auf ein Rekordniveau von 7,3 Prozent.

Spanien platziert 12-monatige Anleihe im Volumen von 2,4 Milliarden Euro. Durchschnittsrendite mit 5,074 Prozent deutlich höher als zuletzt mit 2,985 Prozent. Auktion 2,2-fach überzeichnet. Die Rendite für eine 18-monatige Anleihe im Volumen von 0,64 Milliarden Euro steigt auf 5,107 Prozent (zuletzt: 3,302 Prozent).

Griechenland: Streit in der Bundesregierung über den weiteren Kurs. Einige Abgeordnete sprechen sich dafür aus, dem Land mehr Zeit für die Umsetzung der Reformen einzuräumen, andere lehnen dies ab.

Nach der Bildung einer Regierung strebt Griechenland offenbar einen Aufschub der vereinbarten Sparauflagen um mindestens 2 Jahre an.

Einigung in Griechenland droht sich zu verzögern. Es gebe noch ungeklärte Fragen in Bezug auf das Rettungspaket, sagte der Chef der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, laut Reuters. Bis zum Ende der Woche dürfte die Regierung in Athen aber stehen.

S&P-Analyst Kraemer: Künftige Abstufung der spanischen Kreditwürdigkeit nicht unvermeidbar. Risiken aber nach wie vor abwärtsgerichtet +++ Die Möglichkeit, dass Spanien um Hilfen bittet, ist im aktuellen Kreditrating berücksichtigt.

Eurogruppenchef Juncker: Die griechischen Sparauflagen können nicht in den Grundzügen verändert werden, aber man kann über einen größeren Zeitrahmen sprechen.

Chef-Anlagestratege (CIO) der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltungssparte DB Advisors: "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario."

Marktgerücht: Der spanische Staat benötigt weitere Finanzhilfen.

Laut dem Guardian steht Deutschland kurz davor, dem EFSF bzw dem ESM das Recht einzuräumen, direkt Anleihen von krisengeschüttelten Staaten aufkaufen zu können, um deren Kreditkosten zu senken.

Der Kapitalabfluss bei griechischen Banken scheint vorerst gestoppt. Laut der Zeitung Ekathimerini haben die Banken innerhalb der letzten zwei Tage nach der Wahl sogar leichte Zuflüsse in Höhe von 100-200 Millionen Euro zu verzeichnen.

Italien wünscht sich einen halbautomatischen Rettungsmechanismus, der greifen soll, wenn die Unterschiede zwischen den Zinssätzen der Euro-Staaten zu groß werden. EZB und ESM sollen in diesen Fällen eingreifen.

Mittwoch, 21. Juni:

Finnland lehnt Erleichterungen bei den Reform- und Sparauflagen für Griechenland ab. "Was vereinbart ist, muss eingehalten werden", sagte Finanzministerin Jutta Urpilainen der "Rheinischen Post".

Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande will sich weiterhin für eine Vergemeinschaftung der Schulden in Europa einsetzen. Er fordert die Gründung eines Schuldentilgungsfonds und mittelfristig die Einführung von Euro-Bonds.

Laut FAZ will die italienische Regierung, dass die Euro-Krisenfonds EFSF und ESM künftig Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen. Hollande unterstütze die Idee.

ekathimerini: Im Zuge des Wahlausgangs erhält Griechenland wahrscheinlich die zurückbehaltene 1 Milliarden Euro aus der Mai-Tranche aus dem zweiten Hilfspaket.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle betont im ARD-Morgenmagazin, dass man beim Zeitplan für die griechischen Sparvorgaben über Veränderungen verhandeln könne. Dabei werde jedoch nur über Monate geredet, nicht über Jahre wie von den Griechen erhofft.

Pimco-Portfoliomanager Andrew Bosomworth: Die EZB wird den Kauf von Staatsanleihen wieder aufnehmen müssen.

Bundesbank-Präsident Weidmann: Entscheidend für weitere Hilfen an Griechenland ist, ob das Reformprogramm umgesetzt wird. Daran hat sich auch nach der Wahl nichts geändert.

Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Schäuble wird Europa schon bald eine gemeinsame Finanzpolitik bekommen. Es werde schneller gehen, "als das noch vor Kurzem vorstellbar gewesen wäre", sagte er in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

HWWI-Direktor Thomas Straubhaar: Die Schuldenberge können nur abgetragen werden, in dem sie real entwertet werden. Das gehe durch Umschuldung oder Inflation, sagte er in einem Interview mit "Börse Online".

Sprecher des Bundesfinanzministeriums: In Europa herrscht Konsens darüber, dass an der Umsetzung des vereinbarten Hilfsprogramms für Griechenland festgehalten wird +++ Bundesregierung bezeichnet Meldungen über einen Aufschub der griechischen Reformen als "pure Spekulation".

Frankreichs neuer Premierministers Ayrault: Gemeinsame Schulden im Euroraum noch Jahre entfernt. "Eine Vergemeinschaftung von Schulden verlangt notwendigerweise eine stärkere politische Integration, und die wird mit Sicherheit mehrere Jahre in Anspruch nehmen", sagte er der "Zeit".

BVR-Chef Fröhlich befürchtet, dass Griechenland auf Dauer nicht im Euro zu halten ist.

EU-Kommission: Es gibt keine Pläne, die Rettungsfonds für den Kauf von Staatsanleihen einzusetzen, um die Situation an den Rentenmärkten zu entspannen.

ING geht davon aus, dass Spanien ein Rettungspaket brauchen wird. Zusätzlich zu den bereits zugesagten 100 Milliarden Euro für die Banken könnte dann nochmal eine Summe von rund 250 Milliarden Euro dazukommen.

Griechenland: Parteienvertreter einigen sich auf eine Koalition. An der Regierungskoalition unter Führung der konservativen Partei Nea Demokratia, nehmen die sozialistische Pasok und die Demokratische Linke teil +++ Samaras als Ministerpräsident vereidigt.

Medienberichten zufolge gerät Deutschland zunehmend ins Visier von Hedgefonds. Seit Anfang des Monats ist die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen von 1,13 Prozent auf 1,53 Prozent gestiegen +++ Hedgefonds erwarten eine Verdoppelung.

Reuters-Umfrage: 16 von 19 befragten Ökonomen gehen davon aus, dass Griechenland in der Eurozone bleibt. 12 von 17 befragten Ökonomen glauben, dass Spanien keine Staatshilfen benötigen wird.

Spaniens Außenminister fordert eine Intervention am Sekundärmarkt für Anleihen +++ Bundeskanzlerin Merkel: Anleihekäufe am Sekundärmarkt durch EFSF und ESM wären theoretisch möglich, stehen derzeit aber nicht zur Debatte +++ Der finnische Ministerpräsident lehnt direkte Anleihekäufe durch ESM und EFSF ab.

Niederländischer Ministerpräsident: Werden andere Länder nicht weiter unterstützen, wenn diese sich nicht an die Vereinbarungen halten.

Laut Gary Cohn, COO von Goldman Sachs, besteht das wirkliche Problem in Europa nicht darin, wie man mehr Kapital ins System pumpen - sondern wie man die schwächeren Länder ohne eine Abwertung der Währung wieder zum Wachsen bringen kann.

Laut "WSJ" arbeitet die EU fieberhaft an einer neuen Struktur für den Banken-Bailout in Spanien. Es soll nun doch keine Bevorzugung der EU und EZB als Gläubiger geben. Der privilegierte Gläubigerstatus hätte voraussichtlich dazu geführt, dass sich Investoren massiv aus allen europäischen Staatsanleihen zurückzuziehen.

Donnerstag, 21. Juni:

Norbert Barthle, haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, hält für Zugeständnisse beim Zeitplan des Griechenland-Pakets für möglich. "Denkbar ist, dass man die Kreditlaufzeiten verändert oder die Zinskonditionen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" +++ SPD-Fraktionschef Steinmeier spricht sich im "Handelsblatt" ebenfalls für einen Zahlungsaufschub aus.

HVB-Chef Theodor Weimer hält einen Euro-Austritt Griechenlands für fatal. Deutschland und seine Partner sollten dies mit allen Mitteln verhindern, sagte er der "SZ".

Frankfurter Rundschau: Die Linkspartei will die Ratifizierung des EU-Fiskalpakts mit Eilanträgen vor dem Bundesverfassungsgericht stoppen, sobald Bundestag und Bundesrat den Fiskalpakt und den Euro-Rettungsschirm ESM am 29. Juni verabschiedet haben.

FTD: EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré fordert Spanien und Italien indirekt auf, beim Rettungsfonds EFSF den Kauf von Anleihen auf dem Sekundärmarkt zu beantragen.

Österreichische Finanzministerin: Griechenlands Ziel zur Reduzierung der Staatsschulden auf 120 Prozent vom BIP muss vermutlich angepasst werden.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) schließt die Einführung eines Schuldentilgungsfonds aus. Ein solcher Fonds sei "aus rechtlichen Gründen nicht" zu machen, "aber es ist auch nicht in Ordnung, dass man eine Vergemeinschaftung von Schulden macht, das ist keine gute Botschaft", sagte er im ARD-Morgenmagazin.

Hedge-Fonds-Manager John Taylor geht davon aus, dass sich die Eurokrise in der zweiten Jahreshälfte deutlich verschärfen wird. "Zwischen Juli und September wird es fürchterlich, sowohl an den Aktienmärkten wie für den Euro", sagte er zu "Börse-Online".

Rendite für 10-jährige spanische Staatsanleihen sinkt um 6 Basispunkte auf 6,60 Prozent +++ Gipfelhoffnung beflügelt +++EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré spricht sich für Anleihekäufe durch EFSF aus.

Spanien sammelt am Kapitalmarkt über drei Anleihen mit Laufzeiten von 2, 3 und 5 Jahren insgesamt 2,22 Milliarden Euro ein und erreicht damit das Ziel von 2 Milliarden Euro. Bei einer hohen Nachfrage muss Madrid aber deutlich höhere Zinsen in Kauf nehmen. Die Rendite der 5-jährigen Papiere stieg von 4,96 Prozent auf 6,07 Prozent.

Schwarz-gelbe Regierungskoalition, SPD und Grüne einigen sich bei den Verhandlungen um den europäischen Fiskalpakt. Bundesregierung und Bundesländer müssen sich noch gesondert einigen. Abstimmung im Bundestag wie geplant am 29. Juni.

Regierung und Opposition einigen sich auf eine größere Ausleihkapazität der Europäischen Investitionsbank (EIB). Strukturfonds sollen für mehr Wachstum eingesetzt werden.

Unionsfraktionschef Volker Kauder: Es wird keine Schulden-Vergemeinschaftung in Europa geben.

Marktgerücht: EZB kauft derzeit italienische und spanische Staatsanleihen.

FTD: Der italienische Ministerpräsident Mario Monti spricht sich für weitere EZB-Anleihekäufe auf dem Sekundärmarkt aus. EFSF und ESM sollen die EZB nur vor einem Teil der möglichen Verluste schützen, selbst aber keine Anleihen erwerben.

Griechenland: Regierungskoalition einigt sich darauf, eine zweijährige Verlängerung der Sparziele bis 2016 anzustreben, so ein Sprecher der Demokratischen Linken. Arbeitslosenhilfen sollen wieder ausgeweitet und die Stellenstreichungen im öffentlichen Sektor begrenzt werden.

Schäuble: EFSF-Vertrag ermöglicht Kauf von Anleihen am Sekundärmarkt. Als Bedingungen nannte der Finanzminister, dass das entsprechende Land einen Antrag stellen müsse und ein dann ein Anpassungsprogramm aufgelegt wird.

Dokument der griechischen Regierung: Bedingungen für Rettung sollen verbessert werden ohne die Euro-Mitgliedschaft zu riskieren

Der EZB-Rat beschließt eine weitreichende Lockerung der Anforderungen an Sicherheiten für Zentralbank-Kredite +++ Die Mindestanforderung beim Rating soll von bislang A- auf BBB- (eine Stufe über Ramschniveau) gesenkt werden. Dadurch soll es den spanischen Banken ermöglicht werden MBS (verbriefte Hypothekenkredite) in viel größerem Umfang als bisher bei der EZB zu hinterlegen.

S&P: Die 100 Milliarden Euro an Hilfen für spanische Banken decken alle Eventualitäten in den Jahren 2012 und 2013 ab, es besteht jedoch noch eine Unsicherheit über die genauen Details des Rettungspakets.

Unabhängige Prüfer: Spanische Banken benötigen 51 bis 62 Milliarden Euro an Kapital.

Italien: Laut dem Finanzministerium verfehlt das Land sein Defizitziel für 2012 um 4 Milliarden Euro.

Spanien: Roland Berger prognostiziert für 14 Banken einen Abschreibungsbedarf von insgesamt rund 119 Milliarden Euro bis 2015. In einem Stress-Szenario könnten sogar rund 170 Milliarden Euro an Abschreibungen für die spanischen Banken anfallen.

Der ESM kann nicht wie geplant zum 1. Juli in Kraft treten. Das Bundesverfassungsgericht hat Bundespräsident Joachim Gauck darum gebeten, mit seiner Unterschrift zu warten, um dem Gericht ausreichend Zeit zur Prüfung angekündigter bzw. bereits vorliegender Klagen und Verfassungsbeschwerden zu geben. Gauck will dieser Bitte nachkommen.

Finnland fordert Anteilsscheine an spanischen Banken im Gegenzug für eine Beteiligung an einem Bailout. Das Land sperrt sich auch gegen eine Aufweichung der Rettungs-Konditionen für Griechenland.

Die Eurogruppe hat beschlossen, den EFSF für einen Bailout des spanischen Bankensektors zu nutzen. Die Kredite sollen später vom ESM abgelöst werden.

Die Bundesbank erteilt dem Plan des italienischen Premiers Monti zu EZB-Anleihekäufen im Auftrag von EFSF bzw. ESM eine Absage. Entsprechende Forderungen würden eine monetäre Staatsfinanzierung und den Bruch von EU-Verträgen bedeuten.

Eurogruppen-Chef Juncker: Werden nach dem Troika-Besuch in Griechenland am Montag über Änderungen am Rettungsprogramm diskutieren.

IWF-Chefin Lagarde: Die EU benötigt eine komplette Wirtschaftsunion sowie eine Bankenunion um den Stress am Rentenmarkt und bei den Banken zu mildern.

IWF-Chefin Lagarde fordert eine direkte Banken-Rekapitalisierung durch die Rettungsfonds EFSF und ESM.

Freitag, 22. Juni:

Moody's stuft insgesamt 15 große Banken ab: Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse und mehrere US-Institute betroffen. Credit Suisse um drei Noten von "Aa1" auf "A1", Deutsche Bank um zwei Stufen von "Aa3" auf "A2" abgestuft.

Nach Ansicht des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti müssen einige Euro-Länder mit "eskalierenden Spekulationsangriffen" rechnen, sollte beim EU-Gipfel kommende Woche keine dauerhafte Lösung für die EU-Schuldenkrise gefunden werden (Guardian).

Nach Informationen von "Welt Online" haben sich die 27 Mitgliedsländer der EU auf einen Einstieg in eine Bankenunion geeinigt. Demnach wollen die Staats- und Regierungschefs Ende kommender Woche beschließen, dass die EZB künftig die Aufsicht über Europas Banken übernehmen soll.

Die Troika wird voraussichtlich schon am Montag nach Athen reisen, um den Fortschritt des vereinbarten Reformprogramms zu prüfen.

Streit im EZB-Rat wegen Bankenhilfen für Spanien. Der Beschluss, die Qualitätsanforderungen der Sicherheiten für EZB-Geld zu senken, sei nicht einstimmig gefallen, berichtet die FTD.

EFSF-Chef Klaus Regling geht davon aus, dass der ESM am 9. Juli in Kraft treten kann.

ifo-Präsident Hans-Werner Sinn fordert den zeitlichen Euro-Ausschluss für wirtschaftlich schwache Staaten: "Man muss akzeptieren, dass die Länder am Rand des Euroraumes, die überhaupt nicht wettbewerbsfähig sind und es auch in absehbarer Zeit nicht werden können, den Euro temporär verlassen müssten", sagte er in der Phoenix-Sendung "Im Dialog".

Mario Monti bekräftigt, dass Italien auch künftig keine Gelder aus den europäischen Rettungsfonds benötigen wird. "Und wenn es um Hilfe bitten müsste, dann hieße das, dass ein Fehler im System liegt", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

SPD-Fraktionschef Steinmeier ist davon überzeugt, dass das Bundesverfassungsgericht den Fiskalpakt nicht kippen wird. Fiskalpakt und ESM werden aber nicht vor Mitte Juli in Kraft treten können. Das Bundesverfassungsgericht benötige für die Prüfung zwei bis drei Wochen, sagte er im Deutschlandfunk.

Um die wechselseitige negative Rückkopplung zwischen Banken und Staaten zu brechen, fordert IWF-Chefin Lagarde einen Mechanismus, mit dem schwache Banken direkt gestützt werden können.

Spaniens Wirtschaftsminister: Offizieller Antrag für Bankenhilfe wird am Montag gestellt. Sie soll über 15 Jahre mit einem Zinssatz von 3 bis 4 Prozent laufen.

S&P: Die Verzögerung beim ESM hat keine Auswirkung auf die Kreditratings von Ländern der Eurozone.

Fitch kritisiert die Ergebnisse der Prüfungen des spanischen Bankensektors durch die Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Roland Berger und zweifelt die Ergebnisse an.

Schäuble: Wenn die beiden Rettungsschirme EFSF und ESM gleichzeitig aufgespannt sind, wird Spanien die Mittel bevorzugt über den ESM erhalten.

Die Rendite für zehnjährige portugiesische Staatsanleihen ist erstmals seit Mai 2010 unter die Marke von 9 Prozent gefallen und auf 8,984 Prozent gesunken. Ende Januar 2012 hatte sie noch bei 15,8 Prozent gelegen. Zudem gingen auch die Preise für Kreditausfallversicherungen auf portugiesische Staatsanleihen deutlich zurück.

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