Frankfurt/ London (BoerseGo.de) – EZB-Präsident Mario Draghi hat am Donnerstag versichert, dass die Europäische Zentralbank in der Krise entschlossen handeln und sich stärker engagieren werde. Draghi sagte auf einer Konferenz in London: „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten“. Der Notenbanker betonte: „Und glauben Sie mir, das wird reichen.“ Damit signalisierte der EZB-Präsident, dass die südeuropäischen Krisenstaaten auf weitere Unterstützung hoffen dürften. Man sei auf einem guten Weg hin zu einer Bankenunion, sagte Draghi. Doch die Märkte unterschätzten die Fortschritte in der Eurozone. Der Notenbankchef monierte, dass der Transmissionskanal für die Wirkung der Geldpolitik durch das hohe Zinsniveau bei den Staatsanleihen der Krisenländer gestört sei. Und das falle in den Aufgabenbereich der EZB.

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Der mögliche Subtext, zu dem die Börsen am Vortag jubelten: Die EZB kauft wieder Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien auf und drückt damit die extrem hohen Zinskosten. Experten sehen die EZB nach den Aussagen Draghis in der Pflicht zu handeln. „Wir sind schon länger der Meinung, dass die EZB die einzige Institution in Europa ist, welche Italien und Spanien wirklich helfen kann, sollten diese Länder von den Märkten abgeschnitten werden. Die Rettungsschirme sind zu klein und Eurobonds nicht in naher Zukunft realisierbar“, sagte Dirk Schumacher von Goldman Sachs.

Der Euro-Chef-Ökonom der japanischen Bank Mizuho, Riccardo Barbieri Hermitte, erklärte, was die EZB nun konkret tun kann. Einmal könnte die Ausdehnung des Securities Markets Program (SMP) erfolgen. Bei dieser Operation kauft die EZB Anleihen der Krisenstaaten und verkauft Deutsche Staatsanleihen, ohne so die Bilanz auszudehnen. So werden die Risikoaufschläge beispielsweise spanischer Anleihen reduziert. Darüber hinaus könnte die Notenbank eine neue „Long Term Refinancing Operation“ (LTRO) starten. Im Laufe dieser 3-jährigen Refinanzierungsgeschäfte hinterlegen Banken kürzer laufende Anleihen als Sicherheiten für Bargeld bei der EZB. Das Volumen der ersten beiden Tranchen am Anfang des Jahren hatte bereits 1 Billion Euro aufgewiesen.

Die Aktien und der Euro drehten nach den Signalen Draghis am Donnerstag auf. Sowohl der italienische und spanische Aktienmarkt schlossen über 5 Prozent im Plus, der Eurostoxx gewann 3,9 Prozent und der Euro legte 1,36 Cents auf 1,23 US-Dollar zu.

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