Frankfurt (BoerseGo.de) - Im EZB-Rat ist nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein Streit darüber entbrannt, ob Griechenland weiter als zahlungsfähig gelten kann, falls es nach der Neuwahl am Sonntag zu einem Ansturm auf die Banken kommt. Sollte keine stabile Regierung gebildet werden oder sollten sich die Gegner der Sparverpflichtungen durchsetzen, könnte ein Ansturm auf die Banken nur durch weitere Kredite der griechischen Notenbank und damit des Euro-Systems ausgeglichen werden. Die Bundesbank wolle Griechenland in einem solchen Fall vom Zahlungsverkehrssystem Target 2 abschneiden, berichtet die FAZ. Damit würden weitere Notkredite an die griechischen Banken verhindert und Griechenland wäre faktisch aus dem Euro ausgeschlossen.

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Die Bundesbank betrachte den griechischen Staat und die Banken des Landes als nicht mehr zahlungsfähig, sollte es nach einem ungünstigen Wahlausgang zu einem Run auf die Banken kommen. Deshalb dürften in einem solchen Fall keine neuen Kredite mehr an die Banken des Landes vergeben werden, argumentiert die Bundesbank. Der mögliche Ausschluss Griechenlands vom Zahlungsverkehrssystem Target 2 sei innerhalb der EZB umstritten, aber die Bundesbank erhalte größere Unterstützung als es bei anderen Fragen in den vergangenen Monaten der Fall gewesen sei, schreibt die FAZ unter Berufung auf Notenbankkreise.

Bereits in den vergangenen Tagen sind die Abhebungen der griechischen Sparer stark gestiegen. Medienberichten zufolge wurden täglich rund 500 bis 800 Millionen Euro von den Konten abgehoben. Bundesbankchef Jens Weidmann drohte auch in verschiedenen Medien damit, dass die Geldversorgung Griechenlands unterbrochen würde, sollte das Land seine Zusagen nicht einhalten. "Und das wiederum könnte Rückwirkungen auf die Möglichkeit eines Verbleibs in der Euro-Zone haben", sagte Weidmann der italienischen Zeitung "Corriere della Sera".