New York (BoerseGo.de) - Man kann fast einen Hauch von Verzweiflung in dem letzten Kundenbrief von David Kostin, dem Chef-Aktienstrategen bei Goldman Sachs verspüren, wenn er die Kunden dazu auffordert, ihr Geld aus Aktien abzuziehen, ehe sie die "fiskalische Klippe" hinunterfallen. Der Experte verteidigt vehement sein Jahresendziel von 1.250 Punkten für den S&P 500, obwohl sich zuletzt ein Anstieg auf über 1.400 Punkte gezeigt hat. Kostin sieht die Gefahr eines Rückschlages von 12 Prozent, da er glaubt, dass der Kongress nicht in der Lage sein werde, die "fiskalische Klippe" vor der Wahl und möglicherweise nicht einmal vor dem Jahresende in den Griff zu bekommen. "Die politischen Realitäten und die Erfahrungen des letzten Jahres legen nahe, dass ein Versagen des Kongresses bei der Beherrschung der "fiskalischen Klippe" wahrscheinlicher ist als die von den meisten Investoren geäußerte Erwartung. Bei der sogenannten "fiskalischen Klippe" handelt es sich um ein Auslaufen von Steuervergünstigungen zum Jahresende bei Gehalt, Kapitalgewinnen und Dividendenbesteuerung. Außerdem hat es zu tun mit der zwangsweise Kürzung von Ausgaben, welche ein Resultat des Streites über die Schuldenobergrenze vom letzten Sommer ist. "Letztes Jahr war Monate im Voraus der Schlusszeitraum bekannt, bis zu dem die Obergrenze der staatlichen Verschuldung angehoben werden konnte. Trotzdem war der Kongress nicht in der Lage, eine Einigung zu erzielen, die alle Seiten befriedigen konnte. Die Investoren waren vor den Kopf gestoßen und der S&P 500 sank an zehn Handelstagen um elf Prozent", so Kostin.

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    Das schlimmste Szenario für dieses Jahr sieht so aus, dass der gelähmte Kongress nach der Wahl absolut nichts unternimmt und nicht einmal einen kurzen Aufschub durch eine kurzfristige Ausdehnung der Steuervergünstigungen und Aufschub der Ausgabenkürzungspläne beschließt. Bei diesem Szenario würde nach Einschätzung der Experten von Goldman Sachs das Bruttoinlandsprodukt im Jahre 2013 tatsächlich schrumpfen. Wahrscheinlicher ist allerdings ein Aufschub der bedeutenderen Steuerkürzungen und der Pläne zur Haushaltskürzung. Aber die Nichtbehandlung des Gesamtproblems vor dem Jahresende stellt immer noch ein Versagen dar und die anhaltende Unsicherheit wird nach Einschätzung von Goldman Sachs die Wirtschaft und den Markt signifikant treffen. Nach Meinung von Kostin ist die Unsicherheit in diesem Jahr größer als vor 12 Monaten.

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