Chicago/ New York (BoerseGo.de) - Der Schnäppchenhändler Groupon steckt in der Krise. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ haben mindestens vier Top-Investoren ihre Anteile abgestoßen und damit kräftig Kasse gemacht. Demnach soll auch Marc Andreessen, einer der Antreiber für den Börsengang Ende 2012, ausgestiegen sein. Seine Firma Andreessen Horowitz habe kurz nach Ende der Haltefrist Anfang Juni ihren 5,1-Millionen-Aktienanteil veräußert, schreibt die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Den Angaben zufolge erlöste das Unternehmen damit fast 14 Millionen US-Dollar.

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Das Geschäftsmodell von Groupon beruht zum großen Teil darauf, dass in den "Daily Deals" Rabatt-Coupons für lokale Händler angeboten werden. Kommt eine zuvor festgesetzte Anzahl von Konsumenten zustande, ist der Deal gültig und Groupon steckt einen Anteil des jeweiligen Gutscheinwerts ein. Dieser soll etwa 50 Prozent betragen. In der Praxis kommen viele Deals gar nicht erst zustande, oder die beteiligten Unternehmen können nicht alle Interessenten bedienen. Dies führt zu Rückerstattungen durch Groupon.

Auch der Hedgefonds Maverick Capital hat einen Teilausstieg vollzogen. Laut dem WSJ-Bericht hat Maverick sein Aktienpaket von einst 6,33 Millionen im März, auf weniger als zwei Millionen bis Ende Juni reduziert. Die schwedische Investmentfirma Kinnevik hatte bereits im Juni mitgeteilt, dass sie ihre mehr als acht Millionen Groupon-Aktien verkauft habe. Seit seinem Börsengang im November 2011 hat Groupon laut WSJ zehn Milliarden US-Dollar an Wert verloren. Und die Aktie wird mittlerweile als hochspekulativ eingestuft. Einige Analysten sprechen bereits von dem Platzen einer neuen Blase.

Für die Experten von „Der Aktionärsbrief“ ist die Aktie von Groupon der "Bär der Woche". Der Titel habe in seit Anfang vergangener Woche 20 Prozent an Wert verloren, schreibt der Börsenbrief in seiner aktuellen Ausgabe. Die Aktien des Unternehmens fänden keinen Boden. Grund seien die jüngsten Quartalszahlen. Groupon verfehlte dabei trotz Umsatzsprung die Erwartungen. Und auch der Ausblick lasse auf keine Trendwende hoffen. Für das laufende Quartal stelle das Unternehmen einen operativen Gewinn von 45 bis 65 Millionen US-Dollar in Aussicht. Der Markt erwarte aber zwischen 70 bis 80 Millionen US-Dollar.