Die spanische Modekette Inditex hat ihr Ziel fest im Visier: den Erzrivalen Hennes & Mauritz zu überholen. Vor allem dank der schnell wachsenden Trendmarke Zara stehen die Chancen gut, dass dieses Vorhaben über kurz oder lang gelingt. Die Aktie ist auf Grund der guten Zukunftsaussichten weiter interessant.

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Unternehmensgründer tritt zurück

Wenn Firmengründer Amancio Ortega sich demnächst von seinem Posten als Präsident der spanischen Modekette Inditex zurückzieht, kann er dies in der Gewissheit tun, dass er seinem Nachfolger ein bestens laufendes Unternehmen hinterlässt. Der 69-Jährige, mit einem geschätzten Vermögen von rund zehn Milliarden Euro reichster Mann Spaniens, hat innerhalb von 30 Jahren aus einem kleinem Modeladen den drittgrößten Textilkonzern der Welt gemacht. Inditex betreibt derzeit fast 2300 Shops in 56 Ländern und beschäftigt dort rund 45.000 Angestellte. Nur die Konkurrenten Gap aus den USA und die schwedische Hennes & Mauritz sind noch größer.

Flexibel auf Trends reagieren!

Doch Inditex arbeitet daran, den größeren Konkurrenten näher zu rücken. Die Voraussetzungen sind gut, dass José Maria Castellano, der Nachfolger von Firmengründer Ortega, das Ziel erreichen kann. Dank der Trendmarke Zara ist der Konzern äußerst expansionsstark, hochprofitabel – und vor allem überaus flexibel: Während traditionelle Textilhändler noch im Saisonrhythmus mit Vorlaufzeiten von bis zu einem Jahr planen, passt Zara die Kollektion alle zwei Wochen neuen Trends an. Zwischen der Entscheidung für ein Design und dem Einräumen der Ware in die Regale vergehen nur zwei bis vier Wochen. Um derart schnell auf neue Trends reagieren zu können, produziert Inditex noch rund 40 Prozent seiner Textilprodukte in Spanien und im benachbarten Portugal.

Weiter auf Wachstumskurs

Mit dieser Strategie will Inditex das beeindruckende Wachstum auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Allein in diesem Jahr sollen rund 350 neue Geschäfte eröffnet werden. Bis 2009 soll die Zahl der Läden auf rund 4000 nahezu verdoppelt werden. Bis dahin könnte man dann auch den großen schwedischen Rivalen H&M hinter sich gelassen haben. Im vergangenen Jahr schaffte der spanische Konzern bei einem Umsatz von 5,67 Milliarden Euro einen Anstieg des Nettogewinns um 41 Prozent auf 628 Millionen Euro.

Wachstumsstory intakt

Die Wachstumsstory ist also intakt. Die Expansion, die man für die nächsten Jahre anpeilt, sollte auch den Aktienkurs weiterhin beflügeln. Mit einem KGV von 17 ist der Wachstumswert angesichts der zu erwartenden Gewinnsteigerungen jedenfalls noch nicht zu teuer.