Frankfurt (BoerseGo.de) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll offenbar weniger zusätzliches Geld zur Bekämpfung der Schuldenkrise erhalten als gefordert. Die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) werde sich wohl auf einen Betrag von 400 bis 500 Milliarden Dollar verständigen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag und beruft sich dabei auf "Kreise der G20-Staaten". Der IWF hatte eine Aufstockung seiner Mittel um 600 Milliarden Dollar beantragt. Dieser Betrag sei aber nie realistisch gewesen, sagte ein G20-Vertreter laut Reuters. Die G20-Finanzminister wollen in der kommenden Woche über die IWF-Bitte beraten.

Anzeige

Wie viel zusätzliches Geld aber tatsächlich zusammenkommt, hängt von den Zusagen der einzelnen IWF-Mitgliedstaaten ab. Die USA wollen dem IWF keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stellen. China und Japan könnten laut Reuters rund 100 Milliarden Dollar beisteuern. Die beiden ostasiatischen Staaten seien über die jüngste Entwicklung in Europa erfreut. Zuvor war in Peking und Tokio wie auch in anderen G20-Hauptstädten immer wieder die Forderung laut geworden, die Europäer sollten selbst mehr für die Krisenbekämpfung tun.

Ende März hatte Deutschland einer zeitweisen Kombination der Rettungsfonds EFSF und ESM zugestimmt, wodurch mehr Mittel zur Bekämpfung der Krise zur Verfügung stehen. Trotzdem fordern einige Schwellenländer weiter ein stärkeres Engagement der wirtschaftlich gesunden Euro-Länder wie Deutschland.