Julius Baer gab heute bekannt, man werde ING Schweiz mit dem verwalteten Vermögen von CHF 15 Mrd. übernehmen. Der Kaufpreis beträgt CHF 520 Mio. und Julius Baer geht davon aus, dass man die Transaktion im 1Q10 abschliessen kann.

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Wie bereits gemunkelt wurde, Julius Bär kauft ING Switzerland. Der Preis ist mit CHF 520 Mio. etwas unterhalb des erwarteten und entspricht einem P/AuM von 3.5% bzw. 0.9%, wenn wir das Eigenkapital abziehen. Die Transaktion wird die Kernkapitalquote (Tier 1) von Julius Baer um ungefähr CHF 350 Mio. mindern. Daher verbleibt die Kernkapitalquote auf einem hohen Niveau von rund 16%.

Julius Bär rechnet mit Integrationskosten in Höhe von CHF 65 Mio. (davon werden 2/3 im Jahr 2010 gebucht) und jährlichen Einsparungen durch Synergien in Höhe von CHF 35 Mio.

Im Jahr 2008 wies ING Switzerland einen Nettogewinn von CHF 37.5 Mio. aus (rund 8% des Nettogewinns auf bereinigter Basis von Julius Bär im Jahr 2008). Von den 310 Mitarbeitern sind 80 Kundenbetreuer (verglichen mit 636 Kundenbetreuern von Julius Bär). ING hat 6 Büros in der Schweiz.

Die Übernahme dürfte insgesamt keinerlei Auswirkung auf das Ergebnis 2009 und nur geringe auf das Ergebnis 2010 von Julius Bär haben, da der Gewinn von ING und die erzielten Synergien wohl von den Integrationskosten aufgezerrt werden. Julius Bär rechnet damit, dass sich der Kauf ab dem Jahr 2011 positiv auf den Gewinn auswirken wird.

Wir begrüssen diese Transaktion, da sich dadurch die Vermögensbasis von Julius Baer ausweitet. Der Preis scheint angesichts der erwarteten positiven Entwicklung des NNG bei ING im 1H09 und der geschätzten Bruttomage von über 100 Bp. durchaus attraktiv. Wir werden unsere Prognose für das Jahr 2009 nicht verändern, jedoch die Zahlen für die Jahre 2010 und 2011 anpassen. Da die Transaktion nur geringe Auswirkungen auf das Ergebnis des Jahres 2010 haben wird, erwarten wir lediglich ein leichte Anpassung des Kursziels und bestätigen unser Hold Rating.

Quelle: Vontobel