New York (BoerseGo.de) - Die Experten von Morgan Stanley reduzieren ihre Prognose für die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik von 2:3 auf 1:3. Die Neueinschätzung folgt der gestrigen Veröffentlichung der Protokolle der letzten Fed-Sitzung vom März. "Die Fed-Protokolle machen es ziemlich offensichtlich, dass die Handlungen der Fed durch hereinkommende Daten bestimmt wird und nicht präventiv erfolgen. Deshalb haben wir unsere Prognose für eine erneute Lockerung der Geldpolitik (QE3) nach unten revidiert", so Morgan Stanley-Chefvolkswirt Vincent Reinhart. Er machte darauf aufmerksam, dass die Fed ihre Prognose für die Gesamtnachfrage erhöht und die Prognose für das Gesamtangebot gesenkt hat. Das bedeutet, dass es eine geringer Flaute in der Wirtschaft gäbe als die Notenbanker ursprünglich erwartet haben. Dies wiederum birgt höhere Inflationsrisiken, so Reinhart.

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    Wenn die Fed über Inflation besorgt ist, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Allerding geht Morgan Stanley immer noch davon aus, dass eine 1:3-Chance bestünde, dass die Fed noch in der ersten Jahreshälfte erneut die Geldpresse anwirft. Diese Chance sehen die Experten deshalb, weil sie glauben, dass sich die US-Wirtschaft deutlich abkühlen könnte. Reinhart warnte, dass die Fed die Hürde für weiteres Tätigwerden zu hoch angesetzt haben könnte. Falls die Fed bezüglich der Wirtschaftsaussichten zu große Zuversicht habe oder in den Monaten vor der Präsidentschaftswahl bei weiteren Lockerungsmaßnahmen zu skeptisch sei, dann könnte die Fed den richtigen Zeitpunkt verfassen, um einen deutlichen Abschwung abzuwenden.