Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Finanzmärkte haben am Montag mit Verunsicherung auf die Wahlen in Griechenland und Frankreich reagiert. Vor allem die schwierige Regierungsbildung in Athen drückte auf die Stimmung an den Aktienmärkten und belastete den Eurokurs. Der Gewinn der französischen Präsidentschaftswahlen des Sozialisten Francois Hollande war hingegen bereits erwartet worden. Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte der Kampf gegen die Schuldenkrise in der Eurozone aber insgesamt schwieriger werden.

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    Laut Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding steht die Euro-Rettung nun vor neuen Hürden. "Es ist eine prekäre Situation, die vor allen Dingen erfordert, dass Deutschland und Frankreich möglichst rasch auf eine gemeinsame Linie kommen und den Märkten signalisieren, dass sie die Lage in Europa unter Kontrolle halten werden", sagte Schmieding im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Schmieding rechnet aber damit, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und François Hollande sich zusammenraufen werden. Im eigenen Land habe Hollande aber "nicht viel Spielraum, seine kostspieligen Wahlversprechen umzusetzen", meint Schmieding. Und auf europäischer Ebene seien die Sachzwänge zu groß für Alleingänge.

    Nach Ansicht von Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, macht Hollandes Wahl alles noch schwieriger. So ignoriere Hollande die wirtschaftlichen Probleme Frankreichs wie den viel zu unflexiblen Arbeitsmarkt, schreibt Krämer am Montag in einem Kommentar. Darüber hinaus dürfte es unter dem neuen Präsidenten nicht gelingen, die Staatsschulden unter Kontrolle zu bringen. "Unter seiner Präsidentschaft wird Frankreich innerhalb des Euroraums wohl weiter absteigen und gen Süden driften. Das schwächt den Euroraum als Ganzes und bürdet Deutschland im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise noch mehr Lasten auf."

    Mit Blick auf Griechenland zeigen sich die Wirtschaftsexperten unisono pessimistisch. Auch Berenberg-Ökonom Schmieding ist hier wenig zuversichtlich. Europa habe nun "ein großes Problem", sagt der Ökonom: "Es ist derzeit völlig unklar, ob es in Griechenland in Kürze eine stabile Regierung geben wird. Das Risiko, dass Griechenland letztlich den Euro verlassen muss, ist eher noch gestiegen. Das Risiko liegt bei mindestens 40 Prozent", so Schmieding.

    Dem Commerzbank-Experten Christoph Weil treibt die Situation in Athen die Sorgenfalten auf die Stirn. "Im neuen griechischen Parlament gibt es keine Mehrheit mehr für den mit IWF und EU vereinbarten Konsolidierungskurs,“ komentierte Weil. Für eine Regierungsmehrheit werde nun mindestens eine der kleineren Parteien benötigt. "Doch dies wird nicht ohne Abstriche beim Konsolidierungsprogramm gehen", so Weil. Mit Ausnahme der ND und Pasok lehnen alle anderen Parteien, die nunmehr im Parlament vertreten sind, den strikten Sparkurs ab. "Ohne frisches Geld wird der griechische Staat wohl spätestens im Herbst nicht mehr in der Lage sein, seinen Zahlungsverpflichtungen in vollem Umfang nachzukommen", heißt es bei der Commerzbank.

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