New York (BoerseGo.de) - Nach Einschätzung des renommierten Volkswirts Robert Shiller befindet sich die Weltwirtschaft im Stadium einer "späten Großen Rezession". Seiner Ansicht nach sei die Welt in einem neuen Zeitalter der Sparmaßnahmen. "Unsere ganze Wirtschaft ist durch Schwankungen im Vertrauen beeinträchtigt worden. Den Zentralbanken wird so etwas wie Vertrauen entgegengebracht, aber ihre Maßnahmen beeinträchtigen oft das Vertrauen der Menschen mehr durch ihre äußere Erscheinung als durch ihre Substanz. Gegenwärtig befinden wir uns nicht in einer besonders vertrauensvollen Stimmung", so Shiller. Viele Volkswirte glauben, dass die angeschlagene Eurozone bereits in den zweiten Teil einer erneuten Rezession abgerutscht ist. Die Politiker in der westlichen Welt haben versucht, langsames Wachstum und die Langzeiteffekte der Kreditkrise durch massive Liquiditätsspritzen in der Zeit der letzten achtzehn Monate zu bekämpfen. Dazu zählten die Programme zur Stimulierung der Konjunktur in den USA und Großbritannien sowie die von der Europäischen Zentralbank unternommenen langfristigen Refinanzierungsmaßnahmen. Diese Geldspritzen haben zwar geholfen, in diesem Jahr etwas zur Gesundung der Märkte beizutragen, doch halten viele Volkswirte den Ausblick für längere Zeit für wesentlich düsterer.

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    "Die lockere Geldpolitik ist keine so herausstechende Politik wie diejenige der Politik der Sparsamkeit. Die Wirkung der Sparsamkeit ist nicht so deutlich klar, da sie von der Reaktion der Menschen abhängt. Sie könnte zwar helfen, ich bin mir aber nicht sicher, ob es zu einer Überwindung der allgemeinen Stimmung von Enthaltsamkeit kommt, welche den Häusermarkt beeinträchtigt", so Shiller. Er meint, dass gegenwärtig bezüglich des Häusermarktes eine Voraussage nur schwer zu treffen ist. Er fügt aber hinzu: "Die generelle Annahme geht dahin, dass die Häuserpreise sinken werden. Das ist auch gut so, denn es wird sie leichter erschwinglich machen. Die anhaltende Schwäche auf dem US-Häusermarkt hat zu Besorgnissen geführt, dass es auf dem Häusermarkt lange Zeit brauchen wird, bis er wieder die Kurve nach oben nimmt. Shiller vertritt die Ansicht, dass die allmähliche Abnahme der Kosten eines Hauserwerbs den Menschen helfen könnte, ihre Finanzen zu diversifizieren, statt sich nur auf ihre Häuser als Investment zu verlassen. "Vor fünfzig Jahren hat man von Häusern nicht so viel als Investment gesprochen. Dies war der Zeitgeist der frühen Jahre dieses Jahrtausends und dieser ist langsam entschwunden", so Shiller.

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