New York (BoerseGo.de) - Das globale Geldsystem befindet sich nach persönlicher Ansicht des leitenden Tocqueville Asset Management LP-Strategen John Hathaway in einem Prozess der Schmelze. Der Dollar habe in seiner Stellung als weltweite Währungsreserve ein Endspiel angetreten. Gleichzeitig hätten die politischen Verantwortungsträger kein Bewußtsein über die daraus resultierenden Auswirkungen. Für den Strategen bestehe nur Unklarheit über die Frage der Dauer des Auflösungsprozesses beim Dollar-Reservesystem sowie zur Frage, in welchem Ausmaß das System durch eine neue Serie an quantitativer Geldlockerung bzw. noch radikalere geldpolitische Maßnahmen eine weitere Stützung erhält. Egal ob derartiges im Rahmen eines ausgedehnten Zeitraums oder plötzlich geschieht, eine Überleitung zu einem stabilen Geldsystem werde nur bei Unterträglichkeit der gegenwärtigen Mängel möglich. Eine solche Überleitung definiere sich durch nicht lineares Verhalten. Anhand der Weissagungen von Zentralbanken mittels hoch gerechneter historischer Daten und der Wiederholung von konventionellen Weisheiten gebe es jedoch keine akzeptable Schätzung über künftige Ereignisse. Es sei erstaunlich, dass unter den politischen Verantwortungsträgern kein intelligenter Diskurs über den betriebenen geldpolitischen Unsinn gehalten wird sowie dessen Auswirkungen auf Konjunktur und Politik.

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Bis zu einer auf internationaler Ebene vonstatten gehenden fundamentalen Reform des Geldwesens würden die meisten konjunkturellen Prognosen nicht den Wert des Papiers erreichen, auf dem diese geschrieben sind. Es herrsche der allgemeine Konsens vor, dass es sich bei der 2008 eskalierten Kreditkrise um ein vermutlich einmaliges ungewöhnliches Ereignis handelte. Dies stelle aber nur ein Wunschdenken dar. Die Geldpolitik habe sich selbst ins Eck befördert. Aufgrund des aktuellen Kurses stünden noch mehr Blasen und Schmelzungen bevor. Durch die in den Finanzmärkten vollzogene verstärkte Hinwendung in angeblich sichere Häfen wie Staatsanleihen und Unternehmens-Schuldverschreibungen mit erbärmlichen Verzinsungen und den Widerwillen der Banken, Kredite zu vergeben habe sich eine gewaltige Liquiditätsfalle gebildet. Gleichzeitig gebe es die Ironie, dass bei erfolgreicher Inflationsankurbelung der Zentralbanken der Wert dieser sicheren Häfen vernichtet wird. Ein damit verbundenes Gemetzel warte nur auf einen entsprechenden Beginn. In den Lehrbüchern der Zentralbanker stehe geschrieben, dass es gerade eines richtigen Niveaus an Inflation erfordert, um die Wirtschaft anzukurbeln, zumal bei Preissteigerungen die Konsumenten wegen der Sorge um ihre Geldwerte zu stärkeren Ausgaben gewillt sind. Weiters würden die Zentralbanker davon ausgehen, dass die Zeit für Zinsanhebungen gekommen ist, wenn die Konsumenten ihre Ausgabebereitschaft steigern, zumal dann eine solide Grundlage für einen Aufschwung vorhanden ist. Was auch immer diese Versprechungen betreffen, müsse gesagt werden, dass es sich bei der Möglichkeit einer Übertreibung der Finanzmärkte um eine nicht zu unterschätzende Gefahr handelt. Die Verantwortungsträger würden sich aber auf absurde Hoffnungen berufen.

Der Zusammenbruch des Geldsystems dürfte mit chaotischen Zuständen einher gehen. Wenn einmal Inflation an Fahrt gewinnt gebe es einen höchst zerstörerischen Einfluss mit einem unverzüglichen Schaden bei festverzinslichen Vermögenswerten. Für die Devisenmärkte prophezeit der Stratege in einem solchen Fall eine Zerrüttung bzw. Funktionsstörung. Dadurch entwickle sich die Wirtschaft noch fragiler und unberechenbarer. Als perfekte Absicherung gegenüber den erwarteten Turbulenzen biete sich Gold an. Gold stelle im Verhältnis zur aktuellen und künftigen Vernichtung von Geldwerten ein vergleichsweise zuverlässiges Instrument dar. Die jüngsten Rekordanstiege des Goldpreises hätten ihre Grundlage insbesondere in den Debatten über eine neue Serie quantitativer Geldlockerung und in den unübersehbaren Streitigkeiten zwischen den großen Ländern zu Handel und Währungswerten. Jene die behaupten, dass der Goldpreis in einer Blasenbildung ist würden nicht verstehen, dass der Wertzuwachs des Edelmetalls einzig auf die Schwächung der Papierwährungen zurückzuführen ist. Die Federal Reserve organisiere eine Attacke auf die Werthaltigkeit des Dollars. Die Notenbank befinde sich im Glauben, dass diese Strategie der zweckmäßigste Weg zur Entschärfung des Deflationsdrucks darstellt. Der Mann auf der Straße habe darüber kein Wissen. Inflation komme nur dann in Fahrt wenn die Öffentlichkeit Preissteigerungen nicht kommen sieht. Die plötzliche starke Hinwendung zu Gold schüre kein Anzeichen für eine Blase, führte Hathaway gemäß einem Bericht von Bloomberg weiter aus.

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