New York (BoerseGo.de) - Die Wall Street gewann heute wieder Boden zurück. Die Verstimmung über die von Obama angedrohten massiven Steuererhöhungen für Wohlhabende & Unternehmen sowie auslaufende Steuervergünstigungen für den Mittelstand - vermutlich die Hauptursache für die Januar-Korrektur - scheint wieder abzuklingen. Immerhin stehen in diesem Jahr wichtige US-Senatswahlen an, die Obamas ideologischen Feldzug abbremsen könnten. Daher schien sich das Interesse wieder den fundamentalen Daten zuzuwenden und die werden zunehmend besser.

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    Anhaltende Gewinnexplosion

    Die spektakuläre Berichts-Saison für Q4-Saison setzte sich heute fort, etwa mit den Zahlen von UPS. Der konjunkturell empfindliche Logistikkonzern hatte seinen Gewinn fast verdreifacht. Der Eigenheimbauer DR Horton schüttelte überraschend einen Gewinn aus dem Ärmel, den ersten seit fast drei Jahren.

    Auch von der Konjunkturfront gab es wieder eine gute Nachricht: Die anstehenden Eigenheimverkäufe zogen wieder an, ein weiteres Signal für die Erholung des Immobilienmarktes.

    Wer profitierte von den DR Horton-Ergebnissen & den Eigenheim-Zahlen? Richtig: Die Eigenheimbauer. Der Sektor sprang 5,06%. Der Bankensektor, der das Ganze beleiht, avancierte immerhin 0,23%.

    Der konjunktursensible Transportsektor verbesserte sich 0,78%. Die - als defensiv geltenden - Versorger legten 0,83% zu.

    Die Chip-Titel kletterten 0,91%. Der Russell 2000, der kleinere und riskantere Unternehmen erfasst, stieg 0,91%.

    Der Ölsektor verteuerte 0,86%.
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    Der Dow Jones Industrial Average plus 1,09 Prozent auf 10.296 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 plus 1,3 Prozent auf 1.103 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index plus 0,87 Prozent auf 2.190 Punkte.

    Dow Jones Average: Grüne Welle

    Tops:

    General Electric plus 3,7% Der Mischkonzern zählt zu den Gewinnern des Konjunkturaufschwungs

    Merck & Co plus 3,2%

    Pfizer plus 2,4%

    JP Morgan plus 2,3%

    Alcoa plus 2,3% Die Citigroup beförderte den Aluminium-Titel von Hold auf Buy

    S&P 500: Gewinn aus dem Ärmel

    Tops:

    DR Horton plus 10,9% Der Eigenheimbauer schüttelte einen überraschenden Gewinn aus dem Ärmel, den ersten seit fast drei Jahren. Der Broker JMP Securities bekräftigte sein Market Outperform-Rating und verbesserte sein Kursziel von $15 auf $18.

    Whirlpool plus 8,1% Der Küchenausstatter verpatzte zwar die Gewinnerwartungen, verblüffte aber mit einem Anhebung seines Gewinnausblicks.

    UPS plus 0,4% Der Logistikkonzern übertraf die Gewinn- & Umsatzerwartungen

    Manpower plus 3,8% Der Vermittler von Zeitarbeit schlug die Gewinn- & Umsatzerwartungen der Wall Street um Längen.

    BofA/Merrill hob die Kreditkarten-Anbieter Capital One und Discover Financial jeweils von Neutral auf Buy:

    Discover Financial plus 3,6%
    Capital One plus 1,8%

    Tiffany & Co plus 2,3%. Wells Fargo sieht den Edeljuwelier - nach dem Kursrückschlag - als Kaufgegelegenheit

    Nasdaq: Ein Brüderchen für iPad?

    Apple plus 0,5 Prozent auf 195,70 Dollar. Der Infodienst Tech Crunch präsentierte das neuste Gerücht. Angeblich arbeiten die Kalifornier an einem zweiten Tablet-Rechner (zusätzlich zu dem vergangene Woche vorgestellten iPad). Angeblich sei iPad II wesentlich größer als das iPad.

    Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des Smartphones BlackBerry, plus 2,4 Prozent auf 65,61 Dollar.

    Palm plus 7,1 Prozent auf 11,29 Dollar. Die Deutsche Bank zeigte sich besonders bullish. Die Frankfurter bekräftigten das Buy-Rating verbesserten das Kursziel von $19 auf $20. Das neueste Smartphone Betriebssystem sei wertvoll ( valuable asset). Daher bestehe Übernahme-Fantasie

    Advanced Micro Devices (AMD) minus 0,9% Der Intel-Rivale litt unter Goldman Sachs. Die New Yorker addierten das Halbleiter-Papier zu ihrer „Conviction Sell List“, also „Überzeugungsverkaufsliste“. Dort rechnete man damit, dass der Chiphersteller in 2010 anhaltende beträchtliche Verluste erleidet.

    Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, plus 0,9 Prozent auf 328 Punkte.

    Microsoft plus 0,3 Prozent auf 28,48 Dollar.

    Internet: Macmillan-Effekt
    Das Online-Kaufhaus Amazon.com verlor 0,6 Prozent auf 118,12 Dollar. Dort belastete wieder der Macmillan-Effekt. Macmillan, einer der größten US-Verlage, hebelt Amazons E-book-Preismodell aus und setzte Preise bei $15,00 durch, statt dem von Amazon gepflegten E-Book-Preis von $ 9,99. Der Markt rechnet jetzt mit schwächeren Verkäufen bei E-Books & Kindle.
    Der Broker Kaufman Brothers bezeichnete den Kurseinbruch (gestern bereits rund 5%) als Überreaktion. Beim Verkaufspreis von $9,99 verliere Amazon Geld, da die Verlage für die Bücher rund $15 je Buch erhalten. Das Macmillan-Modell schwäche zwar die Umsätze, verbessere aber die Profitabilität. außerdem bezeichnet der Broker E-Books als Nichenprodukte, Amazon sei der größte Gewinne auf dem Markt physischer Bücher.

    Ebay bröckelte 0,4 Prozent auf 23,08 Dollar.

    Die Online-Videothek Netflix gewann 1,3 Prozent auf 61,85 Dollar.

    Google gab 0,4 Prozent auf 531,12 Dollar ab.
    Yahoo verbesserte sich 0,8 Prozent auf 15,17 Dollar.
    Baidu, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, avancierte 0,1 Prozent auf 426,18 Dollar.

    AOL (an der New York Stock Exchange notiert) plus 3 Prozent auf 24,65 Dollar.