Liebe Leserinnen und Leser,

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auf dem Devisenmarkt steht weiter die Geldpolitik der Notenbanken im Fokus. Nachdem in der vergangenen Woche das Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung vom 16. und 17. März veröffentlicht wurde, steht in dieser Woche (ausnahmsweise bereits am Mittwoch und nicht am Donnerstag) die geldpolitische EZB-Ratssitzung auf dem Programm.

Die Erwartung der Marktteilnehmer für die kommenden Monate und Jahre ist weiter eindeutig. Während die Europäische Zentralbank (EZB) ihre im März begonnenen Anleihenkäufe bis mindestens September 2016 fortsetzen dürfte und damit 60 Milliarden Euro pro Monat in den Markt pumpt, stehen die Anzeichen in den USA weiterhin auf erste Zinserhöhungen im laufenden Jahr. Daran haben letztlich auch die schlecht ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen für März noch nichts nachhaltig geändert. Nur falls die US-Wirtschaft im zweiten Quartal in die Rezession rutschen sollte, könnte die US-Notenbank wohl noch davon abgebracht werden, wieder an der Zinsschraube zu drehen. Damit rechnet aktuell aber eigentlich niemand.

Für das Währungspaar EUR/USD könnte sich langsam eine technische Erholung abzeichnen, die an der mittel- bis langfristigen Euro-Schwäche aber wohl wenig ändern wird. Wie der Commitment of Traders (CoT) Report zeigt, sind die US-Vermögensverwalter und Hedgefonds im Euro weiterhin extrem short positioniert - rechnen also mit weiter sinkenden Kursen. Diese eindeutige Haltung könnte in den kommenden Wochen und Monaten eher für eine Erholung sprechen. Denn lösen die Spekulanten irgendwann ihre Short-Positionen auf, um die bereits erheblichen Gewinne mitzunehmen, führt dies zu steigenden Kursen im Euro.

Egal wie sich die Gemeinschaftswährung kurz- bis mittelfristig entwickelt, ist der Euro für die deutsche Wirtschaft eigentlich viel zu schwach. Nach einer Analyse von Morgan-Stanley wäre für Deutschland eigentlich ein Euro-Kurs von 1,59 Dollar und für die gesamte Eurozone von 1,32 Dollar angemessen. Doch die erwartete Geldpolitik der Notenbanken hat für den Devisenmarkt eine viel höhere Bedeutung als fundamentale Bewertungsniveaus. Deshalb werden am Mittwoch wieder die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi hohe Beachtung finden, auch wenn klar ist, dass die ultralockere Geldpolitik der EZB in den kommenden Monaten fortgesetzt wird – ganz egal, wie sich Konjunktur und Inflation entwickeln werden.

Viel Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe des Forex-Reports!

Ihr Oliver Baron

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