Liebe Leserinnen und Leser,

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die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), durch den Aufkauf von Staatsanleihen die Märkte mit noch mehr billigem Geld zu fluten, hat in der vergangenen Woche für Aufsehen gesorgt. Der Euro stürzte auf den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren ab, während die Rally an den europäischen Aktien- und Anleihemärkten noch einmal deutlich Fahrt aufnehmen konnte. Der DAX eilte gar von Rekordhoch zu Rekordhoch.

Ganz unabhängig von den möglichen Auswirkungen auf die Konjunktur in der Eurozone dürfte das massive Gelddrucken der EZB immerhin positive Auswirkungen auf die Aktienkultur in Deutschland haben. Angesichts der Aussicht auf weiter sinkende Zinsen müssen auch Kleinsparer in Deutschland lernen, dass ohne die Übernahme von Risiken keine positive Rendite erzielt werden kann.

Jede wirtschaftliche Aktivität ist notwendigerweise mit Risiken verbunden. Je mehr die Bereitschaft in der Bevölkerung besteht, auch Risiken zu übernehmen, desto höher ist die wirtschaftliche Dynamik eines Landes. Deutschland hat in diesem Bereich großen Nachholbedarf. Die Betonung von Stabilität und Sicherheit in wirtschaftlichen Dingen ist zwar grundsätzlich richtig, ist in Deutschland aber übertrieben stark ausgeprägt. Das zeigt sich auch an der gegenüber anderen Ländern deutlich geringeren Aktionärsquote.

Der 22. Januar war wohl nicht nur ein historischer Tag für Geldpolitik in der Eurozone, sondern auch für die Aktienkultur in Deutschland. Der Kleinsparer hat zwar keinen Einfluss auf die Entscheidungen der EZB, er kann aber immerhin entscheiden, wie er sein Geld anlegt. Die Minizinsen auf dem Sparbuch sind alles andere als alternativlos.

Viel Spaß bei der Lektüre und viel Erfolg an den Märkten!

Oliver Baron

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