Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

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wie kann der Goldpreisanstieg von 1135 USD/Unze bis knapp über 1200 USD/Unze erklärt werden? Zum einen könnte dies mit Eindeckungen von Leerverkäufern zu tun haben – all jene, die auf einen weiteren Kursverfall des Edelmetalls wetteten, etwa wegen der anstehenden US-Zinswende und dem weiterhin starken US-Dollar – haben sich schlichtweg aus ihren Positionen verabschiedet. Die beiden Erholungsschübe im Goldpreis immer Freitags kurz vor dem Wochenende könnten damit erklärt werden. Außerdem gibt es neue Käufer: Abenteuerlustige, die bereits vor dem Bekanntwerden des Ergebnisses des Referendums auf dessen Erfolg wetten. Sie haben sich ausgerechnet, dass ein erfolgreiches Votum einen Kurssprung um 10% im Gold auslösen könnte, ohne daran zu denken, dass sie bislang bereits einen Kurssprung um 5,7% selbst ausgelöst haben, alleine dadurch, dass Sie schon vor Bekanntgabe des Ergebnisses des Referendums gekauft haben. Das verbleibende Potenzial bis ungefähr 1250 USD/Unze kann man spielen, man sollte sich aber nicht allzu große Hoffnungen machen. Dies wird denke ich nicht helfen, den Goldpreis aus der Baisse in eine Hausse zu drehen. Schlussendlich warten die Short-Seller nur auf der Seitenlinie, nur um im richtigen Moment wieder einzusteigen. Dieser könnte gegeben sein wenn das Votum nicht von Erfolg gekrönt sein würde. Der Goldpreis würde schlagartig einbrechen, da die Abenteuerlustigen sich aus dem Markt ausgestoppt werden würden. Aber lassen wir die Schweiz abstimmen, ich bin gespannt wie anschließend der Franken-Cap an den Euro noch weiter gehalten werden soll. Möglicherweise setzt die Schweizer Nationalbank dann auf Negativzinsen oder strikte Kapitalverkehrskontrollen – weitere Möglichkeiten wird sie in einem Regime frei flotierender Währungen dann nicht mehr besitzen – außer den Cap aufzugeben, was die Exportwirtschaft sprichwörtlich über den Jordan schicken würde.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der aktuellen Ausgabe

Herzliche Grüße

Jochen Stanzl

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