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Gerüchte über eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone haben den Euro am Dienstag einbrechen lassen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters erwägt die Europäische Zentralbank (EZB) nun auch den Kauf von Unternehmensanleihen, nachdem sich die Wachstumsaussichten in der Eurozone zuletzt deutlich eingetrübt haben. Die Vorbereitungen für ein entsprechendes Kaufprogramm hätten bereits begonnen, heißt es. Nach einem förmlichen Beschluss im Dezember 2014 könnten die Käufe bereits im ersten Quartal 2015 beginnen, so Reuters.

Am Nachmittag berichtete dann allerdings die „Financial Times“, dass die EZB den Kauf von Unternehmensanleihen noch nicht auf ihre Agenda für die Ratssitzung im Dezember gesetzt habe. Die britische Finanzzeitung berief sich dabei auf zwei „mit dem Vorgang vertraute Personen“. Zwar würde auch über den Kauf von Unternehmensanleihen nachgedacht, allerdings seien die Vorbereitungen hierzu in den vergangenen Wochen nicht intensiviert worden, sagte eine der beiden Personen laut Bericht.

Ob die EZB also tatsächlich den Kauf von Unternehmensanleihen plant, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass ein solches Kaufprogramm gut in das Arsenal der EZB-Maßnahmen passen würde. Die EZB hat in den vergangenen Monaten bereits Kaufprogramme für besicherte Anleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) angekündigt. Daneben will die EZB mit gezielten langfristigen Refinanzierungsoperationen für die Banken (TLTROs) die Kreditvergabe in der Eurozone ankurbeln. Die Käufe von Covered Bonds haben Berichten zufolge bereits an diesem Montag begonnen. Nach dem Kauf von Bonds aus den Krisenstaaten soll die EZB am Dienstag auch Pfandbriefe aus Deutschland erworben haben.

Für den Kauf von Unternehmensanleihen ab dem kommenden Jahr könnte sprechen, dass der Markt für Covered Bonds und ABS volumenmäßig recht begrenzt ist. Würde die EZB daneben auch noch den Markt für Unternehmensanleihen ins Visier nehmen, könnte sie insgesamt womöglich deutlich mehr Geld in den Markt pumpen. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist aber natürlich alles andere als sicher.

Viel Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe des Forex-Reports!

Ihr Oliver Baron

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