Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin nur ein Mensch! Und als Mensch hat jeder von uns angeborene Verhaltensweisen, die uns als Trader regelmäßig den Knüppel zwischen die Beine werfen.

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Am bekanntesten bei Tradern ist ein Verhalten, welches nach einer Reihe von Verlusten eintritt. Dieses lässt uns sodann alle Regeln über Bord werfen, stampft jedwede Disziplin ein und in der Regel führt dieses angeborene Verhaltensmuster auch zu weiteren Verlusten. Ein Teufelskreis. Irgendwann kommt dann noch der „Scheiß-egal-Effekt“ dazu und das Konto wird platt gemacht. Verantwortlich hierbei ist eine Gehirnregion namens Gyrus Cinguli. Verluste werden derart bewertet, dass wir automatisch bereit sind, höhere Risiken einzugehen. Auch der „Scheiß-egal-Effekt“ ist ein angeborenes Verhalten.

Durchaus bekannt bei Menschen, die gern abnehmen möchten. Diszipliniert wird den ganzen Tag über strikte Diät gehalten – und am Abend dann nach dem unerlaubten kleinen Stückchen Schokolade die ganze Tafel vernascht. Dann ist es nur noch ein kurzer Weg zum Kühlschrank, um noch den Rest des Familienbratens genussvoll zu verzehren. Hinterher tritt die Reue ein. Ebenso der Trader, der wie ferngesteuert sein Konto tradet. Ganz egal wie das Ergebnis aussieht. Doch wie kann man dem entgegnen? Erstens mit einem Trading-Journal. Schreiben Sie auf, ab wann der kleine Mann im Ohr sie zu Kontrollverlust verführt und die Risiken hochschraubt. Dann ist es Zeit, für eine Trading-Pause. Zweitens sollten Sie sich klar machen, was alles Verluste sind! Denn nicht nur der reale Verlust eines Trades wird vom Gehirn und dem „Gyrus Cinguli“ als solcher verbucht. Auch entgangene Gewinne werden durchaus als Verluste gemeldet.

Viele Anfänger haben die Schwierigkeit, dass sie oftmals erfolgreiche Trades zwar sehen – aber nicht umsetzen. Hier setzt dann der Ärger über sich selbst ein und führt wiederum zum oben beschriebenen Verhalten. Das Risiko wird beim nächsten Trade erhöht, Regeln missachtet und „schwups“ ist der erste echte Verlusttrade im Sack. Schreiben Sie daher in ihr Trading-Journal auch verpasste Trades und lernen Sie daraus. Ein weiteres interessantes Phänomen sind Ziele! So mancher meiner Seminar-Teilnehmer und Coaching-Kunden hatte monetäre Ziele: 1.000 Euro pro Woche oder auch 5% pro Woche. Das ist durchaus erreichbar – solche Ziele sind aber kontraproduktiv. Der Markt kann ihnen entsprechend Ihren Regeln mal mehr oder weniger geben. Dieses Ziel können Sie nicht kontrollieren! Es ist eher ein Wunsch. Wird dann jedoch das Ziel trotzdem, zum Beispiel über 3 oder 5 Wochen erreicht, so wird ein Nichterreichen als Verlust interpretiert. Mit den wiederum bekannten Folgen.

Lernen Sie daher bitte auch, zwischen Ziel und Wunsch zu unterscheiden. Ein sinnvolles Ziel für Ihr Trading kann zum Beispiel lauten: „Ich handle nur entsprechend meinen Regeln.“

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Ihr Stefan Salomon

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