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die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken des Euro-Systems weiten das Volumen ihrer Ankäufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapiere in den Monaten Mai und Juni vorübergehend aus. Dies sagte EZB-Direktor Benoît Cœuré laut Redetext bei einer Konferenz in London. Verantwortlich für die Maßnahme sei, dass an den Rentenmärkten die „traditionelle Ferienzeit von Mitte Juli bis August von einer deutlich geringeren Marktliquidität geprägt“ sei. Die auf die Sommermonate entfallenden Wertpapierkäufe im Rahmen des QE-Programms würden deshalb „etwas in die Monate Mai und Juni“ vorgezogen. Falls dies notwendig werden sollte, könne man außerdem die Ankäufe im September erhöhen, so Cœuré.

Beobachter hatten bereits festgestellt, dass die Ankäufe in den ersten beiden Mai-Wochen etwas umfangreicher als üblich ausgefallen waren. Das angestrebte monatliche Ankaufvolumen beläuft sich auf 60 Milliarden Euro, wobei hauptsächlich Staatsanleihen erworben werden. Ein Großteil der Käufe wird von den nationalen Notenbanken wie der Bundesbank auf eigenes Risiko durchgeführt. Nur rund 20 Prozent entfallen auf die EZB selbst.

EZB-Direktor Benoît Cœuré verneinte, dass das erhöhte Aufkaufvolumen etwas mit den jüngsten Turbulenzen bei europäischen Staatsanleihen zu tun habe. Zuletzt waren die Renditen bei Staatsanleihen der Euro-Länder dramatisch angestiegen.

Die Rede von EZB-Direktor Benoît Cœuré ließ den Euro am Dienstag wieder unter die Marke von 1,12 Dollar stürzen und befeuert die europäischen Aktienmärkte.

Viel Spaß bei der Lektüre und viel Erfolg an den Märkten!

Oliver Baron

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