Aktienmarkt

Amtlicher Aktienverkehr

Die offizielle Feststellung der Kursverläufe und Kursstände ist der wesentliche Grund für die amtliche Reglementierung des Aktienmarktes. Wichtigste Vorbedingung für den Handel mit Wertpapieren ist die Durchführung eines Zulassungsverfahrens durch eine unabhängige Kommission. Der Antrag hierfür muss vom Emittenten zusammen mit einem Kreditinstitut, einem Finanzdienstleistungsinstitut oder einem Unternehmen gestellt werden. Für die Teilnahme am Aktienmarkt bedarf es zusätzlich eines haftenden Eigenkapitals von mindestens 730.000 Euro, die die genannten Institute zusammen vorweisen müssen. Doch damit nicht genug. Der Aktienmarkt fordert vom Emittenten zusätzlich eine bereits drei Jahre bestehende Existenz des Unternehmen und die Offenlegung der Jahresabschlüsse der letzten drei Geschäftsjahre. Außerdem müssen die Aktien auf einen Mindestkurswert von 1,25 Millionen Euro kommen. Um den Aktienmarkt mit einer ausreichenden Marktgängigkeit zu gestalten, müssen zudem mindestens 25 Prozent der neuen Aktien von einem breit gefächerten Anlegerkreis erworben werden. Transparenz auf dem Aktienmarkt wird großgeschrieben. Die Publizitätspflichten nehmen darum im Rahmen der Zulassung in keinem Fall ihr Ende. Ist die Aktie im amtlichen Handel notiert, muss mindestens ein Zwischenbericht pro Geschhäftsjahr vorgelegt werden. Die Ad-hoc Publizitätspflicht gebietet zudem, die am Aktienmarkt interessierte Öffentlichkeit über alle kursbeeinflussenden Nachrichten zu informieren.

Werfen Sie einen Blick auf die Märkte

Technologiesegment

Im Jahr 1997 wurde dieses neue Handelssegment an der Frankfurter Wertpapierbörse von der Deutschen Börse AG als "Neuer Markt" eröffnet. Angestrebt wurde eine Verbesserung der Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung an der Börse. Demnach sollen besonders kleine und mittelständische Unternehmen, die sich durch besonders innovative Konzepte kennzeichnen, gefördert werden. Aber auch traditionelle Branchen sollten in Zukunft besser vom Aktienmarkt profitieren können. Ziel dieses Konzept ist es, Wachstumsunternehmen mit risikobewussten Investoren zusammenzubringen. Die hohe Transparenz, die die Unternehmen mit der Teilnahme an diesem Aktienmarkt zulassen, macht sie für die Kapitalanleger besonders attraktiv. Über die aktive und zeitnahe Informationspolitik können Wachstumsperpektiven besonders gut eingschätzt werden. Dies wiederum ist eine Bedingung für zukunftsorientierte Emissionserlöse. Konstruiert war der neue Aktienmarkt als privatrechtliches Börsensegment. Somit wird ein höherer Freiheitsgrad beim Aktienhandel am Aktienmarkt sichergestellt. Voraussetzung für die Zulassung zu dieser Form des Aktienmarktes ist das Durchlaufen des Verfahrens für den öffentlich-rechtlichen Markt. Während bei diesem Geregelten Markt die Frankfurter Wertpapierbörse über die Zulassung entscheidet, macht dies heute für den TecDAX die Deutsche Börse AG. Die gleichzeitige Teilnahme an beiden Formen des Aktienmarktes ist jedoch nicht möglich.

Die Tops & Flops des TecDAX

Freiverkehr

Ein Aktienmarkt in dieser Form, beschreibt den Handel mit Wertpapieren zwischen freien Maklern und Bankern auf privatrechtlicher Basis. Der Freiverkehr befindet sich in der Hierarchie des Aktienmarktes an unterster Stelle. Er ist ein Überbleibsel aus dem 19. Jahrhundert, als Aktien sich noch in wenigen Händen befanden. Der Aktienmarkt war noch relativ unreglementiert und stellte eine attraktive Möglichkeit zur Kapitalbeschaffung für kleine Unternehmen dar. Das Feststellen von Preisen und Kursen obliegt beim Freiverkehr nicht unmittelbar den Regeln des Aktienmarktes in Form des Amtlichen Handels. Gründe an solch einem Aktienmarkt teilzunehmen sind breit gefächert. Entweder sind die Werpapiere nur von regionaler Bedeutung, am amtlichen Markt nicht zugelassen oder sie stammen von einem neu gegründeten Unternehmen dessen Entwicklung bezüglich des Aktienmarktes erst abgewartet werden muss.

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