Rendite
Warum bringt eine Bundesanleihe, die in fünf Jahren fällig wird, 4,5 Prozent Rendite, eine ansonsten identische Anleihe eines Schwellenlands oder ein Unternehmensbond dagegen deutlich mehr? Die Höhe der effektiven Verzinsung hängt nicht allein vom Zinsniveau am Rentenmarkt ab, sondern auch von der Bonität des Anleihen-Schuldners. Der Renditeunterschied zwischen laufzeitgleichen Papieren unterschiedlicher Emittenten wird als Risikoaufschlag, Zins- oder Renditespread bezeichnet. Das ist der Preis, den ein Emittent am Kapitalmarkt zahlen muss, da seine Bonität geringer ist als die des qualitativ besten Schuldners.
Benchmarkstatus
Wer der beste Schuldner mit dem geringsten Risiko ist, unterscheidet sich von Währung zu Währung. Für Euroanleihen misst man den Zinsspread in der Regel gegenüber Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, für den Dollarraum stellen die US-Staatsanleihen die Messlatte dar. Diese werden auch als Benchmarkanleihen bezeichnet. Den Benchmarkstatus hält immer das Papier, das bei gleichen Rahmenbedingungen die geringste Rendite abwirft. Die Schuldner USA und Deutschland besitzen nicht nur ein Tripple-A-Rating, sie genießen darüber hinaus sehr hohes Ansehen am Kapitalmarkt und ihre Anleihen sind im jeweiligen Währungsraum die liquidesten – alles Gründe, wieso sie den Benchmarkstatus in der jeweiligen Währung über alle Laufzeiten halten.
Der Renditespread einer Emission gegenüber der Benchmark hängt entscheidend ab von der Einschätzung über die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner fällige Zinszahlungen oder die Kapitalrückzahlung zum Fälligkeitszeitpunkt schuldig bleibt. Der Renditespread kann als Zitterprämie verstanden werden, die der Anleger dafür erhält, dass er sein Kapital einem risikobehafteten Investment aussetzt. Diese Prämie ist keineswegs konstant, sondern schwankt mit der Einschätzung der Risikoveränderung.
Swapspread
Teilweise wird als Risikoindikator nicht auf den Spread gegenüber Bundesanleihen, sondern auf den Spread über der Swapkurve zurückgegriffen. Dem Swapspread liegt ein Zinsswap zu Grunde. Mit einem Zinsswap kann ein Finanzmarktteilnehmer fixe Zinszahlungen in variable umtauschen (oder umgekehrt). Der fixe Zinsatz wird dabei als „Swapsatz“ bezeichnet. Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat über eine Anleihe Fremdkapital zu einem festen Zinssatz aufgenommen. Es kann mit einer Bank einen Zinsswap vereinbaren, bei dem es variable Zinsen an die Bank zahlt und den Festsatz von der Bank erhält.




