Im ersten Teil über die Swing Punkte habe ich Ihnen das Swing Low als möglichen logischen Stopp-Punkt präsentieret. Ein Aufwärts-Trend gilt als gebrochen, sobald neue Tiefs gebildet werden. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass man seine trendfolgende Longposition am letzten aufgetretenen Bewegungstief durch eine Stopp Order absichern sollte.
Als diskretionärer Händler erkennt man diese Swing Punkte mit freiem Auge. So viel Sachverstand kann man bei einem Handelssystem jedoch nicht erwarten ihm muss man genau definieren wo es sein Stopp platzieren soll. Deshalb wollen wir uns heute mit zwei möglichen Sonderfällen dieser im Handel sehr nützlichen Punkte beschäftigen.
Am Chart sehen Sie ein solches Swing Low als Punkt 1 markiert. Die rote Kerze in der Mitte der Formation ist von zwei höheren Kerzen umgeben. Diese Dreier-Gruppe definiert das Swing Low Muster, am Tief der mittleren Kerze würde man sein Long Stopp platzieren.
Einen Sonderfall für einen Swing Punkt sehen Sie als Punkt 2 markiert. Die Formation beginnt mit einer stark fallenden roten Kerze, auf welche eine mit einem exakt gleich tiefen Tief folgt. Somit ist schon unser erster Punkt der Swing Punkt Definition nicht erfüllt. Was jedoch viel schwerwiegender wiegt, ist, dass die auf die stark fallende Kerze folgenden Kerzen, alle innerhalb der High-Low Spanne der ersten Kerze der Formation liegen.
Treten bei einem möglichem Swing Low jedoch inside Bars auf, so kann man diese einfach ignorieren. Das Muster ist erst definiert, wenn der Markt wieder über das Hoch der höchsten Kerze der Formation ansteigt. Tut er das nicht, war es eine kleine Korrektur im laufenden Trend, jedoch kein Swing Low.
Dieser Fall ist als Punkt 3 am ersten Chart abgebildet. Zunächst sieht es so aus wie im Beispiel 2. Nach einer stark fallenden roten Kerze scheint der Markt sein Tief zu finden. Die darauf folgenden Kerzen bleiben jedoch alle innerhalb der High-Low Spanne der ersten Kerze. Es wird kein höheres Hoch gebildet. Nachdem der Markt 6 Kerzen innerhalb dieser Spanne schaukelte, ging es weiter bergab. Punkt 3 ist somit kein Swing Low.
Sieht man sich die aktuellen Swing Punkte im DAX an, dann sieht man schnell, dass es sich bei unkt 1 um ein solches „falsches“ Swing Hoch handelt. Nachdem die Formation innerhalb der zuvor aufgetreten stark fallenden Kerze auftritt, ist der Punkt nicht signifikant. Wer aktuell short ist, kann sein Stopp nach dieser Technik zunächst nur auf Punkt 2 legen. Dieses Swing Hoch entspricht wieder der Definition. Und wer will schon short sein wenn der DAX über 6600 schließt? Bleiben Sie wachsam!
Philipp Kahler







