Chartanalyse mittelfristig immer WICHTIGER
Keine Frage, die Märkte sind in den letzten Jahren deutlich volatiler geworden. Mittelfristige Trends, einmal nach oben gerichtet, dann wieder nach unten gerichtet, wechseln sich immer rascher ab. Seit dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 und dem damit verbundenen Crash ist das Marktumfeld für Investoren unberechenbarer geworden. Dies entspricht der makro-ökonomischen Entwicklung.
Schauen Sie sich einfach einmal die folgende Chartgallerie an. Sie sehen das ständige Hin und Her ausgeprägter mittelfristiger Trends. Der Markt kippt von einem Extrem ins andere. Als Anleger müssen Sie sich auf diese exzessive Volatilität einstellen. Sie müssen reagieren, Sie müssen mit Ihrem Anlagestil adaptieren. Und soviel ist auch klar: Sie müssen aktiver handeln.
Mittels charttechnischer Analyse läßt sich von dieser Schwankungsbreite der Finanzmärkte ausgezeichnet partizipieren, weil Sie schlichtweg präziser Ihre Anlageentscheidungen timen können.
Marktteilnehmer sind ständig auf der Suche nach dem nächsten Mega-Trend. Solar? Rohstoffe? Wasser? China? Osteuropa? Oder doch wieder Technologie?
Die Sondierung des "richtigen Einstiegs", des "richtigen Trends" und der Stärke eines vorliegenden Trends ist auch für den Investor wichtiger denn je geworden.
Kostolanys Rat, gute Aktien zu kaufen und dann für die nächsten 10 Jahre eine Schlaftablette zu nehmen, hat für anhaltende Trendmärkte Berechtigung. Während der Marktphase, in der Kostolany diesen Ratschlag erteilte, war er sinnvoll. Man sollte dem Mann insofern nachträglich nicht unrecht tun.
Marktteilnehmer, die allerdings den Bärenmarkt 2000-2002 miterlebt haben, sind eben durch diesen psychisch konditioniert. Wer auf eine heiße Herdplatte fast, der wird sich sein ganzes Leben lang im Bereich von Herdplatten sehr vorsichtig aufhalten. Anders ausgedrückt. Wenn einem Marktakteur einmal beim Investieren mit der Schlaftablette Kapital "abhanden gekommen" ist, wird er nach dieser unschönen Erfahrung sein Anlageverhalten ändern. Es sei denn er zäh im Denken, unbelehrbar, uneinsichtig oder aber gar ein Spieler.
Mittelfristig und langfristig ausgerichtete Anleger machen sich richtigerweise und nachvollzeihbarerweise hauptsächlich die fundamentale Analyse für Ihre Anlageentscheidungen zunutze. Die zentrale Frage, die es im Rahmen des Value-Investings zu beantworten gilt, ist die Folgende: Ist eine Aktie überbewertet oder unterbewertet ? Wenn die Aktienkurse soweit gefallen sind, dass sie unterbewertet sind, kauft der Value-Investor. Dieses Vorgehen setzt voraus, dass der Value-Investor eine fundamentale Unterbewertung tatsächlich adäquat erkennen kann.
Es ist hinzuzufügen, dass fundamentale Unterbewertungen sehr lange anhalten können.
Der Ansatz des Value-Investings ist insofern sehr interessant, da bei adäquater Vorgehensweise zu günstigen Bewertungen gekauft wird und darauf gesetzt wird, dass die gefundenen Unterbewertungen auf jeden Fall "irgendwann", also auf langfristige Sicht, wieder austariert werden. Der Anspruch das große Tief zu kaufen, besteht überhaupt nicht. Zwischenzeitliche Kursverluste in erheblicher Höhe werden akzeptiert, weil auf die hohe Trefferquote der Anlageentscheidungen spekuliert wird. Es ist mir eine Freude bei der Beschreibung dieses Kontexts die Begrifflichkeit "spekulieren" zu verwenden.
Aber! In der aktuell laufenden Dekade seit 2000 haben es eben diese langfristig ausgerichteten Anleger schwieriger. Ich verweise nochmals auf obige Chartgallerie. Auf Sicht von Jahren pendelt der Markt in extremen Bewegungen hin und her. So sehr er sich auch wehren mag, aber auch ein langfristig ausgerichteter Investor gerät unter Zugzwang, was das Timing anbelangt.
Deshalb ist festzustellen, dass charttechnische Analyse nun auch in dieser großen, elitären Anlegergruppe eine zusehends wichtigere Rolle spielt. Insbesondere bei der Auswertung des mittelfristigen Zeitfensters liefert die Chartanalyse nämlich ausgezeichnete prognostische Ergebnisse.
Die fundamentale Analyse als übergeordnete Basis kombiniert mit der charttechnischen Analyse stellt sich als sinnvolle Kombination heraus.
http://www.godmode-trader.de (Harald Weygand)











