ETFs
Eine der für private wie institutionelle Investoren unkompliziertesten, bequemsten, effektivsten und günstigsten Art in einen Index zu investieren, sind Exchange Traded Funds, kurz ETFs genannt. Aufgrund ihrer äußerst geringen Kosten, der exakten Indexnachbildung sowie der hohen Flexibilität werden sie auch als Königsklasse der Indexanlagen bezeichnet.
Was sind Exchange Traded Funds?
Der Begriff „Exchange Traded Funds“ (ETFs) wird mit „an der Börse gehandelter Fonds“ übersetzt. Im Gegensatz zu „normalen“ Aktienfonds handelt es sich bei ETFs um eine Art von Fonds, die wie börsennotierte Aktien auf einfache und effiziente Weise während der gesamten Börsenöffnungszeit handelbar sind. Man unterscheidet zwei Arten dieser Anlageform: passiv gemanagte ETFs und aktiv gemanagte ETFs. Die passiven ETFs werden als klassische Indexfonds bezeichnet. Sie sind in ihrer Anlageentscheidung objektiv und frei von Fehlentscheidungen, denn in diesem Fall übernimmt der Markt die Funktion des Fondsmanagers. Die aktiv gemanagten ETFs weisen zwar grundsätzlich die gleichen Vorteile wie die passiven ETFs auf, doch versuchen die Fondsmanager, zumindest mit einer gewissen individuellen Gestaltungsfreiheit bei der Aktienauswahl den Index zu übertreffen.
Kauf- und Verkaufskurse der ETFs beim Börsenhandel sind unterschiedlich. Denn um den fortlaufenden Handel zu ermöglichen, greifen die ETF-Anbieter auf Designated Sponsors zurück. Dies sind in der Regel Großbanken, die auf Basis des tatsächlichen Werts eines Fondsanteils (Nettoinventarwert) verbindliche Kauf- und Verkaufskurse stellen. Der Gewinn der Designated Sponsors liegt im so genannten Spread, also der Differenz zwischen dem aktuell besten Kauf- und Verkaufskurs. Die Höhe des Spreads wird durch Angebot und Nachfrage im Handel mit dem jeweiligen ETF bestimmt. Vor diesem Hintergrund ist der Spread beispielsweise beim DJ EURO STOXX 50 geringer als bei Branchenindizes.
Es gilt: Je geringer der Spread, desto niedriger sind die Kosten.
Mit Hilfe des ständig durch die Börse berechneten indikativen Nettoinventarwerts (iNAV) der ETFs können Sie selbst beobachten, wie weit der vom Designated Sponsor gestellte Kurs vom Nettoinventarwert abweicht. Hat ein ETF einen Spread von beispielsweise 0,1 Prozent, dann liegen der Kauf- und Verkaufskurs um je 0,05 Prozent über beziehungsweise unter dem Nettoinventarwert.
Die ETF-Anbieter legen vorab einen maximalen Spread fest, der im Handel aber deutlich geringer ist. Den maximalen und aktuellen Spread können Sie beispielsweise auf unserem ETF-Portal unter http://www.boerse-go.de/etfs/ jederzeit einsehen. So haben Sie die Möglichkeit, die Preise verschiedener ETFs auf denselben Index zu vergleichen.
Bei der Anlage mit Exchange Traded Funds wird normalerweise im Verhältnis 1/10 oder 1/100 in einen bestimmten Index, etwa den DJ EURO STOXX 50, investiert. Der Kurspreis des ETFs, der den DJ EURO STOXX 50 abbilden soll, beträgt dann abzüglich der – äußerst geringen – Verwaltungsgebühren beinahe exakt 1/100 des Indexwerts in Euro. Wie auch bei Aktien können die Kauf- oder Verkaufsorders über die Haus- oder Direktbank unter Angabe von Wertpapierkennnummer (ISIN), Stückzahl und möglichen Limits abgegeben werden.
Um den zugrunde liegenden Index abzubilden, stellt der Designated Sponsor einen Aktienkorb zusammen, dessen Zusammensetzung dem Index 1:1 entspricht. Als Gegenleistung erhält er vom ETF-Anbieter, beispielsweise INDEXCHANGE oder Lyxor, ETF-Anteile im Wert des Aktienkorbs, die er im Markt verkaufen kann (Creation-Prozess). Umgekehrt kann der Designated Sponsor ETF-Anteile an die ETF-Anbieter zurückgeben und erhält hierfür als Gegenleistung Aktien (Redemption-Prozess). Der Vorteil dabei: Die über diesen Prozess dem ETF zu- beziehungsweise abfließenden Mittel müssen nicht vom ETF in Aktien investiert oder liquidiert werden, sondern werden bereits als Aktien ein- und ausgebucht. Damit lassen sich Transaktionskosten für den Fonds – und letztlich für den Anleger – vermeiden, was sich positiv auf die Performance auswirkt.
Creation-/Redemption-Prozess, Quelle: Rödl & Partner, Köln
Der Creation-/Redemption-Prozess ist eine klassische Win-Win-Situation für alle Teilnehmer: Der ETF-Anbieter überträgt das Risiko auf den Designated Sponsor, dieser kann den Index durch den täglichen Handel fortlaufend abbilden, und der Investor erhält zu jeder Zeit ein faires Pricing. Nachfolgende Abbildung stellt den Creation-/Redemption-Prozess grafisch dar.
Die folgenden Erläuterungen zeigen Ihnen die Rolle der jeweiligen Marktteilnehmer im Primär- und Sekundärmarkt auf. Der Primärmarkt beschreibt das Verhältnis zwischen ETF-Investmentgesellschaft, ETF-Management und Designated Sponsors. Teilnehmer des Sekundärmarktes sind neben den Investoren die Banken und Broker sowie die Börse.
Exchange Traded Funds am US Markt
Stellen Sie sich einen Marktteilnehmer vor, der Aktien einer Gesellschaft kauft und regelmäßig auf dem falschen Fuß erwischt wird: Immer wieder kauft er die Unternehmensanteile, wenn sie nahe an einem Top sind, und immer wenn er verkauft, dann steigt die Aktie innerhalb kürzester Zeit über seinen Verkaufspreis und erklimmt anschließend neue Höhen.
Aber wenn es um den Markt als solchen geht, zum Beispiel den Dow Jones Industrial Average, den Nasdaq 100 Index oder den Standard & Poor’s 500 Index, scheint dieser Marktteilnehmer fast immer zu wissen, woher der Wind bläst. „Wenn ich nur den verdammten ganzen Markt auf einmal handeln könnte, statt all diese einzelnen Aktien!“, mag unser Marktteilnehmer fluchen. Nun, aufgrund des explosiven Wachstums in Exchange Traded Funds kann diesem verzweifelten Trader geholfen werden.
Der Trend der Exchange Traded Funds (ETFs) kommt aus den USA. Deshalb befaßt sich dieser Fachartikel mit den für den US Markt spezifischen ETFs.
Die anderen Artikel im Wissensbereich "ETFs" von GodmodeTrader.de befassen sich mit dem europäischen, insbesondere deutschen ETF Markt.
Auf Godmode-Trader.de finden Sie darüberhinaus eine eigene ETF Rubrik mit aktuellen Marktdaten und Analysen :
http://www.Godmode-Trader.de/etf/
Aufbau von ETFs
Es war der geradezu dramatische zahlenmäßige Anstieg der Trader und Investoren in Stock Mutual Funds in den 90er Jahren, kombiniert mit einer steigenden Spitzfindigkeit des durchschnittlichen Marktteilnehmers und dem Zugang zu Finanzinformationen über das Internet, der zu dieser Produktinnovation führte. Viele Marktteilnehmer wollten nicht nur die Diversifikation eines Aktienportfolios sondern genauso auch die Freiheit schneller in und aus ihren Funds zu kommen als das ökonomische Klima umschwenkte. Aus dieser Nachfragesituation resultierten die Exchange Traded Funds.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Investmentfonds werden Exchange Traded Funds (ETFs) an der Börse wie Aktien fortlaufend gehandelt, Geld- sowie Briefkurse werden entsprechend der Angebots- Nachfrage-Konstellation während der Handelszeit also kontinuierlich festgestellt. Die Kurse herkömmlicher Investmentfonds werden hingegen nur einmal täglich gepreist. Nach jedem Handelsschluss kalkulieren die Fondshäuser auf Basis der Schlusskurse der Indexbestandteile den Net Asset Value. Bei diesen ursprünglichen Funds sind Sie gezwungen, zu einem Ihnen unbekannten Kurs zu kaufen und zu verkaufen. Diesen Ausführungskurs erfahren Sie in der Regel erst am Folgetag. Dies ist einer der Gründe dafür, dass diese Investmentfonds nur begrenzte Trading-Opportunitäten bieten. Exchange Traded Funds sind Zusammenstellungen von Aktientiteln, die als Paket hauptsächlich an der American Stock Exchange (AMEX), aber auch der New York Stock Exchange (NYSE) und auch - in Form einer Option - an der Chicago Board Options Exchange (CBOE) ge- und verkauft werden können. Aufgrund der korbartigen Zusammenstellung repräsentieren die ETFs beispielsweise Indizes, wie den Dow Jones Industrial, aber auch Sektoren wie den Philadelphia Semiconductor Index und Subsektoren wie Internet Infrastruktur. Doch damit nicht genug: Auch von der Börsenentwicklung ganzer Länder und Kontinente können Sie partizipieren.
Die meisten ETFs basieren auf Marktindizes, die bekanntesten dieser Art sind:
- die Diamonds (DIA), die den Dow Jones Industrial (INDU) tracken,
- der Nasdaq 100 Tracking Stock (QQQ) für den Nasdaq 100 Index (NDX) und
- die S&P Depository Receipts (SPY), die den S&P 500 Index (SPX) verfolgen.
Ein ETF fungiert sowohl als ein Investmentfonds als auch eine individuelle Beteiligung mittels einer Aktie. Genauso wie ein Investmentfonds bestehen ETFs aus einer Zusammenstellung von 10 bis 50 verschiedenen Aktien und bieten eine einfache Möglichkeit zur Diversifikation für viele Marktteilnehmer, die beispielsweise nicht 20 und mehr verschiedene Aktien selbständig auswählen wollen. Gleichzeitig können ETFs – wie Aktien im allgemeinen auch - mit einem Marginkonto gehandelt werden und dies auch intraday.
Die ETFs können sogar ohne Beachtung einer Uptick Rule leerverkauft werden. Dazu eine kurze Erläuterung: Normalerweise muss der Marktakteur bei Leerverkäufen darauf warten, dass der Preis einen Tick nach oben geht, bevor er geliehene Aktien verkauft. Dies schreibt die sogenannte Uptick Rule vor. Die meisten Signale für Leerverkäufe entstehen durch die Preisbewegung unter spezifische Pivot Points, wie zum Beispiel dem Tief des vorhergehenden Handelstages. Aber dann besteht oft das Problem, diese Aktien sofort leerzuverkaufen, da man auf den nächsten Uptick warten muss. Unter diesen Umständen kann es passieren, dass die Aktie schon um einiges tiefer notiert als zu dem vom Marktakteur gewünschten Entry. Gleichermaßen kann der Uptick in diesem Falle der Beginn eines Rebounds der Aktie darstellen, also mehr als nur ein relativ belangloses Pullback auf dem Weg zu tieferen Tiefs.
Nicht so bei den Exchange Traded Funds: Die Uptick-Regel gilt hier nämlich nicht. Sie können sich jederzeit Aktien eines ETFs leihen und sie ohne Unterbrechnung bei der Abwärtsbewegung, die den Trigger für ihren Leerverkauf darstellt, leerverkaufen. Was alle ETFs bieten, ist die Möglichkeit sehr einfach in allen Sektoren der Wirtschaft zu traden beziehungsweise in diese zu investieren. Diese nahezu grenzenlose Vielfalt soll im folgenden anhand der verschiedenen ETFs erläutert werden:
Exchange Traded Funds und Indizes
Der älteste ETF ist der sogenannte „Standard & Poors Depositary Receipts“, auch als „Spiders“ wegen seines Akronyms SPDR genannt. SPDRs sind börsennotierte ETFs, die aus einem fixierten Portfolio von Aktien aus dem S&P 500 Index basieren. Das Ziel eines SPDRs ist den Preis und die Dividendenperformance des S&P 500 Index nachzuvollziehen. Marktakteure kaufen hier Anteile eines Investmentfonds – Aktien, die anfänglich auf ein Zehntel des Gegenwertes des S&P 500 Index gepreist wurden. Notiert der S&P 500 Index beispielsweise bei 1200, können Marktteilnehmer damit rechnen, dass die SPDRs (SPY) mit $ 120 notieren. Wie auch immer, es muss nicht immer so sein, weil sich die Marktkonditionen aufgrund von Dividendenzahlungen verändern und Preise auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage funktionieren. Andere SPDRs beziehen sich nicht auf einen Index, sondern auf spezifische Sektoren, doch dazu später mehr wenn es im nächsten Kapitel um Exchange Traded Funds und Sektoren geht.
Wenn es nun ETFs für den S&P gibt, dann müssen es doch ähnliche Funds auch für den Dow Jones Industrial Average (DJIA) und die Nasdaq geben, oder?! Richtig, die ETFs, welche den Dow Jones tracken, werden wegen ihres Symbols „DIA“ auch als „Diamonds“ bezeichnet und wie SPY an der AMEX gehandelt. Im Gegensatz zu den SPDRs gibt es nur einen Diamond-ETF. Mittels dieses ETFs kann die Entwicklung des DJIA getrackt werden. Ähnlich ist es bei der Nasdaq – auch sie hat nur einen ETF. Der Nasdaq 100 Index Tracking Stock versucht den Preis und die Dividendenperformance des Nasdaq 100 Index zu tracken und ist bekannt unter der Bezeichnung „The Cube“ (engl., svw. „dritte Potenz“) wegen seines Trading Symbols, QQQ. Eine einzige Nasdaq 100 Tracking Aktie repräsentiert 1/40 des aktuellen Wertes des Nasdaq 100 Index (NDX). Notiert der Nasdaq 100 Index zum Beispiel bei 1600, so sollte der Nasdaq 100 Tracking Stock demzufolge mit 40 notieren, wobei - wie schon bei den Standard & Poors Depositary Receipts (SPY) erwähnt – die Marktkonditionen sich verändern können.
Genauso wie SPDRs sind Cubes und Diamonds so strukturiert, dass auch Dividendenausschüttungen des ETFs nicht wieder automatisch reinvestiert werden, indem zusätzliche Aktien gekauft werden, wie dies zum Beispiel bei den Sektoren-SPDRs und iShares der Fall ist, die in Kürze beschrieben werden.
Vor- und Nachteile von ETFs
Im folgenden finden Sie eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Vor- und Nachteile von Exchange Traded Funds.
- Vorteile
- ETFs „neigen“ dazu erfunden zu werden, um Trader an den Bewegungen heißer Aktiengruppen partizipieren zu lassen.
- Kauf und Verkauf sind intraday möglich.
- Streuung: Jeder ETF ermöglicht es, eine ganze Gruppe von Aktien zu handeln, was dazu führt, dass die Volatilität geringer ist als bei einzelnen Aktien (siehe hierzu bitte auch Punkt 3 bei Nachteile“).
- Indizes können wie einzelne Aktien gehandelt werden.
- ETFs können auf Margin gehandelt werden.
- ETFs können geshortet werden.
- Liquidität
- keine Aufschläge wie für aktiv gemanagte Fonds
siehe auch Vorteile von ETFs
- Nachteile
- Vor allem ETFs, die auf Subsektoren ausgerichtet sind, können nur in Round-Lots gehandelt werden. Während einerseits die Kosten reduziert werden, um an einer Gruppe von Aktien zu partizipieren, ist andererseits ein bestimmter finanzieller Aufwand zu erbringen, um wenigstens 100 ETFs zu erwerben. Diese Round-Lot-Restriktionen beziehen sich nur auf die HOLDRs und nicht auf andere ETFs wie zum Beispiel die SPDRs.
- Einige wenige Broker gestatten keinen Online-Handel von ETFs, sondern lediglich über das Telefon.
- Jeder ETF ermöglicht es, eine ganze Gruppe von Aktien zu handeln, was dazu führt, dass die Volatilität geringer ist als bei einzelnen Aktien (siehe dazu bitte auch Punkt 3 bei „Vorteile“)
Geschichte der ETFs
Exchange Traded Fund - ETF
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| Werdegang | |
| Anfang der 70er Jahre | Investoren erkennen allmählich, dass es unmöglich scheint, die Benchmark mit Stockpicking-Methoden zu übertreffen. |
| 1971 | William Sharp und Bill Fouse kreieren bei Wells Fargo mit dem "Samsonite Pension Fund" den ersten Indexfonds für institutionelle Investoren. |
| 1976 | John Bogle und Burton Malkiel entwickelten mit dem Vanguard 500 den ersten Indexfonds für Privatanleger. |
| Anfang der 80er Jahre | Programmhandel und Futures ermöglichen es institutionellen Investoren, große Aktienkörbe zu kaufen und zu verwalten. |
| 1987 | Handel von Cash Index Participations (CIPs) an der Philadelphia Stock Exchange und Index Participation Shares (IPS) an der American Stock Exchange. |
| 1988 | Erster Indexfonds "CB German Index Fund" für Institutionelle Investoren in Deutschland. Emittent: Luxemburger Commerzbanktocher CB German Index Fund Company. |
| 1989 | Der Handel mit den auf dem TSE-35-Index basierenden Toronto Index Participation Shares (TIPS) beginnt in Kanada. TIPS sind das erste aktienbasierte Instrument zum Indexhandel. Wenig später werden die Toronto 100 Index Participations (HIPs) nach dem gleichen Prinzip eingeführt. |
| 1990 | Zulassungsprozess für ETFs wird in Gang gesetzt. |
| 1992 | Erste deutscher Index-Publikumsfonds "Oppenheim DAX-Werte Fonds" vom Bankhaus Oppenheim. |
| 1993 | Erster ETF mit Namen SPDRs (Standard & Poor's Depository Receipts) an der American Stock Exchange |
| 1996 | "WEBS" und "Country Baskets" sind die ersten ETFs, die auf einzelnen Länderkörben basieren. |
| 1998 | Einführung von "Diamonds", "HOLDRs" und "Select Sector SPDRs". |
| 1999 | Einführung von Nasdaq-100-Trust-Anteile "Cubes". |
| 2000 | ETF-Handel in Deutschland, Großbritannien, Israel, der Schweiz und Schweden. Zudem: erste aktive ETFs wurden aufgelegt. |
| Erfolge | |
| 2004 | Gold- und Immobilien-ETFs werden initiiert ETFs für Schwellenländer kommen. Erster börsengehandelte Fonds in der Türkei. ETFs-China wird von BGI lanciert |
| 2005 | ETFs erobern neue Märkte: Osteuropa-ETFs, ETF-lizenziert für Südafrika, Börse Dublin legt ersten ETF für irische Aktien auf. 11 ETFs für die Wiener Börse ETF mit Export-Fokus Erster Indexfonds auf Bundes-Langläufer Rohstoff-ETF ETF-Lebensversicherung ETF mit Dividendenrendite: DivDAX®EX, Dow Jones STOXXSM Select Dividend 30EX Dow Jones EURO STOXXSM Select Dividend 30EX, Dow Jones U.S. Select DividendSMEX Sechs neue ETFS im Stoxx 600 Universum i-Shares MSCI Brasil |
| Highlights (April 2006) | Vermögen der europäischen ETFs: 70,6 Milliarden Dollar Sind 164 ETFs in europäischen Börsen gelistet113 ETFs sind in der Deutschen Börse notiert (AuM i.H.v. 32,3 Mio. EUR) Marktanteil nach Anbieter: Lyxor Asset Management mit 25,1 Prozent, Barclays Global Investors mit einem Marktanteil von 24,4 Prozent und Indexchange mit 21,1 Prozent. |
| Perspektiven | Mit der Zulassung von „Superfonds“ (Super-OGAW) haben sich die Möglichkeiten des Einsatzes von ETFs im Spezialfondsmanagement wesentlich erweitert – und damit die Chance zur Optimierung der Performance bei gleichzeitiger Vereinfachung von Bilanzierung und Reporting verbessert. |
ETF-Primärmarkt
- ETF-Investmentgesellschaft Die ETF-Investmentgesellschaft, beispielsweise INDEXCHANGE, Barclays oder Lyxor, ist Emittent und damit verantwortlich für das Sondervermögen (ETF). Sie ist die Schnittstelle zwischen allen Beteiligten, bei ihr laufen alle Kanäle zusammen. Ihr obliegen der gesamte Prozess der Produktgestaltung sowie das Auflegungsprozedere. Die ETF-Investmentgesellschaft schließt dabei Verträge mit den Indexprovidern (Indexanbietern, zum Beispiel STOXX Ltd.), der Börse und den Market Makern/Designated Sponsors. Sie beantragt die Auflegung und Vertriebszulassung des ETF beim zuständigen Aufsichtsamt sowie die Börsenzulassung. Das eigentliche ETF-Management kann sie dabei allein übernehmen, sie kann aber auch mit einem externen Manager zusammenarbeiten. Letztlich gehen sämtliche Marketing- und Vertriebsaktivitäten von der Investmentgesellschaft aus.
- ETF-Management Das ETF-Management versucht, den dem ETF zugrunde liegenden Index möglichst 1:1 abzubilden beziehungsweise eine gleich verlaufende Wertentwicklung zu erzielen. Dazu muss das Management die Informationen des Marktes und des Indexproviders ständig auswerten und zum Beispiel Aktiensplits, Fusionen oder Ausschüttungen entsprechend berücksichtigen. Gerade das Management eines Fonds, dessen zugrunde liegender Index mehrerer Zeitzonen erfasst oder der mit Hilfe eines optimierten Baskets gesteuert wird, bedarf eines Höchstmaßes an Know-how.
- Market Maker (Designated Sponsor) Market Maker veröffentlichen kontinuierlich verbindliche An- und Verkaufspreise der ETFs. Der maximale Spread zwischen Geld- und Briefkurs sowie das Volumen, für das diese Preise gestellt werden müssen (minimales Quotierungsvolumen), werden ihnen dabei von der ETF-Investmentgesellschaft vorgegeben. Um eine Monopolstellung zu vermeiden, sehen die Bedingungen bei der Deutschen Börse für den Handel passiv gemanagter ETFs vor, dass für jeden Fonds mindestens zwei Market Maker benannt werden müssen. Ein Geschäftsabschluss kommt für denjenigen Market Maker zustande, der den für den Investor besten Preis stellt. Die Market Maker stehen somit untereinander im Wettbewerb – dies sorgt für den Anleger für einen fairen Preis zu Marktkonditionen. Eine Schlüsselrolle kommt den Market Makern im so genannten Creation-/Redemption-Prozess zu. Er beinhaltet den Tausch von Aktienkörben gegen ETF-Anteile zwischen Market Maker und ETF-Investmentgesellschaft.
ETF-Sekundärmarkt
- Investoren Die Investoren (Institutionelle und Privatanleger) kaufen oder verkaufen die ETF-Anteile, indem sie ihre Orders in der Regel über ihre Bank oder einen Broker an der Börse platzieren. Die gestellten Geld- und Briefkurse sind hier verbindlich und dem Investor somit bei Ordererteilung bekannt. Es ist jedoch auch möglich, Orders direkt über den Market Maker abzuwickeln. In diesem Fall werden die Kurse zwischen beiden Vertragspartnern verhandelt. Institutionelle Investoren haben zudem die Möglichkeit, ETF-Anteile direkt gegen Sacheinlagen in Form von Aktienkörben zu erhalten.
- Banken und Broker Banken und Broker – hierzu gehören auch die Market Maker beziehungsweise die Designated Sponsors – nehmen die Aufträge ihrer privaten und institutionellen Investoren entgegen und leiten sie direkt an die Börse weiter oder bedienen die Anleger aus ihren eigenen Handelsbeständen.
- Börse ETFs werden an den Börsen jeweils in speziellen Handelssegmenten gehandelt (zum Beispiel bei der Deutschen Börse AG im XTF-Segment). Der Börsenhandel erfolgt einerseits im fortlaufenden Handel (9.00 bis 17.30 Uhr, Orders werden hintereinander zum jeweils besten der von den Market Makern oder einem anderen Marktteilnehmer gestellten Kurs ausgeführt) und andererseits in zwischenzeitlichen Auktionen (Interessenten geben während einer bestimmten Zeitspanne ihre Gebote für Kauf und Verkauf ab, danach erfolgt die Preisfeststellung nach dem Meistausführungsprinzip).
Die Deutsche Börse AG bestimmt beispielsweise alle 15 Sekunden einen indikativen NAV (iNAV). Dieser repräsentiert den fairen Wert des Portfolios in Echtzeit, da jeweils alle Assets zu Marktpreisen aggregiert werden. Der indikative NAV dient zudem den Market Makern zur Kontrolle ihrer Geld- und Briefkurse, den institutionellen Anlegern zur Aufdeckung von Arbitrage-Möglichkeiten und den Privatanlegern zur Beurteilung der Fairness des Börsenpreises.
ETFs und Steuern
Die Abgeltungssteuer ist beschlossene Sache, ab dem 1. Januar 2009 tickt die Steueruhr für die Anleger neu. Gewinne aus Wertpapiergeschäften unterliegen danach der pauschalen Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, inclusive Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag liegt die Belastung dann bei rund 28 Prozent. Die Abgeltungssteuer gilt linear pauschal und unabhängig von der Haltedauer der Kapitalanlage. Die Steuer fällt sowohl bei Zinserträgen, Dividenden als auch bei Veräußerungsgewinnen aus Wertpapieren an, sie wird von den jeweiligen Banken direkt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
Gegenüber der bislang gültigen Steuergesetzgebung, die auch noch weiterhin für Käufe vor dem Stichtag 1.Januar 2009 gilt, ergeben sich damit einige gravierende Änderungen: Erstmalig werden Kursgewinne bei Wertpapieren wie Aktien oder Investmentfonds unabhängig von der Spekulationsfrist von einem Jahr besteuert, daneben entfällt das Halbeinkünfteverfahren für Kursgewinne und Dividenden bei Aktien.
- Rechtzeitiges Positionieren lohnt sich
Da die Abgeltungssteuer ausschließlich bei einem Verkauf des Wertpapiers anfällt und einbehalten wird, lohnt sich für Privatanleger gerade eine Anlage die in 2008 getätigt und ohne Umschichtungen möglichst lange gehalten wird. Vor diesem Hintergrund erscheinen breit gestreute Indexfonds, die in etablierte Märkte mit langfristigem Wachstumspotenzial investieren und kurzfristige Modethemen an den Finanzmärkten meiden als erste Wahl. Die enorm niedrigen laufenden Gebühren in den Indexfonds (0,1 bis 0,5 Prozent) sind ein weiteres gutes Argument um sich dem Trend zur passiven Indexanlage anzuschließen.
Die nachfolgend aufgelisteten ETFs zählen zu den von Anlegern am häufigsten gewählten Indexfonds an der ETF-Handelsplattform der Frankfurter Börse.
siehe auch Bekannte ETFs
Kosten
Der große Vorteil der passiven Indexanlage sind die niedrigen Kosten. Zum einen entfällt die, mit hohem Zeitaufwand und Kosten verbundene, Markt und Unternehmensrecherche, sowie die Transaktionskosten um das Wertpapierportfolio immer wieder neu anzupassen. Die jährlichen Verwaltungsgebühren des DAX ETF liegen bei nur 0,15 Prozent pro Jahr und damit bei rund einem Zehntel eines aktiv gemanagten Fonds. Dazu kommen die jeweiligen Ordergebühren der depotführenden Bank.
Unterschied zwischen ETFs und Indexzertifikaten
Zwischen den beiden Wertpapierarten besteht rechtlich ein ganz entscheidender Unterschied. Das Indexzertifikat ist eine Schuldverschreibung, damit trägt der Anleger das Emittentenrisiko. Bei einer Zahlungsunfähigkeit des Zertifikate-Emittenten könnten dem Anleger dadurch Verluste entstehen, dass der Emittent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Das Emittentenrisiko besteht bei ETFs nicht, da die angelegten Kundengelder Sondervermögen darstellen und im Falle einer Insolvenz vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist.
Streuung von Risiken mit ETFs
In den letzten Jahren ist die Anzahl der angebotenen ETFs beständig gewachsen, weltweit stehen weit über 1000 Indexfonds zur Verfügung. Bereits mit 3 unterschiedlichen ETFs beispielsweise für Europa, USA und Japan erreicht man eine Streuung des Portfolios in über 500 unterschiedliche Einzelwerte. Das Einzelwertrisiko lässt sich damit ausreichend reduzieren, das Marktrisiko das heißt der gleichzeitige Einbruch aller großen Aktienindizes kann damit allerdings nicht ausgeschaltet werden. ETFs auf einen Anleihen- oder Rohstoffkorb tragen zur weiteren Streuung in einem gut diversifizierten Portfolio bei.
siehe auch ETF-Handel und ETF-Strategien
ETF-Sparpläne
Wenn die Webeprospekte der einzelnen Fondsgesellschaften oder Banken betrachtet werden, entsteht der Eindruck, jede Gesellschaft hat ein sehr erfolgreiches Konzept, betreibt aufwendige Researcharbeit und liefert langfristig hervorragende Ergebnisse. Die Berater werden Ihnen ähnliches erzählen, mit der gelegentlichen Aussage, dass die Unterschiede bei den großen Gesellschaften ohnehin nur marginal sind, wenn sich im gleichen Sektor, beispielsweise bei den Europafonds, verglichen wird.
siehe ETF-Sparpläne
Exchange Traded Funds und Sektoren
[ETFs:ETCs|ETCs]





