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    Inhaltsverzeichnis

    Gold

    Archäologen haben erforscht, dass Gold bereits 2000 v.Chr. in Ägypten gefördert wurde. Die ersten Goldmünzen ließ König Croesus im 6. Jahrhundert v. Chr. herstellen. Das gelbe Metall verfügt über eine hohe Dichte und wird durch Luft, Feuchtigkeit, Hitze und den meisten Lösungsmitteln nicht angegriffen.

    Preisverlauf von Gold aufrufen

    Gold lässt sich gut verarbeiten und verfügt über hervorragende Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme, Eigenschaften die das gelbe Edelmetall zu einem wichtigen Rohstoff für die Industrie machen. Der wichtigste Einsatzbereich ist die Elektroindustrie. Ein anderer wichtiger Bereich, in dem Gold schon seit 3000 Jahren verwendet wird, ist die Zahntechnik. Die mit großem Abstand wichtigste Branche in der Gold verarbeitet wird (75%) ist jedoch die Schmuckindustrie.

    Gold wird auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis (hier ist Bergbau verboten) gefördert, wobei Südafrika mit 16% Marktanteil der Hauptproduzent ist. Weitere Vorkommen gibt es z.B. in den USA (v.a. in Nevada) mit 12%, in Australien mit 11%, Russland mit 6,2% und Kanada mit 5,8% Marktanteil. Allerdings ist anzumerken, dass aufgrund der Tatsache das Gold praktisch unverwüstlich ist, das Gold, das entlang der Zeit gefördert wurde, in der einen oder anderen Form weiter verwendet wird. Die Kosten für die Goldförderung steigen, da immer tiefer gegraben werden muss, um auf neue Goldvorkommen zu stoßen. Die Förderkosten sind die Basis für den Goldpreis. Geht der Goldpreis zurück, müssen ältere Minen, die besonders hohe Kosten aufweisen, geschlossen werden. Dadurch verringern sich wiederum die Fördermengen.

    Bild:gold.GIF Quelle: seasonalcharts.de

    1792 entschied der Kongreß der Vereinigten Staaten das ausgegebene Papiergeld durch Gold und Silber zu decken. Damit erhielt Gold eine formale Rolle als Währung. Jeder Bürger konnte sein Papiergeld bei der Zentralbank gegen Gold/Silber eintauschen. Präsident Richard Nixon hob 1971 den Goldstandard auf, was zum Zusammenbruch des Bretton Woods-Abkommens führte. Seitdem bewegen sich die Preise von Gold und die Wechselkurse, zumindest theoretisch, unabhängig voneinander. Die noch bestehenden beträchtlichen Goldreserven der Zentralbanken haben heute nur eine rein psychologische Absicherungsfunktion. In den Tresoren der Zentralbanken lagern weltweit über 30.000 Tonnen Gold. Den größten Anteil daran (ca. 26%) hält die Federal Reserve Bank, gefolgt von der Deutschen Bundesbank (ca. 11%) und der Banque de France (9,7%). Bei einem Goldkurs von 400 USD/Unze verfügt Deutschland über einen „Goldschatz“ im Wert von 44,8 Mrd. USD. Bedenkt man jedoch, dass allein die jährliche Neuverschuldung in etwa diesem Betrag entspricht, wird die geringe Bedeutung des Goldes als Deckung der Währung deutlich. Da zurzeit die jährliche Fördermenge nur etwa ¾ der Weltnachfrage deckt, muss durch den Verkauf von Zentralbank-Gold dieses Defizit ausgeglichen werden. Weltweit liegt die Nachfrage nach Gold bei rund 3.600 Tonnen. Dagegen liegt die tatsächliche Fördermenge von Gold bei nur etwa 2.600 Tonnen.

    Gold wird an der New York Mercantile Exchange (Abteilung COMEX), am Chicago Board of Trade, an der Euronext/LIFFE, am London Buillon Market, an der Tokyo Commodity Exchange, an der Bolsa de Mercadorias and Futuros und an der Korea Futures Exchange gehandelt.

    Gold- und Silber-ETFs

    Neben Immobilien-ETFs sollen auch Gold- und Silber-ETFs, also mit physischem Gold bzw. Silber unterlegte Exchange Traded Funds, in naher Zukunft den deutschen Kapitalmarkt bereichern. Die Initiierung eines Gold ETF geht auf eine Initiative des World Gold Council (WGC) zurück, dass das so genannte Gold Bullion Securities (GBS) entwickelt hat. Der Gold Bullion wurde bisher nur in Australien und London gehandelt. Die Zulassung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist beantragt.

    Barclays Global Investor (BGI) hat die Hinterlegung von 1,5 Millionen Unzen Silber bei der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) beantragt. Die Hinterlegung solle den Handel von 150.000 ETFs auf den Silberpreis ermöglichen. Der ETF wird immer den Preis des zeitnahen Silber-Futures haben und kann wie eine Aktie gehandelt werden. Da die US-Börsenaufsicht vor kurzem die Bestimmungen zur Zulassung des ETF auf Silber geändert hat, ist somit die Notierung des ersten Silberfonds an der Amex in greifbare Nähe gerückt. Allerdings muss der ETF der Barclays Global Investor zuvor noch die Zulassung diverser Regulierungsbehörden erhalten, um endgültig zugelassen zu werden. Nach der Entscheidung der SEC wird optimistischer sein, dass dies gelingen wird.

    Gold- und Silber-ETFs erweitern die Bandbreite der risikodiversifizierten Strukturierung der Asset Allocation um weitere Möglichkeiten, auch in Rohstoffe zu investieren. Die Hausse der Rohstoffpreise läuft bereits seit gut sechs Jahren, aber nur wenige Vermögensverwalter haben mit darauf zielenden Produkten reagiert. Einige große Häuser springen auf den Zug, aber viele Adressen haben das Thema noch nicht erkannt. Laut Barclays Capital haben Großanleger, wie z. B. Pensionsfonds, Stiftungen oder Investmentfonds ihre Engagements in den vergangenen Jahren zwar rasant auf rund 100 Milliarden Dollar aufgestockt. Doch die Summe verblasst vor der Größe des internationalen Vermögensverwaltungsmarktes, der auf rund 54 Billionen Dollar taxiert wird.

    Die Analyse der Publikumsfonds in Europa führt zu ähnlichen Ergebnissen. Nach Berechnungen von Feri FMI in London bieten die Anlagefirmen fast 36.000 Produkte an. Davon sind nur 199 auf Rohstoffanlagen und dort meist auf Aktien der Branche ausgerichtet. Von diesen wiederum konzentrieren sich lediglich 32 auf Edelmetallaktien, das ist nicht einmal ein Promille des Marktes (vgl. nachfolgende Tabelle).

    Anlageschwerpunkt 30.08.2006 2005 2004 2003 2002
    Zahl der Fonds in Europa
    Rohstoffe 167 132 120 115 115
    Edelmetallaktien 32 29 29 28 24
    Fondsbranche gesamt 35809 39927 30820 28384 25859
    Nettoabsatz in Europa in Mrd. €
    Rohstoffe 9,8 9,4 1 1,3 0,2
    Edelmetallaktien 1 0,4 0,1 1,2 0,7
    Fondsbranche gesamt 231,8 363,9 191,1 257,4 170
    Verwaltetes Vermögen in Mrd. €
    Rohstoffe 32,7 21,4 7,3 5,8 3,8
    Edelmetallaktien 6 4,4 2,6 3 1,3
    Fondsbranche gesamt 4792,3 4495,4 3629,3 3290 2863,5

    Im bisherigen Jahresverlauf setzten die Anbieter europaweit netto für fast 232 Milliarden Euro Anteilsscheine ab. Davon flossen nur knapp elf Milliarden Euro in rohstoffbezogene Produkte und nicht einmal eine Milliarde Euro in Produkte für Edelmetallaktien. An den europäischen Fondsvermögen von 4,8 Billionen Euro, sind Rohstoffe insgesamt nur mit 0,8 Prozent beteiligt.

    Investoren erhalten mit Gold- und Silber-ETFs einen äußerst kostengünstigen und flexiblen Zugang zum Gold- und Silbermarkt. Insbesondere Gold gilt als „die“ Krisenanlage schlechthin – nicht umsonst greifen Investoren auf Gold zurück, wenn es darum geht, die Anlagerisiken durch Diversifikation zu reduzieren. Eine Investition in goldbasierte Exchange Traded Funds hat mehrere Vorteile: Eine Mindestanlage ist nicht erforderlich, die Anteile können jederzeit am Sekundärmarkt gekauft oder verkauft werden, und für die notwendige Liquidität sorgen Börsenmakler.

    Xetra-Gold

    Daniel Kühn, Chefredakteur des Traders-Journal (Traders-Journal.de) äußert sich in einer Antwort auf einen Leserbrief zum Xetra-Gold (WKN A0S9GB):

    Frage: Hallo TJ-Team, ich möchte einen Teil meines Vermögens in Gold anlegen. Physisches Gold scheidet für mich wegen der Lagerung aus, da habe ich zuviel Angst. Was halten Sie von Xetra-Gold?

    Zunächst mal sage ich Ihnen: Sie haben völlig Recht – Gold gehört in jedes gut diversifizierte Depot, in solchen Zeiten auch durchaus in nennenswertem Umfang (>10%). Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) ist eine Anleihe einer Tochter der Deutschen Börse AG (Deutsche Börse Commodities GmbH). Sie verbrieft jeweils den Anspruch auf physische Lieferung von 1 Gramm Gold. Die Gesellschaft erwirbt im Rahmen der jeweils ausstehenden Anleihen also reales Gold und in geringem Umfang (5-10%) Buchgold-Ansprüche. Theoretisch können Sie jederzeit über Ihre Depotbank die Lieferung des Goldes verlangen. Allerdings gibt es da einen großen Haken, da sind die Kosten. Diese werden im Wertpapierprospekt zwar nicht explizit genannt, bei kleineren Beträgen dürften sie aber enorm sein – so hoch, dass sie den Wert eines kleinen Barrens aufzehren. Der Lieferungsanspruch ist als eher theoretischer Natur, es sein dann man kauft gleich viele Kilo-Barren. Weiter muss man festhalten, dass das Vorrätighalten von Barren durch die Gesellschaft keiner Sicherung im rechtlichen Sinne entspricht – die Anleihe ist NICHT besichert mit Gold. Das ist zwar aus heutiger Sicht ein sehr unwahrscheinlicher Fall, aber würden noch andere Gläubiger gegen die GmbH Forderungen geltend machen und käme es zur Insolvenz, so ist man als Anleihehalter gleichranging mit anderen Gläubigern gestellt. Wer also glaubt dass das System crasht und alles zusammenbricht, der wird auch mit Xetra-Gold nicht glücklich. Für solche Menschen kommt einzig und allein physisches Gold in Frage. Für alle anderen ist Xetra-Gold ein sehr interessantes Produkt, vielleicht das beste ungehebelte auf dem Markt. Ganz wesentlicher Punkt: Xetra-Gold unterliegt – jedenfalls nach Meinung der Deutschen Börse AG – NICHT der Abgeltungsteuer, wegen des Anspruchs auf physische Lieferung. Es gilt demnach auch ab 2009 die alte Spekulationsfrist von 12 Monaten, die auch in Zukunft für physisches Gold relevant ist. Das wäre natürlich ein entscheidender Vorteil z.B. gegenüber Gold-Zertifikaten. Meiner Meinung nach eine sehr zweifelhafte Argumentation, auf die ich mich nicht verlassen würde.

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