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Rohstoffindizes
Nach der Beschreibung von Zertifikaten auf einzelne Rohstoffe widmen wir uns in diesem Kapitel den so genannten Indexzertifikaten. Sie werden auf eine Gruppe von Rohstoffen ausgestellt. Natürlich kann sich der Anleger ein solches Portefeuille auch selbst zusammenstellen, indem er für jeden Rohstoff ein Einzelzertifikat kauft. Allerdings stellt sich für ihn dann auch die Frage der Gewichtung. Der Profi mag hierfür die intelligentere Lösung gefunden zu haben, so dass der Anleger später bereut, nicht gleich ein Indexzertifikat gekauft zu haben. Um eine sinnvolle Gewichtung zu finden, bedarf es doch einiger Vorkenntnisse. Inzwischen hat der Anleger die Auswahl einer ganzen Reihe von Indices, die sich deutlich in ihrem Aufbau voneinander unterscheiden.
GSCI
Der wohl bekannteste Rohstoffindex ist der S&P GSCI von Standard & Poor’s. Die GSCI-Indexfamilie wurde ursprünglich von Goldman Sachs entworfen, später aber aus verschiedenen Gründen an den Indexbetreiber Standard & Poor’s übertragen. Goldman Sachs bietet aber weiterhin zahlreiche Zertifikate und Optionsscheine auf die GSCI-Indizes an. Der S&P GSCI Index besteht zu 75% aus Erdöl, Erdgas und Ölprodukten und wird daher maßgeblich von der Preisentwicklung dieser Rohstoffe bestimmt. Dies stieß häufig auf Kritik, da Anleger neben Energie auch in Metalle und Soft-Commodities investieren wollen. S&P bietet daher mittlerweile vier weitere Indices an, die sich durch eine immer geringere Energiegewichtung unterscheiden. Der S&P GSCI Reduced Energy enthält zurzeit 60%, der S&P GSCI Light Energy 43% und der S&P GSCI Ultra-Light-Energy 27% Energie. Dagegen werden Agrarohstoffe und Fleisch sowie Industrie- und Edelmetalle stärker gewichtet. Schließlich gibt es dann noch den S&P GSCI Non-Energy. In ihm befinden sich sogar gar keine Energierohstoffe mehr. Zu jedem der S&P GSCI Indices bietet Goldman Sachs „Open-End-Zertifikate“ an. Der Anleger kann diese ganz einfach an der Börse kaufen und verkaufen. Auch sie werden mit oder ohne Währungsabsicherung angeboten. Weitere Informationen finden sie hier: Rohstoffe:GSCI
RICI
Der „Rohstoffguru“ Jim Rogers machte sich hingegen seine eigenen Gedanken zu einem sinnvollen Rohstoffinvestment. Er ist der Meinung, dass jeder Rohstoff in einem Index genauso hoch gewichtet werden sollte, wie er im täglichen Leben auch gebraucht wird. Daher legte er kurzerhand mit dem Rogers International Commodity Index (RICI) seinen eigenen Rohstoffindex auf. In ihm wird Gold weniger stark gewichtet, als Weizen, da es vom Normalbürger auch in deutlich geringerem Maße verbraucht wird. Aus der gleichen Philosophie bildet Rohöl mit 35% Gewichtung den Löwenanteil des Index, aber auch zahlreiche „Exoten“ wie Hafer, Wolle und Reis, wenn auch nur in einer geringen Gewichtung, sind im RICI enthalten. Wer in den RICI investiert, wird bei den allermeisten Einzelrohstoffen dabei sein. Das entsprechende Indexzertifikat wird von der ABN AMRO unter dem Namen „RICI Open-End“ vertrieben. Sie bietet es mit oder auch ohne Währungsabsicherung an. Außerdem gibt es das aktive gemanagte „Open-End-Zertifikat“ auf den RICI. Es weicht von dem Prinzip der starren Indexgewichtung ab. Jede Woche wird bei diesem Zertifikat nach einer gründlichen technischen, quantitativen und fundamentalen Analyse eine Neugewichtung der Rohstoffe vorgenommen. Dabei werden immer die Rohstoffe, die die besten Noten erhalten, stärker gewichtet (bis maximal 150% ihrer ursprünglichen Indexgewichtung). Beträgt beispielsweise das Gewicht von Kaffee im Index 2%, darf die Konzentration von Kaffee in der Strategie die 3%-Gewichtung nicht überschreiten (= 150% des Gewichts von Kaffee im Index). Rohstoffe, die zeitweilig als eher uninteressant gelten, können dabei auch ganz aus dem Index genommen werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der ABN AMRO unter www.abn-zertifikate.de
DBLCI
Die Deutsche Bank scheint mit ihrem DBLCI Mean Revision Index einen transparenteren Ansatz bei der aktiven Verwaltung ihres Rohstoffindex anzubieten. Der DBLCI Mean Revision verringert zu festgelegten Zeitpunkten immer jene Rohstoffe in ihrer Indexgewichtung, die die stärkste Performance zeigten. Hintergrund dieser prozyklischen Anlagestrategie ist die Annahme, dass Rohstoffpreise über lange Zeiträume immer um ihre Mittelwerte oszillieren. Eine interessante Anlagestrategie, die jedoch für Anleger, die ihr Investment auf möglichst viele Rohstoffe streuen möchten, nicht geeignet sein dürfte: Denn der DBLCI Mean Revision investiert nur in Rohöl (WTI), Heizöl, Aluminium, Gold, Weizen und Mais. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von Deutsche Bank X-Markets auf www.db-xm.com/
ML Commodity
Merrill Lynch bringt mit dem ML Commodity Index eine weitere Alternative. Er gewichtet Metalle und Energie jeweils zu 50% und klammert damit den Bereich Land- und Viehwirtschaft komplett aus. Aufgrund der schwachen Peformance vieler landwirtschaftlicher Produkte konnte der Merrill Lynch Commodity Index in den vergangenen Jahren stark zulegen. Merrill Lynch bietet auf diesen Index u. a. „Tracker-Zertifikate“ an, die den Indexverlauf linear nachbilden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von Merrill Lynch auf www.equityproducts.ml.com/
Dow Jones AIG
Der Dow Jones AIG-Commodity-Index setzt sich hingegen aus 20 Rohstoffen zusammen, die nach Liquidität und Handelsaktivität gewichtet werden. Auf diesen Index bieten JP Morgan und Sal Oppenheim verschiedene Zertifikate an. Die Webseite von JP Morgan finden Sie unter www.jpmorganinvestor.com. Die Angebote von Sal Oppenheim finden Sie unter www.oppenheim-warrants.de/
Reuters CRB
Abschließend möchten wir noch auf den Reuters CRB Index hinweisen. Er enthält insgesamt 17 verschiedene Rohstoffe. Der entscheidende Nachteil dieses Index ist jedoch, dass man nicht in ihn investieren kann. Dies liegt wohl am Fehlen hinreichend liquider Futures. Das macht die Absicherung der Emittenten zu angemessenen Preisen nahezu unmöglich. Außerdem ist dieser Index in allen 17 Rohstoffe gleich gewichtet. Somit wirkt sich ein Preisanstieg bei Orangensaft genauso stark auf den CRB aus, wie eine entsprechende Änderung bei Öl. Man sollte aber von diesem Index zumindest gehört haben. Denn er wird in der Presse immer wieder erwähnt, um die Performance von Rohstoffen zu messen. Auf www.godmode-trader.de finden Sie regelmäßig Chartanalysen zu diesem Index.




