• Fragen & Antworten

    Fragen zum Handel mit Anlagezertifikaten

    Der Handel mit Zertifikaten birgt eine Reihe von Geheimnissen. Godmode-Trader.de lüftet sie in dieser Ausgabe für Sie und macht Sie fit für das richtige Verhalten am Bankschalter.

    • Lohnen sich die Zertifikate-Aktionen vieler Discount-Broker für den Anleger?

      Das kann man nicht so ganz pauschal sagen. In jedem Fall bieten solche Aktionen die Möglichkeit, Zertifikate einer immer größeren Zahl von Anlegern näher zu bringen. Allerdings sollte sich der Investor nicht allein wegen eines eingesparten Ausgabeaufschlages oder niedrigerer Transaktionsgebühren oder Spreads gleich auf alles stürzen, was offeriert wird. Wichtig ist auch hier, dass die angebotenen Produkte genau in das jeweilige Kalkül passen. So sind Aktionen, die sich auf ganz konkrete Einzelprodukte beziehen eher mit Vorsicht zu genießen und umso genauer auf ihre Brauchbarkeit hin zu analysieren, als die inzwischen von zahlreichen Brokern angebotenen sogenannten Freetrades. Diese beziehen sich meist auf fast alle Derivate eines regelmäßig wechselnden Emittenten, der dabei auch die vom Anleger eingesparten Kosten übernimmt. Die Vorteile sind ganz offensichtlich: Keine Transaktionskosten im außerbörslichen Handel ab einem Mindestvolumen von 500 oder 1000 Euro in Verbindung mit einem sehr umfangreichen Produktangebot. Der Investor hat hier speziell bei Standardprodukten die Möglichkeit, auf aktuell von der Aktion erfasste Zertifikate zu wechseln und kurzfristige Marktchancen zu nutzen. Bei der Unterhaltung mehrerer kostenloser Depots bei unterschiedlichen Discount-Brokern lassen sich verschiedene Freetrades auch gleichzeitig nutzen und das gesponserte Angebotsuniversum noch weiter erhöhen.

    • Was versteht man unter einem Market-Maker?

      Der Market-Maker, dessen Rolle meist von den Emittenten selbst übernommen wird, ist derjenige, der für die notwendige Liquidität am Markt und in den jeweiligen Produkten sorgt, da die Kurse selbst nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern durch Preisformeln, die wiederum von verschiedenen Parametern abhängen, bestimmt werden. Der Anleger kann deshalb die Gewissheit haben, ein Zertifikat jederzeit zu dem vom Market-Maker gestellten Kurs im Rahmen einer bestimmten Stückzahl kaufen und wieder verkaufen zu können. Da der Market-Maker nicht gegen den Anleger spekuliert, muss er auf der anderen Seite entsprechende Gegengeschäfte tätigen, um die aus dem Geschäft resultierende Zahlungsverpflichtung jederzeit erfüllen zu können.

    • Sollte man Zertifikate besser durch Zeichnung oder lieber später im Sekundärmarkt erwerben?

      Auch wenn man hier keine definitive Aussage treffen kann, zeigt die Erfahrung, dass viele Zertifikate später häufig zu etwas günstigeren Konditionen zu bekommen sind, sprich die Geld-/Briefspanne unter dem ursprünglichen Ausgabeaufschlag liegt. Das muss allerdings nicht immer so sein. In jedem Fall besteht auch hinterher im Sekundärmarkt die Möglichkeit, das Produkt zu handeln, was ja schließlich das Wichtigste ist. Bei sehr geringen Ordermengen von nur wenigen Stücken lassen sich bei vielen Online-Brokern durch die Zeichnung auch die sonst üblichen Transaktionsgebühren umgehen.

    • Vor kurzem versuchte ich ein Zertifikat online über meinen Discount-Broker an der EUWAX zu handeln. Warum wurde mein Orderauftrag trotz eines passenden Limits nicht ausgeführt?

      Handelsprobleme können verschiedene Ursachen haben. So wird für manche Produkte nur zu bestimmten Tageszeiten ein Kurs gestellt. Oft liegt der Fehler auch in den technischen Schnittstellen und ist nicht so leicht lokalisierbar. Sie sollten sich deshalb sofort an Ihren Broker bzw. gleich direkt an den Emittenten wenden, der dann in Abstimmung mit seiner Handelsabteilung für die Ausführung der Order sorgen kann.

    • Warum unterscheiden sich die Kurse auf der Internetseite meines Onlinebrokers von denen des Emittenten?

      Bei den auf der Internetseite Ihres Brokers angezeigten Kursen handelt es sich vermutlich um Börsenkurse, zu denen letztmalig tatsächliche Umsätze im jeweiligen Wertpapier stattgefunden haben und nicht um die aktuell vom Emittenten gestellten Kurse, zu denen neue Aufträge ausgeführt werden können. Sie sollten sich deshalb immer nach diesen richten.

    • Kann man Zertifikate nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht über die Börse günstiger handeln?

      Angebot und Nachfrage spielen bei der Preisbildung praktisch keine Rolle, egal ob Sie die Zertifikate über die Börse oder außerbörslich handeln. Bei Limitorders wird vom Makler an der Börse lediglich überprüft, ob eine Ausführung des Limits gegen den vom Market-Maker gestellten Kurs möglich ist. Dies wäre dann der Fall, wenn ein anderer Kunde eine adäquate Limitorder innerhalb der vom Emittenten gestellten Geld-/Briefspanne an der gleichen Börse in Auftrag gegeben hat, so dass dadurch ein gegenüber dem Direkthandel besserer Kurs zustande kommen würde. Die Wahrscheinlichkeit ist aber allein aufgrund der Vielzahl der gehandelten Derivate relativ gering.

    • Kann ich auch Zertifikate zeichnen, die mir meine Hausbank nicht explizit zur Zeichnung anbietet?

      Ja, Sie können seit ein paar Jahren auch Produkte über die Börsen in Frankfurt oder Stuttgart zeichnen. Das Prozedere läuft dabei ähnlich ab wie bei einer normalen Börsenorder. Sie beauftragen damit Ihren Bankberater bzw. geben online WKN/ISIN, Stückzahl und den Börsenplatz in die Ordermaske ein. Da die Zuteilung über ein Festpreisverfahren erfolgt, erübrigt sich die Limitierung, so dass der Zusatz "billigst" genügt. Allerdings muss der Zeichnungsauftrag bis zum Ende der Zeichnungsfrist gültig sein, damit Sie auch zum Zug kommen. Da die Zeichnung manchmal auch etwas früher endet, bietet sich an, nicht bis zum allerletzten Drücker zu warten. Auch die Kosten bewegen sich in Abhängigkeit von der jeweiligen Bank im Rahmen einer normalen Börsenorder ohne Courtage, allerdings mit Ausgabeaufschlag.

    • Gibt es auf die meisten Zertifikate Sparpläne?

      Da es sich bei Zertifikaten in der überwiegenden Mehrzahl um Produkte mit einer begrenzten Laufzeit, häufig nur von etwa 12 bis 15 Monaten handelt, fällt der größte Teil von vornherein als Sparplangrundlage flach. Aber auch von den vielen Open End Papieren kann insgesamt nur ein relativ kleiner Teil bespart werden. Der Anleger ist hier immer von dem gerade aktuellen Angebot des jeweiligen Brokers abhängig. Meist handelt es sich dabei um eine mehr oder weniger breite Auswahl an Indexpapieren auf die verschiedensten Regionen, sowie zunehmend auch Produkten auf andere Assetklassen wie Anleihen, Rohstoffe, Immobilien, Hedge-Fonds usw. Vereinzelt werden auch ausgewählte Strategiepapiere angeboten. Gegenüber dem sehr begrenzten Angebot noch vor wenigen Jahren bietet sich dem Anleger mittlerweile aber ein durchaus interessantes Spektrum, um sich ein gut diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen. Einzelwünsche sind dabei aber nicht möglich.

    • Welche Vorteile bieten Zertifikatesparpläne gegenüber Fondssparplänen?

      Das kommt ganz darauf an, auf welches "Pferd" Sie als Anleger generell setzen möchten. Sie sollten sich also von vornherein überlegen, ob sie Ihr Investmentziel mit einem auch als Sparplan verfügbaren Zertifikat besser erreichen können als mit einem Fonds, ob Sie beispielsweise lieber auf ein passives Index-Papier, wenn möglich auf einen die Dividenden enthaltenden Performance-Index wie z.B. den DAX, oder lieber auf einen aktiv gemanagten Fonds setzen möchten. Der Kostenfaktor auf Produktebene dürfte hierbei nicht zuletzt aufgrund des niedrigen Spreads klar für das Zertifikat sprechen. Allerdings muss man bei Sparplänen auf Zertifikate die Gebühren rund um die Anlage beachten, die neben einer fixen Komponente von meist 2,5 Euro auch noch einen wenn auch relativ niedrigen flexiblen Faktor von bis zu 0,4 Prozent des Anlagevolumens enthält. Sinnvollerweise sollten kleine Ansparbeträge von 50 bis 100 Euro deshalb erst über das Quartal angesammelt und dann komplett in etwas höheren Raten investiert werden, auch wenn darunter der Cost-Average-Effekt etwas leiden sollte. Das gilt natürlich insbesondere bei Brokern, die keine Zertifikatsbruchteile, sondern nur ganze Stücke in den Sparplan einbeziehen.

    • Wie ist der augenblicklich so hohe Spread bei Bear Stearns Zertifikaten zu erklären?

      Nach der Schieflage der amerikanischen Investmentbank vor gut zwei Wochen wurden für die Zertifikate von Bear Stearns einige Tage überhaupt keine Kurse mehr gestellt, nachdem das Rating von Standard & Poors drastisch auf nur mehr BBB von ursprünglich A zurückgenommen wurde. Der Emittent sah sich daraufhin nicht in der Lage, seine Aufgabe als Market-Maker marktgerecht wahrnehmen zu können, wobei das sinnigerweise speziell für die von vielen Anlegern als Fels in der Brandung betrachteten Garantie-Produkte galt, bei denen ein Großteil des Kapitals in besonders bonitätssensitiven Nullkuponanleihen angelegt ist. Erst nachdem die Übernahme durch JP Morgan und deren Zusage, auch den Verbindlichkeiten nachzukommen, klar war, konnte der Handel wieder aufgenommen werden, wenn gleich die genauen Rahmenbedingungen noch nicht ganz feststehen und auch das AA- Rating des Übernehmers natürlich noch nicht für die Bear Stearns Produkte gilt. Allerdings geht man in der Branche davon aus, dass diese in das eigene Produktuniversum eingegliedert werden und dann auch die hohe Risikoprämie wieder zurückgehen sollte. Natürlich liegt auch dann immer noch ein gewisser Makel auf dem Zertifikatemarkt und die Bonitätsfrage wird in Zukunft wohl auch häufiger gestellt werden als bisher.

    • Welche Broker empfehlen Sie für den Handel mit Hebelzertifikaten und Optionsscheinen?

      Wie Sie sicherlich verstehen werden, können wir für die Brokerwahl wie auch bei Anlagen keine konkreten Handlungsempfehlungen geben. Da sich die einzelnen Broker in einigen wichtigen Punkten wie Preis/Leistung, Handhabung bzw. Orderabwicklung oder Beratung zum Teil sehr deutlich voneinander unterscheiden, sollte sich jeder Investor selbst erst einmal ein Bild vom verfügbaren Leistungsangebot machen und sich das für sich Interessanteste auswählen. So können Anleger mittlerweile neben den großen Drei Comdirect, DAB und Consors auch auf mehr oder weniger spezialisierte Anbieter wie z.B. Flatex, Fimatex oder den CFD-Broker CMC-Markets zurückgreifen.

    Godmode-Trader.de hilft Ihnen gerne weiter. Unser Frage & Anwort-PDF steht Ihnen jederzeit ganz unverbindlich zum Download bereit.

Feedback

Ihr Feedback zu GodmodeTrader.de

Möchten Sie einen Verbesserungsvorschlag machen, Kritik oder Lob anbringen?

Bevor Sie einen technischen Fehler melden gehen Sie bitte sicher
dass Ihr Browser/System mit unserem Portal kompatibel ist: Diagnose

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass sich unsererseits Rückfragen zu Ihrem Feedback ergeben. Damit wir optimal auf Ihr Feedback eingehen können, möchten wir Sie daher bitten, Ihren Namen und Ihre E-Mailadresse anzugeben. Wir möchten Sie um Verständnis dafür bitten, dass wir nicht jedes Feedback persönlich beantworten können. Vielen Dank!

Vielen Dank für Ihr Feedback.