• Fragen & Antworten

    Fragen zu Zertifikaten auf Rohstoffe

    Rohstoffe haben sich fest als neue Anlageklasse etabliert. Allerdings lassen sie sich nicht so einfach wie andere Assets handeln. Godmode-Trader.de vermittelt Ihnen hier die wesentlichen Unterschiede und stellt dabei einige Zertifikatelösungen vor.

    • Was ist im konkreten Fall von der Zeichnung des Twin-Win-Zertifikats auf Öl (AT000B001375) zu halten? HERZLICHEN DANK im Voraus und generell VIELEN DANK für die hervorragende Arbeit, die im Godmode-Trader-Portal geleistet wird!

      Vielen Dank für das tolle Kompliment. Generell spricht nichts gegen das Produkt, zumal hier zumindest eine Währungsabsicherung eingeschlossen ist. Allerdings sollte man sich immer klar machen, dass bei einer Seitwärtsbewegung mit einem Twin-Win-Produkt gar nichts gewonnen ist, auch wenn Werbeslogans wie "Gewinnen in steigenden oder fallenden Märkten" auf dem ersten Blick immer gut klingen. Kein Wunder, dass sich dieser Produkttyp bislang auch noch nicht so richtig am Markt durchsetzen konnte. Man sollte deshalb auch eine entsprechende Marktmeinung mitbringen. Ein Bonus-Zertifikat mit einer adäquaten Absicherung könnte da möglicherweise von vornherein ein interessanteres Auszahlungsprofil bieten, da ja auch beim Öl-Zwilling nach oben nur eine einfache Partizipation besteht.

    • Verlieren Rohstoff-ETFs, die teilweise wie Zertifikate behandelt werden nicht ihren Bestandsschutz, auch wenn sie noch 2008 erworben und über 12 Monate gehalten werden?

      Sie spielen sicher auf die sogenannten Exchange Traded Commodities, kurz ETCs des Anbieters ETF Securities an, deren rechtliche Struktur sich von herkömmlichen ETFs dahingehend unterscheidet, dass es sich dabei nicht um ein Sondervermögen im Sinne eines Fonds, sondern um eine unbefristete, mit physischen Rohstoffen bzw. Kontrakten besicherte Schuldverschreibung handelt. ETCs unterliegen damit ebenfalls einem Emittentenrisiko und sind auch steuerlich betrachtet eher Zertifikaten zuzuordnen, was wiederum bedeutet, dass wie Sie schon richtig vermuten, die Bestandsschutzregelung hier eingeschränkt ist und der von Zertifikaten entspricht. Ein Erwerb noch in diesem Jahr würde deshalb auch bei einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten den Zugriff der Abgeltungssteuer nicht verhindern.

    • Wäre das neue Gold Lock-In Zertifikat von JP Morgan (JPM0PN) nicht eine gute Möglichkeit, um Höchstkurse beim Goldpreis einzufrieren?

      Im Prinzip ja. Sie müssen nur beachten, dass auf Monatsbasis nur jeweils 5 Prozent des Kursanstiegs berücksichtigt werden, wohingegen Kursabschläge in voller Höhe durchschlagen. Erwarten Sie also keine größeren Rückschläge im Goldpreis bei einem gleichzeitigen kontinuierlichen Anstieg, können Sie sich mit dem Zertifikat sukzessive nach oben arbeiten und dabei die 5-prozentigen Lock-In-Stufen nutzen. Kontraproduktiv wären dagegen sogenannte "Sägezähne", also ein ständig wechselndes Auf und Ab im Kurs. Dann wäre nichts gewonnen. Heftige Korrekturen z.B. wenn Anleger im zweiten Halbjahr auf einmal wieder den sicheren Hafen verlassen sollten und sich wieder mutig dem Aktienmarkt zuwenden, wären allerdings fatal, wenn bis dahin nicht schon entsprechende Sicherheitsniveaus eingerastet sind. Positiv ist aber auch die überschaubare und steuergünstige Laufzeit bis Juni 2009.

    • Kann man über Zertifikate auch in Schweinebäuche investieren?

      Die an der CME gehandelten Futures auf tiefgefrorene Schweinehälften lassen sich zwar über Zertifikate bzw. Turbos nicht direkt abbilden. Als Alternative können Sie aber entsprechende Papiere auf den CME Lean Hog Future (mageres Schwein) mit einer Kontraktgröße von ebenfalls 40.000 lbs. handeln. Dabei stehen sowohl Delta 1-Zertifikate (ABN4HL, GS0HHD) ohne eine fixierte Endfälligkeit als auch einige Hebelprodukte von Goldman Sachs und The Royal Bank of Scotland zur Verfügung. Bei dem Basiswert handelt es sich um schlachtfertige Schweine von einem halben Jahr.

    • Welche Zertifikate auf den Goldpreis sind aktuell interessant?

      Nachdem der Goldpreis bis vor kurzem seine immerhin 27 Jahre bestehende Bestmarke bei 871 US-Dollar je Feinunze überwinden konnte, eilt er nun von einem Hoch zum nächsten. Während sich die Situation aus markttechnischer Sicht äußerst positiv darstellt und sich direkt mit entsprechenden Hebel- bzw. Delta-1-Produkten umsetzen lässt, ist es für etwas konservativere Anleger aktuell ziemlich schwierig, geeignete Papiere mit einer Seitwärtsrendite zu identifizieren. Zu denken wäre beispielsweise an zwei von The Royal Bank of Scotland unlängst aufgelegte Capped-Bonus-Zertifikate (AA0RX1: 750/1150 oder AA0RX2: 770/1250), die allerdings keine Währungsabsicherung beinhalten. Wer darauf nicht verzichten und zusätzlich auf den ebenfalls interessanten Silberpreis setzen möchte, könnte ein Airbag-Zertifikat (SG9BMZ) der Société Générale mit einem 30-prozentigen Puffer in Erwägung ziehen. Die Gewichtung zwischen beiden Edelmetallen ist bei diesem Produkt ausgeglichen. Allerdings ist die maximale Rendite auf 145 Euro begrenzt, was bei einem aktuellen Kurs von 113,43 Euro immerhin noch eine Rendite von fast 28 Prozent für die verbleibenden gut 2,5 Jahre ermöglicht. Wegen der relativ niedrigen Anfangsfixings bei 652,25 (Gold) bzw. 12,20 US-Dollar (Silber) wären aus heutiger Sicht nur noch geringe Anstiege der beiden Basiswerte nötig, um die Maximalrendite zu erzielen.

    • Welche grundsätzlichen Arten von Rohstoff-Zertifikaten gibt es?

      Bei Rohstoff-Zertifikaten kann man vor dem Hintergrund der Rollproblematik mittlerweile zwei grundsätzliche Richtungen unterscheiden. Zum einen das herkömmliche starre Prinzip der meisten Rohstoffindices, das ein regelmäßiges, in der Regel monatliches Rollen in den nächsten Kontrakt vorsieht. Typische Beispiele sind hier Indices wie z.B. der S&P GSCI oder der RICI. Aber auch Zertifikate auf nur einen ganz bestimmten Kontrakt, dessen Laufzeit mit dem Fälligkeitstermin des Papiers identisch ist, sind zu dieser Kategorie zu zählen. Auf der anderen Seite kristallisieren sich immer mehr Optimierungsmodelle heraus, die das Rollproblem dynamisch handeln. Zu ihnen gehören Indices wie der S&P GSCI Dynamic oder das Pendant der Deutschen Bank, der DBLCI Optimum Yield, bei denen der Allokationsgedanke im Vordergrund steht. Die Kontraktauswahl erfolgt hier also so, dass möglichst Contango-Situationen vermieden werden, aber trotzdem ein breites Portfolio aufgebaut werden kann. Auf der anderen Seite gibt es den wesentlich enger gefassten sogenannten "Hedge-Fonds-Ansatz", bei dem die Forwardkurvenkonstellation dominiert, d.h. es wird grundsätzlich wie z.B. bei der Société Générale nur in Backwardation-Situationen investiert, oder wie bei The Royal Bank of Scotlands CYD-Konzept zusätzlich auch noch ein entsprechender Long-/Short-Ansatz gefahren.

    • Worauf muss man bei Rohstoff-Investments besonders achten?

      Im Gegensatz zu anderen Asset-Klassen weisen Rohstoffe ganz besondere Eigenheiten auf, die eine Lieferung in physischer Form erschweren und deshalb auch den Investitionsprozess entscheidend mitbestimmen. So geht man hier überwiegend über den Terminmarkt und bedient sich des Mittels von Futures bzw. Forwards, die auch die zukünftigen Preiserwartungen für den jeweiligen Rohstoff repräsentieren. Da diese Finanzinstrumente allerdings nicht endlos laufen, ist ein sogenanntes "Rollen" kurz vor dem Auslaufen eines Kontraktes in den nächsten notwendig, um eine physische Andienung zu verhindern. Im Fachjargon unterscheidet man dabei zwischen der für den Rollprozess ungünstigen "Contango"-Konstellation, bei der länger laufende Kontrakte einen höheren Preis aufweisen als kürzere und damit zu Roll-Verlusten führen und der erwünschten sogenannten "Backwardation"-Situation mit umgekehrten Vorzeichen. Da dieser Umstand ganz entscheidend den Investmenterfolg prägt, ist der Blick auf die Forwardkurve eines Rohstoffs auch für den Zertifikate-Anleger vor jedem neuen Rohstoff-Engagement wichtig.

    Godmode-Trader.de hilft Ihnen gerne weiter. Unser Frage & Anwort-PDF steht Ihnen jederzeit ganz unverbindlich zum Download bereit.

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