• ATX - Kürzel: A20 - ISIN: AT0000999982
    Kursstand: 2.312,12 Punkte (Wien) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
  • BUWOG AG - Kürzel: BWO - ISIN: AT00BUWOG001
    Kursstand: 18,29 € (Frankfurt) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
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  • ATX - WKN: 969191 - ISIN: AT0000999982 - Kurs: 2.312,12 Punkte (Wien)
  • BUWOG AG - WKN: A1XDYU - ISIN: AT00BUWOG001 - Kurs: 18,29 € (Frankfurt)
  • Immofinanz AG - WKN: A2JN9W - ISIN: AT0000A21KS2 - Kurs: 2,18 € (Chi-X)
  • Österreichische Post AG - WKN: A0JML5 - ISIN: AT0000APOST4 - Kurs: 44,03 € (Chi-X)
  • UNIQA Insurance Group AG - WKN: 928900 - ISIN: AT0000821103 - Kurs: 7,48 € (Chi-X)
  • OMV AG - WKN: 874341 - ISIN: AT0000743059 - Kurs: 23,23 € (Chi-X)

Während man in Deutschland in diesem Jahr verstärkt den Run auf Dividendenaktien bestaunen kann, hinkt das Börseninteresse in unserem Nachbarland Österreich deutlich zurück. Der direkte Vergleich zwischen ATX und DAX Kursindex zeigt, dass sich gerade im vergangenen Jahr eine deutliche Schwere aufgetan hat. Während der DAX weitestgehend seitwärts lief und 2015 seine Hochs überwinden konnte, befindet sich der ATX in einer Abwärtsbewegung. Zumindest konnte hier das jüngste lokale Hoch aber überschritten werden.

Bei fallenden Kursen dürften natürlich verstärkt die Fundis wieder auf den Plan treten und nach vermeintlich günstigen Aktien in Österreich Ausschau halten. GodmodeTrader hat sich in diesem Artikel auf die Dividendenrendite als fundamentale Größe bezogen und die fünf dividendenstärksten Aktien aus dem ATX unter die technische Lupe genommen. Es handelt sich um BUWOG, die Österreichische Post, Immofinanz, UNIQA Insurance und OMV. Nachfolgend ein Diagramm mit den historischen Dividendenrenditen der 5 Titel im Vergleich. Bei BUWOG fehlen diese Daten aufgrund des erst im vergangenen Jahr erfolgten Börsengangs.

Dividendenrenditen im Vergleich

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Platz 5: BUWOG

Die BUWOG ist ein Immobilienunternehmen, das sich auf die beiden Märkte in Deutschland und Österreich spezialisiert hat. Mit Stand Ende Oktober 2014 umfasste das Portfolio von BUWOG knapp 52.500 Wohnungen. BUWOG wurde im April 2014 von der Mutter Immofinanz abgespalten und getrennt an die Börse gebracht. Immofinanz hält 49% der Aktien. Die Performance seit dem Börsengang kann sich sehen lassen. Der Wert hat bereits um knapp 40% zugelegt. Analysten erwarten für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 Ausschüttungen von 0,69 und 0,70 Euro je Aktie, womit sich Dividendenrenditen auf dem aktuellen Kursniveau von rund 3,8% ergeben.

Aus technischer Sicht gibt die Aktie im ATX derzeit das beste Bild ab. Der Ausbruch aus dem flacheren Aufwärtstrendkanal zu Beginn des Jahres läutete eine Trendverschärfung ein, die bislang auch anhält. Mittelfristig sind daher Kurse um 20,00 Euro durchaus erreichbar, solange die Aktie sich über dem Trendkanal halten kann. Temporäre Schwächephasen in den Kursbereich um 17,00 Euro würden eine interessante antizyklische Einstiegsgelegenheit ergeben.

Platz 4: Österreichische Post

Die Österreichische Post ist der führende Logistik - und Postdienstleister in Österreich. Über Tochterunternehmen ist der Konzern zudem in 13 weiteren Ländern aktiv. Nach der Privatisierung erfolgte im Jahr 2006 der Börsengang zu einem Emissionskurs von 19 Euro. Wie die untenstehende Grafik zeigt, hob die Post die Dividende in den vergangenen fünf Jahren stetig an. Analysten erwarten für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 Zahlungen von 1,95 und 2,00 Euro je Aktie. Damit errechnen sich Dividendenrenditen von 4,4 und 4,5%.

Dividendenzahlungen Österreichische Post

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Charttechnisch steht die Aktie exzellent da. und strebt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Ein langfristiger Aufwärtstrendkanal lässt Spielraum für die kommenden Wochen bis in den Kursbereich zwischen 47,00 und 48,00 Euro. Dort dürfte die Luft dann langsam dünner werden. Bereits bei 42,60 Euro ist der Wert kurzfristig gut abgesichert. Eine Langfristig sehr gute Unterstützung notiert in Form des ehemaligen Allzeithochs aus dem Jahr 2006 um 40,00 Euro. Rücksetzer dorthin wären mit Blick auf ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis interessant.

Platz 3: Immofinanz

Die Immofinanz zählt nach eigenen Angaben zu den führenden börsennotierten Immobilieninvestoren- und entwicklern in Europa. Seit über 20 Jahren ist das Unternehmen im Immobiliengeschäft tätig. Dabei hat Immofinanz sich auf das Gewerbeimmobiliengeschäft fokussiert. Die Kernmärkte sind neben Deutschland und Österreich Osteuropa (Anteil gut 69%). Mit Stand Ende Oktober belief sich der Portfoliowert des Unternehmens auf 6,8 Mrd. €. Immofinanz zahlt seit dem Jahr 2011 regelmäßig Dividende. Analysten erwarten für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 Ausschüttungen von je 0,10 Euro je Aktie, womit sich Dividendenrenditen von rund 4,6% ergeben. Per Aktienrückkäufe soll der Kurs stabilisiert werden, was bislang aber nur eingeschränkt funktioniert. Auf dem Konzern lastet ein Schuldenberg von mehreren Milliarden Euro, die Nettoverschuldung laut Factset beträgt 3,7 Mrd. €.

Dividendenzahlungen Immofinanz

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Technisch deutet der Chart einige Probleme bei dem Unternehmen an. Der mittelfristige Abwärtstrend ist voll intakt, es ergibt sich somit ein völlig konträres Bild zum Chart der Tochter BUWOG. Erholungen bis 2,25 Euro, gegebenenfalls auch an den mittelfristigen Abwärtstrend sind möglich, für mehr dürfte es erst einmal aber kaum reichen. Rein technisch wird der Wert erst wieder bei Kursen über dem EMA200 und den lokalen Hochs bei 2,41 und 2,46 Euro interessant. Das bisherige Mehrjahrestief notiert bei 1,91 Euro.

Platz 2: UNIQA Insurance Group

Die UNIQA Insurance Group ist eine der führenden Versicherungsgruppen in Österreich und Zentral- und Osteuropa. UNIQA ist mit rund 40 Gesellschaften in 19 Ländern tätig und hat mehr als 9,3 Millionen Kunden. Neben UNIQA ist auch die Marke Raiffeisen Versicherung in Österreich sehr bekannt. Die Dividendenhistorie des Unternehmens ist relativ solide, einzig im Jahr der Finanzkrise schüttete UNIQA nichts an die Aktionäre aus. Analysten erwarten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 eine Zahlung von 0,40 Euro je Aktie. Damit würde die Dividende wieder das Niveau vor der Finanzkrise erreichen. Für 2015 könnte UNIQA 0,47 Euro je Aktie ausschütten. Die Renditen belaufen sich damit auf ansehnliche 5,2% und 6,1%.

Dividendenzahlungen UNIQA Insurance Group

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Technisch ist die Aktie aber sehr angeschlagen. Der Abwärtstrend des Jahres 2014 hat sich im vergangenen Dezember sogar noch einmal verschärft. Zumindest zeigt sich aktuell eine Stabilisierungstendenz. Erst über 7,94 Euro können Anleger aber auf eine Bodenbildung und einen anschließenden Anstieg in Richtung des EMA200 hoffen. Erholungen könnten sich bereits im Bereich des EMA50 festfahren. Auf der Unterseite bietet einzig das bisherige Jahrestief bei 6,96 Euro Unterstützung. Darunter wäre der mittelfristige Abwärtstrend bestätigt.

Platz 1: OMV

Der Dividendenkönig im ATX kommt wenig überraschend aus dem Ölsektor und heißt OMV. Mit 27.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 42,41 Mrd. € ist OMV auch das größte börsennotierte Unternehmen Österreichs. Der Geschäftsbereich Exploration und Produktion ist vorrangig in Österreich und Rumänien angesiedelt. Darüber hinaus betreibt OMV ein Gaspipelinenetz in Österreich und Gasspeicher in Österreich und Deutschland. Das Tankstellennetz umfasst 4.200 Stationen in elf Ländern. Wie man in der Grafik sieht, ist die Ausschüttungspolitik von OMV sehr solide. In den vergangenen acht Jahren wurden jeweils Dividenden über 1,00 Euro je Aktie gezahlt. Für 2014 und 2015 erwarten Analysten wie bereits im Jahr 2013 eine Ausschüttung von 1,25 Euro je Aktie und das, obwohl sie mit einem starken Gewinnrückgang 2015 von 3,00 auf 1,73 Euro je Aktie rechnen. Inwieweit diese Schätzungen passen, wird die Zeit zeigen. Aktuell ergibt sich auf deren Basis jedenfalls eine Dividendenrendite von 5,4%, mit der aktuell auch kein DAX-Wert mithalten kann.

Dividendenzahlungen OMV

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Der Chart sieht natürlich angesichts des Absturzes des Ölpreises wenig überraschend gruselig aus. Zumindest konnte die Aktie aber den Abwärtstrend seit Sommer vergangenen Jahres zur Seite verlassen. Ein dringend benötigtes höheres Hoch im Tageschart wäre aber erst über 25,57 Euro markiert und bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bislang sind nur zaghafte Bodenbildungsversuche erkennbar. Kurzfristig orientierte Anleger achten auf die beiden Aufwärtstrendvarianten. Sollten sie brechen, wäre dies ein Hinweis, dass die laufende Erholung beendet sein könnte.

Fazit: Die Kombination aus Fundamentalanalyse und Chartechnik zeigt, dass im Falle der fünf dividendenstärksten Aktien im ATX die Top 3 eher mit Vorsicht zu genießen ist. So bewegen sich OMV, UNIQA Insurance und Immofinanz in Abwärtstrends. Am interessantesten sieht hier noch die OMV aus, zumal das Handelsvolumen im jüngsten Anstieg überproportional hoch war. Technisch überzeugen können nur BUWOG und die Österreichische Post. Hohes Aufwärtsmomentum gepaart mit ansehnlichen Dividenden sind die Idealkombination. Doch ist es nicht jedermanns Sache, auf so einen fahrenden Zug aufzuspringen.

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