• Amazon.com Inc. - Kürzel: AMZ - ISIN: US0231351067
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 3.185,070 $

Bund und Länder haben im Rahmen der gestrigen Corona-Beschlüsse auch neue Beschränkungen für Ladengeschäfte ab dem 1. Dezember vereinbart. Bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern ist weiterhin maximal eine Person pro Verkaufsfläche von 10 Quadratmetern erlaubt. Bei größeren Geschäften ist für die Verkaufsfläche, die 800 Quadratmeter übersteigt, künftig nur noch maximal eine Person pro 20 Quadratmetern Verkaufsfläche zulässig. Zudem wird die Maskenpflicht auch auf den Bereich vor den Ladengeschäften ausgeweitet.

Angesichts der neuen Auflagen dürfte das Weihnachtsgeschäft für den stationären Einzelhandel in diesem Jahr schwach ausfallen. Darunter leiden vor allem hunderttausende kleine Gewerbetreibende, die ihre Produkte überwiegend stationär und nicht im Onlinehandel verkaufen. Für den weltgrößten Onlinehändler Amazon bedeuten die Beschlüsse von Bund und Ländern hingegen ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk in seinem zweitwichtigsten Markt Deutschland. Auch in vielen anderen Ländern dürfte dieses Jahr angesichts der Pandemie ein noch weitaus größerer Teil des Weihnachtsgeschäfts auf Amazon entfallen als bisher schon.

Unterstützt durch die Corona-Pandemie konnte Amazon in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bereits rasant wachsen. So erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34,9 Prozent auf 260,5 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte um 50,3 Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich konnte sich der Nettogewinn sogar um 69,6 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar erhöhen.

Auch in den vergangenen Jahren konnte Amazon explosiv wachsen, wie die folgende Grafik zeigt.

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Nach fundamentalen Kriterien sind die Amazon-Aktien sehr teuer bewertet. Auch das ist allerdings keine Neuigkeit, sondern letztlich eine Folge des rasanten Wachstums und der Tatsache, dass Amazon unter der Ägide von Jeff Bezos absichtlich auf eine hohe Profitabilität zugunsten eines schnelleren Wachstums verzichtet.

Jahr 2019 2020e* 2021e*
Umsatz in Mrd. USD 280,52 379,37 447,82
Ergebnis je Aktie in USD 23,46 34,91 44,64
Gewinnwachstum 13,44 % 48,81 % 27,87 %
KGV 136 91 71
KUV 5,7 4,2 3,6
PEG 10,1 1,9 2,6
*e = erwartet

Bei extrem stark wachsenden Unternehmen wie Amazon ist die Aussagekraft der Bewertung auf Basis des aktuellen Gewinns oder Umsatzes grundsätzlich sehr beschränkt. Unternehmen wie Amazon werden nicht danach bewertet, welche Umsätze, Gewinne oder Cashflows aktuell erzielt werden, sondern wie groß das Geschäft in Zukunft einmal werden könnte. Amazon entwickelt sich zudem immer mehr in Richtung eines Monopolisten, was grundsätzlich höhere Bewertungen rechtfertigt.

Mit einem Jahresumsatz von in diesem Jahr mehr als 350 Milliarden Dollar sieht es auf den ersten Blick so aus, als ob Amazon das jüngste Wachstumstempo wohl nicht mehr sehr lange beibehalten kann. Das ist aber keineswegs garantiert. Vor der Corona-Pandemie entfiel weltweit nur rund ein Prozent des Einzelhandelsumsatzes auf Amazon. Dieser Anteil könnte in den kommenden Jahren durchaus noch kräftig steigen. Im Bereich der Cloud-Dienstleistungen hat Amazon zudem wohl noch deutlich mehr Wachstumspotenzial. Sollte Amazon auch in den kommenden Jahren kräftig expandieren, könnten die Aktien durchaus auch aus fundamentaler Perspektive noch weiteres Potenzial haben.

Charttechnische Einschätzung: Die Amazon-Aktien haben nach einem Allzeithoch Anfang September bei 3.552 USD eine Konsolidierung ausgebildet, die möglicherweise jetzt nach oben aufgelöst werden könnte. Die aktuelle Konsolidierung könnte in diesem Fall eine gute Einstiegsgelegenheit bieten. Damit sich die Bullenträume bewahrheiten, müssten die Aktien allerdings die jüngsten Hochs bei 3.367 USD, 3.496 USD und beim Allzeithoch von 3.552 USD überwinden. Prozyklisch agierende Trader könnten ein Überschreiten dieser Marken für einen möglichen Einstieg abwarten. Sollten die Aktien unter das bisherige Tief der Konsolidierung bei 2.871 USD abrutschen, würden sich die Aussichten deutlich eintrüben und es müsste mittel- bis langfristig eher mit sinkenden Notierungen gerechnet werden.

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Amazon-Aktie

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